Mittwoch, 15. Mai 2019

OPCW: Bericht von Inspektoren über den Giftgasangriff in Duma unterdrückt?

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On 7 April 2018, a chemical warfare attack was carried out in the Syrian city of Douma.[1]:9.12 It reportedly resulted in the deaths of between 40 and 50 people,[1]:9.5[3][6]:971[7][8] and injuries to possibly many more than a hundred.[8][3] The attack was attributed to the Syrian Army by rebel forces in Douma, and by the United StatesBritish, and Frenchgovernments.[9][10] The Syrian and Russian governments asserted that a widely-circulated video allegedly showing the aftermath of the attack was staged.[11][12]On 14 April 2018, the United States, France and the United Kingdom carried out a series of military strikes against multiple government sites in Syria.On 6 July 2018 an interim report was issued by the Organisation for the Prohibition of Chemical Weapons (OPCW). Various chlorinate organic chemicals (dichloroacetic acidtrichloroacetic acidchlorophenoldichlorophenol, bornyl chloride, chloral hydrate etc.) were found in samples, along with residues of explosive, but the designated laboratory 03 stated that no CWC-scheduled chemicals or nerve agent related chemicals were detected. In September 2018 the UN Commission of Enquiry on Syria reported: "Throughout 7 April, numerous aerial attacks were carried out in Douma, striking various residential areas. A vast body of evidence collected by the Commission suggests that, at approximately 7.30 p.m., a gas cylinder containing a chlorine payload delivered by helicopter struck a multi-storey residential apartment building located approximately 100 metres south-west of Shohada square. The Commission received information on the death of at least 49 individuals, and the wounding of up to 650 others."[3]While it was initially unclear which chemicals had been used, in 2019 the OPCW FFM (Fact-Finding Mission) report concluded: "Regarding the alleged use of toxic chemicals as a weapon on 7 April 2018 in Douma, the Syrian Arab Republic, the evaluation and analysis of all the information gathered by the FFM—witnesses’ testimonies, environmental and biomedical samples analysis results, toxicological and ballistic analyses from experts, additional digital information from witnesses—provide reasonable grounds that the use of a toxic chemical as a weapon took place. This toxic chemical contained reactive chlorine. The toxic chemical was likely molecular chlorine."[1]:9.12 The OPCW said it found no evidence to support the government's claim that a local facility was being used by rebel fighters to produce chemical weapons.[13]
Google-Übersetzer:
Am 7. April 2018 wurde in der syrischen Stadt Douma ein Angriff auf die chemische Kriegsführung durchgeführt. [1] 9,12 Berichten zufolge starben zwischen 40 und 50 Menschen, [1] 9,5 [3] [6] 971 [7] [8] und möglicherweise mehr als hundert wurden verletzt. [8] [3] Der Angriff wurde der syrischen Armee von Rebellen in Douma sowie von der Regierung der Vereinigten Staaten , Großbritanniens und Frankreichs zugeschrieben . [9] [10] Die syrische und die russische Regierung behaupteten, ein weit verbreitetes Video, das angeblich die Folgen des Anschlags zeigt, sei inszeniert worden. [11] [12]Am 14. April 2018 führten die USA, Frankreich und das Vereinigte Königreich eine Reihe von Militärstreiks gegen mehrere Regierungsstandorte in Syrien durch.Am 6. Juli 2018 wurde ein Zwischenbericht der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OVCW) veröffentlicht. In den Proben wurden verschiedene organischeChlorchemikalien ( Dichloressigsäure , Trichloressigsäure , Chlorphenol , Dichlorphenol, Bornylchlorid, Chloralhydrat usw.) sowie Sprengstoffrückstände gefunden. Das angegebene Labor 03 gab jedoch an, dass keine von CWC geplanten Chemikalien oder Nervengifte im Zusammenhang stehen Chemikalien wurden nachgewiesen. Im September 2018 berichtete die Untersuchungskommission der Vereinten Nationen für Syrien: "Während des gesamten 7. April wurden in Douma zahlreiche Luftangriffe auf verschiedene Wohngebiete durchgeführt. Eine Fülle von Nachweisen, die die Kommission gesammelt hat, deutet darauf hin, dass gegen 19.30 Uhr ein Gas ausbricht Ein Zylinder mit einer vom Hubschrauber gelieferten Chlornutzlast traf ein mehrstöckiges Wohnhaus, das sich etwa 100 Meter südwestlich des Shohada-Platzes befindet. Die Kommission erhielt Informationen über den Tod von mindestens 49 Personen und die Verwundung von bis zu 650 weiteren Personen. " [3]Während zunächst unklar war, welche Chemikalien verwendet worden waren, kam der Bericht der OPCW FFM (Fact-Finding Mission) 2019 zu dem Ergebnis: "In Bezug auf den mutmaßlichen Einsatz toxischer Chemikalien als Waffe wurde am 7. April 2018 in Douma, der Arabischen Republik Syrien, die Bewertung vorgenommen Die Analyse aller vom FFM gesammelten Informationen - Zeugenaussagen, Ergebnisse der Analyse von Umwelt- und biomedizinischen Proben, toxikologische und ballistische Analysen von Experten sowie zusätzliche digitale Informationen von Zeugen - liefern hinreichende Gründe für die Verwendung einer giftigen Chemikalie als Waffe Diese giftige Chemikalie enthielt reaktives Chlor. Die giftige Chemikalie war wahrscheinlich molekulares Chlor. "[1] 9.12 Die OPCW sagte, sie habe keine Beweise gefunden, um die Behauptung der Regierung zu untermauern, dass eine lokale Einrichtung von Rebellenkämpfern zur Herstellung chemischer Waffen genutzt werde. [13]
[Douma chemical attack, engl. Wikipedia, abgerufen am 06.09.2019 – Google-Übersetzer]
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The OPCW Fact-Finding Mission in Syria is a mission of the Organisation for the Prohibition of Chemical Weapons (OPCW) to investigate possible use of toxic chemicals, reportedly chlorine, in Syria. The OPCW-Director General Ahmet Üzümcü announced the creation of the mission on 29 April 2014. This initial mission was headed by Malik Ellahi.[1] The Syrian Government agreed to the Mission.[2]The Mission took over the work of the OPCW-UN Joint Mission in Syria, which had been formed to oversee the elimination of the Syrian chemical weapons program, and which ended its activities on 30 September 2014.[3] On 4 September 2014, the head of the Joint Mission reported to the UN Security Council that 96% of Syria's declared stockpile, including the most dangerous chemicals, had been destroyed and preparation were underway to destroy the remaining 12 production facilities, a task to be completed by the OPCW Mission.[4] On 4 January 2015, the OPCW stated that destruction was completed,[5] though since then previously undeclared traces of compounds in a Syrian government military research site have been reported.
Google-Übersetzer
Die Informationsreise der OVCW nach Syrien ist eine Mission der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OVCW) zur Untersuchung des möglichen Einsatzes giftiger Chemikalien, Berichten zufolge Chlor, in Syrien . Der OPCW-Generaldirektor Ahmet Üzümcü gab am 29. April 2014 die Schaffung der Mission bekannt. Diese erste Mission wurde von Malik Ellahi geleitet . [1] Die syrische Regierung stimmte der Mission zu. [2]Die Mission übernahm die Arbeit der gemeinsamen Mission von OVCW und UN in Syrien , die gegründet wurde, um die Abschaffung des syrischen Programms für chemische Waffen zu überwachen, und deren Tätigkeit am 30. September 2014 endete. [3] Am 4. September 2014 endete die Mission Der Leiter der Gemeinsamen Mission berichtete dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, dass 96% der von Syrien gemeldeten Vorräte, einschließlich der gefährlichsten Chemikalien, vernichtet worden seien und die Vorbereitungen für die Zerstörung der verbleibenden 12 Produktionsstätten getroffen worden seien. [4] Am 4. Januar 2015 gab die OVCW bekannt, dass die Zerstörung abgeschlossen war. [5] Seitdem wurden jedoch Spuren von Wirkstoffen in einer Militärforschungsstätte der syrischen Regierung gemeldet, die bislang nicht deklariert worden waren. 
[OPCW Fact-Finding Mission in Syria, engl. Wikipedia, abgerufen am 06.09.2019]
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Ein angeblicher vertraulicher Bericht eines technischen OPCW-Teams hält es für wahrscheinlich, dass die Gaskanister platziert und nicht von Flugzeugen abgeworfen wurden
Am 7. April 2018 soll sich nach Berichten der Weißhelme, die, finanziert vornehmlich von Großbritannien und den USA, auffälligerweise nur in den von "Rebellen" und dschihadistischen Gruppen kontrollierten Regionen tätig sind, und der mit diesen verbundenen Syrian American Medical Society (SAMS) und des Violations Documentation Center ein Angriff mit chemischen Waffen in Douma (Duma) ereignet haben (Das lässt aufhorchen: Angeblicher Chemiewaffenangriff in Ost-Ghouta). Hubschrauber sollen sie abgeworfen haben. Markant blieben im Gedächtnis die Bilder von vielen Toten, von mit Wasser abgespritzten Kindern mit Sauerstoffmasken und einem Zylinder mit Giftgas hängen, der das Dach eines Hauses durchschlagen und auf ein Bett gefallen sein soll.

Damals hatten in den anderen Teilen von Ost-Ghuta die islamistischen Gruppen Faylaq al-Rahman und Ahrar al-Sham mit Damaskus und Moskau vor dem drohenden Angriff eine Evakuierung vereinbart. Die Gruppe Jaysh al-Islam, die Duma kontrollierte, wollte hingegen nicht abziehen. Am Tag vor dem auslaufenden Ultimatum geschah dann der Angriff mit dem Giftgas, dann verließen auch Jaysh al-Islam mit Kämpfern und Familien über den Korridor Duma Richtung Idlib oder Afrin.

Im Westen waren sich die meisten Regierungen und Medien schnell bei der Hand. Ohne mehr als die Aussagen und Bilder der Weißhelme zu kennen, war es klar, dass es sich um einen Angriff der syrischen Truppen gehandelt habe. Assad und Moskau wurden verantwortlich gemacht. US-Präsident Donald Trump ließ, sekundiert von Briten und Franzosen, am 14. April, obgleich die OPCW-Inspektoren bereits in Damaskus waren, einige Orte in Syrien bombardieren, die Teile des angeblich noch nicht beendeten Giftgasprogramms sein sollten. Damit konnte man dann auch noch unterstellen, dass Syrien die Chemiewaffenkonvention, der es 2013 beigetreten ist, verletzt haben soll, weil nicht alle Chemiewaffen zerstört worden seien.

mehr:
- OPCW: Wurde ein Bericht von Inspektoren über den Giftgasangriff in Duma unterdrückt? (Florian Rötzer, Telepolis, 15.05.2019)
dazu auch:
COUNTERING THE USE OF CHEMICAL WEAPONS IN SYRIA: OPTIONS FOR SUPPORTING INTERNATIONAL NORMS AND INSTITUTIONS (Una Becker-Jakob, EU Non-Proliferation an Disarmament Consortium, Juni 2019 – Google-Übersetzer)
- NOTE BY THE TECHNICAL SECRETARIAT – REPORT OF THE FACT-FINDING MISSION REGARDING THE INCIDENT OF ALLEGED USE OF TOXIC CHEMICALS AS A WEAPON IN DOUMA, SYRIAN ARAB REPUBLIC, ON 7 APRIL 2018 (OPCW, 01.03.2019 – PDF)
- OPCW Issues Fact-Finding Mission Report on Chemical Weapons Use Allegation in Douma, Syria, in 2018 (OPCW, 01.03.2019 – Google-Übersetzer)


Professor Tim Hayward von der Universität Edinburgh veröffentlichte gestern einen bislang geheim ­­gehaltenen Fachbericht der OPCW. Dieser besagt, dass eine Inszenierung durch Milizen die »einzige plausible Erklärung« für den angeblichen Giftgasangriff vom April 2018 im syrischen Douma ist.

Der Bericht scheint das von trans­at­lan­tischen Medien und Experten kolportierte Narrativ zu Douma, das einen syrischen Angriff behauptete, definitiv zu widerlegen. Bereits zuvor kamen aufgrund von Zeugen­aussagen erhebliche Zweifel daran auf.

Die USA, Frankreich und Großbritannien nahmen den angeblich syrischen Giftgaseinsatz im April 2018 zum Anlass für eine Serie von Luftangriffen gegen Syrien. Ein ZDF-Korrespondent, der Zweifel an der Darstellung bekundete, wurde damals als »Verschwörungstheoretiker« bezeichnet.

Der Grund für die offizielle Geheim­haltung des nun geleakten Berichts wurde nicht mitgeteilt. Die OPCW wurde zuvor von einem ehemaligen NATO-Funktionär geführt, die zuständige UNO-Abteilung für Politische Ange­legen­heiten von einem US-Diplomaten, der zuvor im Irak diente.

Erst vergangene Woche urteilte die von der Schweizer Regierung eingesetzte oberste Medien­aufsicht UBI, die Bericht­erstattung des Schweizer Fernsehens RTS zu Douma sei »keine Propaganda« gewesen. Diese Einschätzung dürfte nunmehr ebenfalls hinfällig sein.

Tatsächlich existiert entgegen der Darstellung trans­atlantischer Medien bis heute keine Evidenz, dass die syrische Armee während des Syrien­kriegs chemische Waffen einsetzte. Die entsprechenden Vorwürfe beruhen letztlich auf Behauptungen regierungs­feindlicher Milizen.

Zum Beitrag von Professor Tim Hayward →
Update 16. Mai: Die OPCW bestätigte inzwischen die Echtheit des Dokuments und kündigte eine »interne Untersuchung zur unautorisierten Veröffentlichung des Dokuments« an.

Update 26. Mai: MIT-Experte und Pentagon-Berater Theodore Postol bestätigte den Bericht.
[Swiss Propaganda Research, OPCW-Bericht: Douma war inszeniert, 14.05.2019]


siehe auch:
OPCW-Bericht: Douma war inszeniert (Swiss Propaganda Research, 14.05.2019)
Syria - OPCW Engineering Assessment: The Douma 'Chemical Weapon Attack' Was Staged (Moon of Alabama, 13.05.2019)
Zeitleiste der syrischen Chemiewaffenaktivität, 2012-2019 ( Daryl Kimball, Geschäftsführer, Kelsey Davenport, Direktor für Nichtverbreitungspolitik , armscontrol.org – Google-Übersetzer, Stand: März 2019 – Originalseite nicht aufrufbar)
BBC-Journalist enttarnt Weißhelme (Blauer Bote, 19.02.2019)
Giftgasangriff? Was ist in Duma am 7. April 2018 passiert? (Post, 15.02.2019)
Labor-Spiez-Chef zum Fall Skripal: «Wir wurden politisch instrumentalisiert» (Roman Schenkel, luzernerzeitung.ch, 31.01.2019)
Die Verbannung der Wahrheit (Post, 24.01.2019)
Hama – die Geschichte einer Lüge (Post, 16.12.2018)
Kriegerische Manipulation (Jens Bernert, Rubikon, 13.04.2018)
Die ARD setzt Giftgas ein (Volker Bräutigam, Friedhelm Klinkhammer, Rubikon, 12.04.2018)
Professor Günter Meyer zerpflückt die Giftgasinszenierung von Douma (Propagandaschau, 11.04.2018)
Giftgasmassaker war Inszenierung der USA (Günter Meyer, Rubikon, 26.06.2017)
Wer hat in Syrien Giftgas eingesetzt? (Daniele Ganser, Rubikon, 11.04.2017)
Rote Linie, Rattenlinie – Giftgas, Bürgerkrieg und Krieg - Obama, Erdoğan und Syriens Rebellen (Seymour Hersh, Lettre international Nr. 105, Sommer 2014)
Haben Geheimdienste "Beweise" zurechtgebogen?(Hans Springstein, Freitag Community, 07.09.2013)


aus der Geschichte:

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Am 24. Januar 1944 wurde ein Kommuniqué unter der Überschrift „Die Wahrheit über Katyn. Bericht der Spezialkommission zur Feststellung und Untersuchung der Umstände der Erschießung der Kriegsgefangenen polnischen Offiziere durch die deutsch-faschistischen Eindringlinge im Wald von Katyn“ veröffentlicht. Das umfangreiche Dokument behauptete „mit unwiderlegbarer Klarheit“, die „Deutsch-Faschisten“ hätten die Polen erschossen.[6]
[Außerordentliche Staatliche Kommission, 1. Abschnitt, letzter Absatz, Wikipedia, abgerufen am 15.05.2019 – Hervorhebung von mir]
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vergleiche mit dem Wikipedia-Artikel Massaker von Katyn 



Mein Kommentar:
Alles, was von offiziellen Stellen aus den USA kommt, ist, wie inzwischen mit großer Wahrscheinlichkeit vermutet werden darf (bei US-Geheimdiensten ist es fast sicher!), Propaganda!
dazu:
- Geheimdienste und Leitmedien: unbekannte Fakten plus eindeutige Schlussfolgerungen ergeben unvoreingenommenes, faktenfreies Geschwurbel (Post, 15.03.2019 – siehe die Zitate in der zweiten Hälfte)
Was ist das für eine Welt, in der für Informationen auf Rock-Musiker und Satire-Sendungen angewiesen sind?

Roger Waters denounces "fake" White Helmets, Don't bomb Syria {2:06}

HANDS OFF SYRIA
Am 14.04.2018 veröffentlicht 
At a concert in Spain, former Pink Floyd musician Roger Waters denounces the "fake" White Helmets, who do propaganda for jihadist terrorists. Don't bomb Syria. Thank you جوري الورد, April 2018
x
Giftgas Syrien ARD Mittagsmagazin 10 04 2018 {9:07 – Start bei 6:35}

Uwe Heinrich
Am 10.04.2018 veröffentlicht 
Psychologische Kriegsführung über die Medien. Endlich Zweifel auch mal von deutschen Medien.

Schwedische Ärzte: Lebensrettende Maßnahmen der White Helmets sind gestellt und gefährlich {2:32}

RT Deutsch
Am 08.03.2017 veröffentlicht 
Erst vor wenigen Tagen wurde eine Dokumentation über die vermeintliche Hilfsorganisation White Helmets in Hollywood mit einem Oscar ausgezeichnet. Doch die Kritik an der Organisation reißt nicht ab. Das neueste Beispiel: Schwedische Mediziner die für die Organisation Schwedische Ärzte für Menschenrechte arbeiten, haben sich ein Video mit „lebensrettenden Maßnahmen“ der White Helmets an kleinen Kindern angeschaut. Ihr Fazit ist schockierend. Laut den Medizinern entsprechen die in dem Video zu sehenden Maßnahmen in keiner Weise dazu, Leben zu retten. Im Gegenteil, die Maßnahmen werden von den Medizinern sogar als kontraproduktiv und gefährlich eingestuft. Die Mediziner gehen auch davon aus, dass die Kinder in dem Video schon tot waren, als die Maßnahmen ausgeführt und gefilmt wurden.
Mehr auf unserer Webseite: https://deutsch.rt.com/
Zu Professor Marcello Ferrada de Noli und dem von ihm gegründeten SWEDHR (Schwedischen Ärzte für Menschenrechte) siehe:
- SWEDHR – Schwedische Ärzte für Menschenrechte – seriös? (Post, 13.05.2018)

The White Helmets video and How to NOT correctly perform intracardiac injection {1:13}

THE INDICTER Channel
Am 06.03.2017 veröffentlicht 
From: "White Helmets Video: Swedish Doctors Denounce Medical Malpractice and ‘Misuse’ of Children for Propaganda Purposes." http://theindicter.com/white-helmets-.... Excerpts from Dr Lena Oske’s statement to SWEDHR: “Intracutaneous injection with adrenalin may be used if any other resuscitation measure does not succeed. Especially under precarious circumstances – such as in field emergency settings– where safer ways for the administration of medication (i.e. endotracheal, intravenous, or intraosseus) might be difficult or unavailable. But not in the way shown in the video”.
Zu dem Video siehe auch:
Der Kindermord-Skandal (Post, 15.09.2018)

Schweden: Wie man einen ganzen Staat umdreht


Schwedens Mobilmachung von Militär und Gesellschaft

Fast zweieinhalb Jahre tüftelte eine parteiübergreifende "Verteidigungskommission" an einem Weißbuch, mit dem das Konzept der "Umfassenden Verteidigung" ("total defence") für den militärischen Bereich ausbuchstabiert werden sollte. Das gestern veröffentlichte Papier gilt als Grundlage für die Militärhaushalte der Jahre 2021 bis 2025, die massiv aufgestockt werden sollen. Zusammen mit seinem bereits vor einiger Zeit veröffentlichten "zivilen Pendant" seien beide als "zwei Teile eines einheitlichen Gesamtkonzepts zu verstehen".1

Die Folgen sind weitreichend: Hierüber wird nicht nur auf Basis äußerst schwammiger Annahmen einer Dämonisierung Russlands das Wort geredet und die Bevölkerung auf umfassende Maßnahmen sowie die daraus abgeleitete Rüstungsmaßnahmen einschwört. Noch schwerer wiegt, dass nahezu die gesamte schwedische Bevölkerung zur Teilnahme an der "Umfassenden Verteidigung" verpflichtet wird, deren ziviler Pfeiler wiederum systematisch auf die Zuarbeit zum militärischen Teil ausgerichtet wird. Nicht zuletzt dies dürfte der Grund sein, weshalb das Konzept hierzulande teils als vorbildlich bewertet wird, handelt es sich bei der "Umfassenden Verteidigung" doch im Wesentlichen um eine Blaupause für die großangelegte zivile und militärische Mobilmachung gegen Russland: "Letztlich erfordert die Umfassende Verteidigung Schwedens eine glaubwürdige Fähigkeit zur Kriegsführung, die sowohl militärischen wie auch zivilen Verteidigungskomponenten beinhaltet."

mehr:
- "Total Defence" (Jürgen Wagner, Telepolis, 15.05.2019)
siehe auch:
Mainstream goes Propaganda (Post, 08.05.2019)
"Der Westen und die NATO haben so viel Dreck am Stecken" Oberstleutnant a.D. Jürgen Rose (Post, 29.04.2019)
Sipri: Rüstungskonjunktur läuft auf Hochtouren (Post, 29.04.2019)
Foreign Policy: transatlantische Eliten mit Bedrohungsszenarien bei der Stange halten (Post, 21.03.2019)
USA: Die verrückten Neocons (Post, 02.03.2019)
- Tiefer Staat (Post, 06.01.2019)
Die US-imperiale Strategie, der »Zwang« Kriege führen zu müssen und die Manipulation der öffentlichen Meinung (Post, 16.12.2018)
- Ein neues U-Boot und mangelnde Medien-Selbstreflexion (Post, 10.07.2016)


2001 hatte der damalige Außenminister Colin Powell einen Brief an Bustani [Direktor der OPCW] gesandt, in dem er sich bei ihm für seine „sehr eindrucksvolle“ Arbeit bedankte. Im März 2002 jedoch kam Bolton — in seiner Eigenschaft als Staatssekretär für Rüstungskontrolle und Internationale Sicherheit — persönlich in den OPCW-Hauptsitz in Den Haag, um gegenüber dem Chef der Organisation eine Warnung auszusprechen. Und, laut Bustani, hat Bolton kein Blatt vor den Mund genommen. “Cheney will Sie”, sagte Bolton Bustani, sich auf den damaligen Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten [Dick Cheney] beziehend. “Wir können Ihr Führungsstil nicht akzeptieren.”
Laut Bustanis Erinnerungen fuhr Bolton fort: “Sie haben 24 Stunden, um die Organisation zu verlassen, und wenn Sie diese Entscheidung von Washington nicht erfüllen, haben wir Mittel, uns an Ihnen zu rächen.”
Es gab eine Pause.
“Wir wissen, wo Ihre Kinder leben. Sie haben zwei Söhne in New York.”

In 2001, then-Secretary of State Colin Powell had penned a letter to Bustani, thanking him for his “very impressive” work. By March 2002, however, Bolton — then serving as under secretary of state for Arms Control and International Security Affairs — arrived in person at the OPCW headquarters in the Hague to issue a warning to the organization’s chief. And, according to Bustani, Bolton didn’t mince words. “Cheney wants you out,” Bustani recalled Bolton saying, referring to the then-vice president of the United States. “We can’t accept your management style.”
Bolton continued, according to Bustani’s recollections: “You have 24 hours to leave the organization, and if you don’t comply with this decision by Washington, we have ways to retaliate against you.”
There was a pause.
“We know where your kids live. You have two sons in New York.”
 
[“WE KNOW WHERE YOUR KIDS LIVE”: HOW JOHN BOLTON ONCE THREATENED AN INTERNATIONAL OFFICIAL, Mehdi Hasan, The Intercept, 29.03.2018 – Übersetzung von mir]
mehr dazu: 
Die USA manipulieren internationale Institutionen nach ihrem gusto (Post, 15.05.2019)

Dirk Pohlmann über "Der duale Staat: Recht, Macht und Ausnahmezustand" {2:06:59 – Ausschnitt von 1:38:17 bis 1:47:00}

Gruppe42
Am 16.05.2018 veröffentlicht 
"Der Staat - das klingt in unseren Ohren nicht unbedingt freundlich, aber es klingt nach Recht und Ordnung. In der Schule und an der Universität erfahren wir von den ehernen Regeln der Demokratie. Gewaltenteilung, Rechtsstaat, Wahlen, parlamentarische Repräsentanz, alles scheint altehrwürdig und wohlgeregelt im Staats und Verfassungsrecht. Bis in die Details und bis in die letzten Winkel ist festgelegt, wer nach welchen Regeln für was zuständig und verantworlich ist. Dass daran nicht gerüttelt wird, dafür sorgt die Demokratie, sie bezeichnet sich selbst gerne als „wehrhaft“.
Da ist ein Begriff wie „Deep State“ oder „Dualer Staat“ störend. Er legt nahe, dass es neben dem bekannten, demokratisch legitimierten Staat noch einen anderen gibt, der nicht gewählt wird, der sich selbst ermächtig, der eingreift, wann es passt. Aber wann? Wer bildet ihn? Was tut er? Wann tötet er? Warum liest man darüber so wenig? Und warum beschäftigen sich „seriöse“ Medien damit eigentlich überhaupt nicht? Medien, Politiker und Universitätslehrer verweisen den Begriff des „parallelen Staates" gerne in den Bereich der „Verschwörungstheorien“.
Und doch ist er real. In allen Staatsformen, aber insbesondere in der Demokratie, gibt es im Unterschied zum normativen Ideal die realpolitische Existenz eines „Machtstaates“ oder „Maßnahmenstaates“, des "Deep State". Auch akademische Politologen und Rechtswissenschaftler haben sich damit beschäftigt, ausnahmslos Personen, die sich mit dem Widerspruch zwischen Realpolitik einerseits und der Idee des liberalen Rechtsstaates andererseits beschäftigt haben. Sie haben erkannt: Der „Deep State" hängt mit den Erfordernissen der Hegemonialmacht im „Grossraum“ zusammen.
Dementsprechend gibt es Länder, in denen der „Tiefe Staat“ Alltagswissen ist, z.B. die Türkei oder Italien. Dort ist die Realität des parallelen Staates so unübersehbar zutage getreten, dass auch Staatspräsidenten von ihm reden - müssen. Und es gibt Länder, in denen man in öffentlichen Ämtern nicht von ihm sprechen kann, ohne Reputation und Karriere zu riskieren.
Die staatstragenden Kräfte vieler Länder blenden diese Realität deshalb weiter aus. Oder sie versuchen es zumindest. Aber auch in diesen Ländern ist der „Deep State“ aktiv geworden. Nicht nur in Vasallenstaaten, sondern auch im Zentralreich des Hegemons selbst.
Anhand praktischer Beispiele legt der Journalist Dirk Pohlmann praktisch und theoretisch dar, was es mit dem "Deep State“ auf sich hat. Sein Vortrag ist eine Mischung aus staatsrechtlicher Analyse und Bericht, wann und wo der Deep State sichtbar geworden ist. Ein spannendes Thema, dessen Bedeutung kaum überschätzt werden kann. Es ist besser, darüber Bescheid zu wissen, als nur die Konsequenzen verständnislos erleben zu müssen.v https://gruppe42.com/

Die Bush-Administration hat das US-Militär in eine globale Propaganda-Maschine verwandelt. Tom Curley, Chef der amerikanischen Nachrichtenagentur AP, kann dazu nicht mehr länger schweigen. Am Wochenende referierte er an der Universität von Kansas vor Journalisten über den Druck des US-Verteidigungsministeriums auf seine Berichterstatter in Kriegsgebieten wie Irak oder Afghanistan. Sein Fazit: «Es wird langsam unerträglich.» Hohe Generäle hätten gedroht, dass man die AP und ihn ruinieren werde, wenn die Reporter weiterhin auf ihren journalistischen Prinzipien beharren würden. Seit 2003 wurden bereits elf Journalisten der AP im Irak für mehr als 24 Stunden verhaftet. […]
Eine für den Informationskrieg zuständige Dienststelle namens «Joint Hometown News Service» befindet sich nach AP-Informationen auf einem früheren Luftwaffen-Stützpunkt in San Antonio, Texas. Dort würden Wort- oder Bildberichte produziert, die man unter falscher Quellenangabe den Medien zuspielt.
Für 2009 sei die Herausgabe von 5400 Pressemitteilungen, 3000 Fernsehspots und 1600 Rundfunkinterviews geplant – doppelt so viel wie noch vor zwei Jahren. Dieser Service ist nur ein kleiner Ausschnitt des ständig wachsenden Pentagon-Medienimperiums. Schon jetzt ist es grösser als die allermeisten Pressekonzerne der USA.
AP-Chef Tom Curley plädiert für neue klare Regeln im investigativen Journalismus. «Denn wir sind die einzige Kraft, welche die Regierung zu überprüfen vermag.»
[27'000 PR-Berater polieren Image der USA, Marc Brupbacher, Tagesanzeiger.ch/Newsnet, 12.02.2009 – Hervorhebungen von mir]


Mein Vorschlag:
Als nächstes drehen wir mal den ganzen Friedensforschungs-Institutionen den Hahn zu. Dann wird unser Bildzeitungs- und Dschungelcamp-Publikum nicht durch Zahlen über Rüstungsausgaben verunsichert. (s.o.: SIPRI)
siehe dazu:
- Medien: intellektuelle Korrumpierbarkeit in Konfliktzeiten (Post, 31.12.2002)
Und als nächstes gucken wir mal, ob dieser Pohlmann nicht irgendwas mit Kinderpornographie auf seiner Festplatte hat! – Wär’ doch gelacht!

Dienstag, 14. Mai 2019

US-Polizei dringt in venezolanische Botschaft in Washington vor

Beamte wollen Übergabe an Gegenbotschafter erzwingen. Oppositionsvertreter will US-Militärs treffen

Nachdem in Venezuela Parlamentspräsident Juan Guaidó mit einem erneuten Umsturzversuch gescheitert ist (Juan Guaidó scheitert mit Putschversuch in Venezuela) ist, gehen seine Anhänger vor allem in den USA zunehmend aggressiv gegen Vertreter der Regierung und deren Unterstützer vor. Dabei erhalten sie Rückendeckung von der US-Regierung, die international für eine Regime-Change in dem südamerikanischen Land wirbt.
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hatte Guaidó umgehend als Staatspräsident anerkannt, nachdem dieser sich Ende Januar selbst ernannt hatte. Angesichts ihres bisherigen Scheiterns plädieren Vertreter der venezolanischen Opposition um Guaidó nun immer offener für ein militärisches Eingreifen der USA (Guaidó verliert weiter Rückhalt und spielt wieder mit einer Intervention).
Die Eskalation zeigt sich dieser Tage vor der venezolanischen Botschaft in Washington. Das Gebäude wird von dem Vertreter Guaidós, Carlos Vecchio, beansprucht. Die US-Regierung hat den Oppositionellen als Botschafter des selbsternannten Übergangspräsidenten anerkannt. Das Problem: Präsident Maduro ist weiterhin im Amt und weigert sich, die Botschaft aufzugeben. Hilfe bekamen die von Maduro entsandten Diplomaten von US-Aktivisten, die die Räume der venezolanischen Botschaft in Washington besetzten, um eine Übernahme durch die Gegendiplomaten zu verhindern.
Nach Medienberichten verschaffte sich die Washingtoner Metropolitan Police am gestrigen Montag gewaltsam Zugang zu der venezolanischen Botschaft, indem sie mehrere Schlösser aufbrach. Dort überreichten die Beamten den Aktivisten, die sich seit Mitte April im Gebäude befinden, ein Räumungsdokument ohne Unterschrift. Die Polizisten zogen sich danach wieder zurück und die Aktivisten blieben in dem Gebäude. "Die Demonstranten innerhalb und außerhalb des Gebäudes kritisierten die Aktion als Verstoß gegen die Wiener Vereinbarung (über diplomatische Beziehungen)", schrieb der lateinamerikanische Nachrichtensender Telesur, der im Venezuela-Konflikt eine regierungsnahe Position einnimmt.
Der Räumungsbescheid an die Aktivisten endet mit einer Drohung: "Wer sich weigert, den Forderungen und Anordnungen zur Räumung des Grundstücks Folge zu leisten, verstößt gegen Bundesgesetze sowie das Gesetz des District of Columbia und könnte verhaftet und strafrechtlich verfolgt werden." Unklar bleibt jedoch, auf welcher Basis solche strafrechtlichen Schritte umgesetzt werden können. Denn trotz der umstrittenen Anerkennungspolitik der US-Regierung gehört das Gebäude weiterhin der venezolanischen Regierung.
mehr:
- US-Polizei dringt in venezolanische Botschaft in Washington vor (Harald Neuber, Telepolis, 14.05.2019)
siehe auch:
USA zwangen Österreich 2013 zu Durchsuchung von Morales-Flugzeug (Red Globe, 14.05.2019)

Richard Wolff: Sobald die USA das Öl haben, sind die Venezolaner egal {6:12}

RT Deutsch
Am 30.01.2019 veröffentlicht 
Die Bank of England hat venezolanische Mittel in Höhe von 1,2 Milliarden US-Dollar eingefroren. US-Finanzminister Steven Mnuchin möchte, dass die Notenbank das Guthaben an den selbsternannten Übergangspräsidenten Juan Guaido, übergibt.
Wirtschaftsprofessor Richard Wolff hält den bei einem solchen Vorgehen entstehenden Vertrauensverlust für enorm. Nur wenige Länder würden noch auf den Finanzstandort London vertrauen, sollten die Briten den US-Forderungen hier nachgeben. Die vermeintliche Sorge um das Wohl der venezolanischen Bevölkerung sei zudem vorgeschoben. Sobald das venezolanische Öl unter US-Kontrolle steht, seien die Bürger des Landes wieder vollkommen egal.
Mehr auf unserer Webseite: https://deutsch.rt.com/

USA zwangen Österreich 2013 zu Durchsuchung von Morales-Flugzeug (Der Standard, 13.01.2015), dazu:
- Edward Snowden, Erzwungene Landung des bolivianischen Präsidenten, Wikipedia)
- U.S. officials take over S.F. Russian consulate (Joaquin Palomino, SFGate, 02.07.2014)

Mein Kommentar:
Es ist jetzt 17 Uhr. Der älteste Kommentar zur Telepolis-Meldung stammt von heute, 11:35h (Melbar Kasom). Mal sehen, ob, wann und wie unsere Leitmedien darüber berichten. Die neueste Meldung von n-tv über Venezuela:
- Kalter Krieg um Venezuela: Wo Russland und die USA Feinde sind (n-tv, 14.05.2019, 15:40h – Uhrzeit nur in der n-tv-App zu sehen)

Sergej Dorenko: Sein Tod und sein Leben

Der russische Fernseh- und Radiojournalist Sergej Dorenko wagte viel Kritik an russischen Politikern und Zuständen, verkaufte sich aber nicht an die Putin-Gegner. Am 9. Mai 2019 starb der 59 Jahre alte Journalist nach einem Motorradunfall.

Am 9. Mai 2019 kam der bekannte russische Radio- und Fernsehjournalist Sergej Dorenko ums Leben, als er die Kontrolle über sein Motorrad verlor. Das Fahrzeug schlitterte in hohem Tempo auf die Gegenfahrbahn und stieß dann gegen eine Straßenbegrenzung. 
Nach ersten Untersuchungen war die Aorta des Journalisten geplatzt, weshalb er die Kontrolle über das Motorrad verlor. Der Journalist starb im Krankenhaus. Hinweise auf einen politischen Hintergrund des Todes gibt es nicht. Die Ehefrau des Toten erklärte, dass bei ihrem Mann 2016 eine Aorta-Schwäche festgestellt wurde, die Ärzte aber nicht zu einer Operation geraten hätten. 
Karrierebruch nach U-Boot-Reportage
Der mit seinem Motorrad auf tragische Weise Verunglückte prägte die russische Medienlandschaft vor allem in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre. Zum Karrierebruch kam es nach dem Untergang des russischen Atom-U-Bootes Kursk im August 2000, bei dem alle Besatzungsmitglieder starben. Dorenko fuhr nach dem Unglück mit seinem Kamerateam in den Norden Russlands, in die kleine Stadt Bidjajewo, wo das U-Boot Kursk seinen Heimathafen hatte. 
In seiner Reportage für den damals wichtigsten Fernsehkanal, ORT, beschrieb der Journalist schonungslos das ärmliche Leben der U-Boot-Fahrer und ihrer Familien. Eine Kernthese der Reportage war, dass das russische Verteidigungsministerium nicht rechtzeitig etwas zur Rettung der Besatzung unternommen hatte. Diese Kritik wurde damals auch massiv von deutschen Medien vorgetragen. 
Russlands gerade neugewählter Präsident, Wladimir Putin, der damals nach Bidjajewo gefahren war, um den Angehörigen der toten Marine-Soldaten Rede und Antwort zu stehen, nahm die russische Militärführung damals in Schutz.
Nach der Veröffentlichung der Reportage am 2. September 2000 musste Dorenko den Fernsehkanal ORT verlassen. Hauptaktionär des Kanals war damals der Oligarch Boris Beresowski, der Wladimir Putin zunächst unterstützte, sich dann aber mit ihm überwarf und nach London emigrierte.
mehr:
- Tragischer Tod eines Epoche-prägenden russischen Journalisten. (Ulrich Heyden, NachDenkSeiten, 14.05.2019)

Ein unverstellter Blick auf Trump?

Die Deutschen kommen aus dem Kopfschütteln über Donald Trump nicht mehr heraus. Bei den Amerikanern ist der US-Präsident dagegen so beliebt wie seit zwei Jahren nicht mehr. „Tagesspiegel“-Redakteur Christoph von Marschall plädiert für einen Blick ohne Scheuklappen auf den US-Präsidenten
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Im linksliberalen Tagesspiegel erschien heute auf Seite eins ein bemerkenswerter Beitrag von einem der angesehensten außenpolitischen Kommentatoren, Christoph von Marschall. Er betrachtet ein Phänomen, über das viele Deutsche ungläubig staunen. Die Zustimmung zu Donald Trump in den USA ist mit über 45 Prozent so hoch wie seit zwei Jahren nicht mehr – trotz des Handelsstreits mit China, trotz des Konflikt mit dem Iran, trotz seiner Nordkorea- und Nahost-Politik. Oder gerade deswegen?

Von Marschall, der jahrelang als US-Korrespondent tätig war, bemerkt, dass es eine typisch deutsche Attitüde ist, immer erst auf die Gefahren zu blicken. Zumindest die eine Hälfte der Amerikaner aber sieht auch die Chancen, die in Trumps Politik liegen. Mit den späteren Ergebnissen seiner risikofreudigen Politik werde der US-Präsident die Pessimisten schon widerlegen, denken seine Unterstützer – wie er es in der Wirtschaftspolitik durchaus geschafft hat. Die boomt, allen Warnungen vor Trumps Steuersenkungen zum Hohn.

mehr:
- DONALD TRUMP - Und wenn er doch alles richtig macht? (Cicero, 14.05.2019)
siehe auch:
USA - Die gekaufte Demokratie? – Trump die Alternative? (Post, 03.11.2016)
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USA vs. Venezuela: Die Liste

Ein offizielles Dokument des US-Außenministeriums zeigt die ganze zynische Brutalität der US-Politik gegenüber Venezuela.

Das US-Außenministerium veröffentlichte vor kurzem ein Dokument mit den „wichtigsten Ergebnissen“ der US-amerikanischen Außenpolitik in Venezuela. Es glich einer sadistischen Abschussliste. Ganz offen prahlte man damit, welch entscheidenden Anteil die USA am wirtschaftlichen Ruin des Landes und an der Destabilisierung seines Militärs haben. Auch für die Installation des Möchtegern-Präsidenten Guaidó werfen sie sich in die Brust. Kurz nach der Veröffentlichung erkannte das US-Außenministerium offenbar seine peinliche Blöße — und entfernte das Dokument von seinem Server. Anya Parampil von der unabhängigen Website The Grayzone hat es vorher gesichert und kommentiert es im Folgenden.

Am 24. April, also sechs Tage bevor der selbsternannte „Interimspräsident“ Juan Guaidó gemeinsam mit einer kleinen Gruppe militärischer Überläufer versuchte, die demokratisch gewählte Regierung Venezuelas gewaltsam zu stürzen, veröffentlichte das US-Außenministerium ein Infoblatt, auf dem es mit der zentralen Rolle Washingtons beim laufenden Putschversuch prahlte. Als das US-Außenministerium begriff, dass es sich dabei um ein belastendes Dokument handelte, reagierte es unverzüglich und entfernte das Infoblatt von der Website.

Der unabhängigen journalistischen Website The Grayzone liegt jedoch eine vollständige Kopie des gelöschten Berichts vor. Aus diesem wird eindeutig ersichtlich, dass alle Behauptungen, Guaidó sei von Washington unabhängig, unhaltbar sind. Denn ganz zu Beginn eines Abschnitts, in dem die „wichtigsten Ergebnisse“ der US-Politik in Hinblick auf Venezuela aufgeschlüsselt werden, betont das Außenministerium die Tatsache, dass Guaidó im Januar seine Interimspräsidentschaft verkündet habe.

mehr:
- Die Abschussliste (Anya Parampil, Rubikon, 14.05.2019)

Volker Pispers Analyse über 9.11 World Trade Center {58:52}

RetroBit
Am 08.02.2015 veröffentlicht 
Volker Pispers (* 18. Januar 1958 in Rheydt, heute zu Mönchengladbach gehörend) ist ein in Düsseldorf-Oberkassel lebender politischer Kabarettist. Einem breiteren Publikum wurde er vor allem während des Irakkriegs durch seine Kritik an der Politik der USA bekannt.

siehe auch:
Die Verbannung der Wahrheit (Post, 24.01.2019)
Völkerrechtsverletzungen und das Narrativ deutscher Medienberichterstattung (Post, 21.12.2014)
Heute vor 44 Jahren – 4. September 1970: Salvador Allende wird zum Präsidenten Chiles gewählt (Post, 04.09.2014)
- Heute vor 40 Jahren – 11. September 1973: Salvador Allende kommt um (Post, 11.09.2013)

Montag, 13. Mai 2019

Syrien-Nachrichten: Wem kann man noch glauben?

Das Problem der Verifikation
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Das Problem des Verifizierens stellt sich auch bei den Zahlen, die zu den Foltervorwürfen beigebracht werden. Hier sind Unterscheidungen wichtig. Sieben Jahre lang hat die New York Times nach eigenen Angaben in der Sache recherchiert. Die Aussagen der Opfer, die zitiert werden, sind bestürzend und sie sind glaubwürdig - wer kann ihnen weit entfernt von ihrem Leid absprechen, dass sie die Wahrheit erzählen? Es ist Sache von Gerichten, dem auf den Grund zu gehen.
Politisch erhalten ihre Berichte eine umfassendere Dimension, da sie als Teil eines groß angelegten mörderischen Systems dargestellt werden. Kürzlich erschienene Berichte über offizielle Schreiben der syrischen Regierung an Angehörige, die im Nachhinein bestätigen, das gesuchte Familienmitglieder in ihrer Haft umgekommen sind, weisen - nicht zum ersten Mal - darauf hin, dass einiges sehr faul ist im Staat Syrien. Aber Hundertausende, die über Massenverhaftungen in "Foltergefängnissen" verschwunden sind?
Die Zahl stammt vom Syrian Network of Human Rights. Bemerkenswert ist, dass sie zunächst bis auf die Einerstelle präzise angegeben wird - 127.916 -, es aber später im Zeitungsbericht heißt, dass eine genaue Zahl schwer zu ermitteln ist. Wie auch die Behauptung eines ausgearbeiteten Systems mit bestimmten für Folter und Mord an Systemgegnern vorgesehenen Haftanstalten später im Bericht etwas aufgeweicht wird. Dort ist dann die Rede davon, dass im Grunde alle Gefängnisse in Syrien für die Tortur und das Verschwinden von politisch unbequemen Gefangenen genutzt werden.
Die Relativierungen sind etwas irritierend, weil sie eine zuvor aufgestellte Behauptungshöhe unterlaufen. Die exakten Zahlen suggerieren ja, dass die Folterfälle sehr genau dokumentiert sind. Und der Hinweis auf besondere Gefängnisse, etwa dem Saydnaya-Gefängnis, unterstützt die Behauptung, dass die syrische Führung einen ganz eigenen, abgegrenzten Apparat geschaffen hat, um politische Gegner zum Verschwinden zu bringen.
Aber diesen Irritation an der Darstellung steht die Zahl von über 120.000 Opfern von "Massenverhaftungen" gegenüber, die in ihrer schieren Größe alles überstrahlt, sowie Berichte über Vorgänge im berüchtigten Saydnaya-Gefängnis, wie sie etwa prominent Amnesty International vor einiger Zeit vorgelegt hat. Deren Untersuchung wurde damals eine politische Agenda vorgehalten (Folter und Hinrichtungen: AI erhebt schwere Vorwürfe gegen syrische Regierung).
mehr:
- Syrien: Neue Foltervorwürfe gegen Assads Regierung (Thomas Pany, Telepolis, 13.05.2019 – Hervorhebung von mir)

Mein Kommentar:
Der Artikel von Thomas Pany bezieht sich auf eine verlinkte Meldung der New York Times:
Vorgeworfen wird im NYT-Artikel eine groß angelegte, raffiniert-böswillige Systematik seitens der syrischen Machthaber, um "jegliche Dissenz niederzumachen".
Dass der "industrielle Maßstab" Vergleiche mit Verbrechen der nationalsozialistischen Herrschaft in Deutschland aufkommen lässt, gehört zum Resonanzraum der Vorwürfe. Zwar kommt "Hitler" nur als Hund in einem geschilderten Folter"spiel" vor, aber der Bericht der US-Zeitung schildert Syrien unter den Assads - also auch schon unter dem Vater des amtierenden Präsidenten, Hafez al-Assad - als eine gnadenlose Gewaltherrschaft und Tyrannei, die Vergleiche mit dem nationalsozialistischen Terrorsystem unweigerlich heraufbeschwört, ohne sie exakt benennen zu müssen.
Mit der Exaktheit gibt es ein paar Probleme im Bericht. Anders gesagt: Es gibt eine Diskrepanz zwischen der Wucht der Behauptungen und dem, was die Nachweise gegenwärtig leisten. […] [Thomas Pany, Abschnitt »Systematisch gegen Dissenz in der Bevölkerung«]
Beide Behauptungen entsprechen sehr präzise einer politisch verengten Perspektive auf die Geschehnisse, die der syrischen Regierung die Hauptverantwortung für die kriegerischen Auseinandersetzungen zuschreiben. Dazu gibt es aber Einwände, die der Zeitungsbericht gar nicht erwähnt.
Dass die politischen Gegner Assads 2011 keine andere Chance hatten, als sich zu bewaffnen, dem wurde seinerzeit schon von Sympathisanten der Opposition widersprochen. Auch gibt es Berichte, die schon sehr frühzeitig auf bewaffnete Angriffe auf syrische Sicherheitskräfte, Polizei und Armee, aufmerksam machten, wie auch darauf, dass sich hier Netzwerke und Verbindungen bemerkbar machten, die in Nachbarländer führten. Dass die Türkei ihre Grenzen für den Nachschub an Rekruten, Waffen und Geld sehr großzügig offenließ, gehört ebenfalls zum größeren Bild.
Die Rolle von Ländern, die sich in den syrischen Konflikt einmischten, von der Türkei bis zu den USA, wird in den Behauptungen zu Assads Kriegsführung gänzlich ausgelassen, obwohl aus Damaskus sehr bald gemeldet wurde, dass die eskalierenden Auseinandersetzungen in Syrien mit der Beteiligung von anderen Staaten zu tun haben. Mittlerweile ist die Unterstützung der islamistischen Milizen durch Länder in der Region offensichtlich geworden.
Auch zur Behauptung, Assad habe durch die Freilassung der bekannten Islamisten willentlich die Dschihad-Bewegung gestärkt, um seine Darstellung der Gegner als Terroristen zu untermauern, gibt es dem zuwiderlaufende Berichte der Geschehnisse, nämlich dass die Freilassung Ergebnis von Verhandlungen zwischen der Regierung und Opponenten war.  [Thomas Pany, Abschnitt »Zentrale Behauptungen«]
Ich weiß nicht, ob das in den USA normal ist, statt über eine Einzelperson (Baschar al-Assad) über die ganze Familie zu urteilen. Ich habe auch schon Interview-Videos mit kritischen Syrern gesehen, die zwischen Baschar und seinem Vater Hafez (oder auch Hafiz) einen großen Unterschied machen – zumal Baschars Frau Asma (ihr Vater war ein in London praktizierender Kardiologe) in London aufgewachsen ist. – Aber der gesamte, teilweise dämonisierende, Sprachduktus ist mir zuwider.
Und daß sich die NYT auf das »Syrische Netzwerk für Menschenrechte« bezieht, stimmt mich – abgesehen von den Zweifeln Pany’s an den Zahlen des SNHR
Die Zahl stammt vom Syrian Network of Human Rights. Bemerkenswert ist, dass sie zunächst bis auf die Einerstelle präzise angegeben wird - 127.916 -, es aber später im Zeitungsbericht heißt, dass eine genaue Zahl schwer zu ermitteln ist. Wie auch die Behauptung eines ausgearbeiteten Systems mit bestimmten für Folter und Mord an Systemgegnern vorgesehenen Haftanstalten später im Bericht etwas aufgeweicht wird. Dort ist dann die Rede davon, dass im Grunde alle Gefängnisse in Syrien für die Tortur und das Verschwinden von politisch unbequemen Gefangenen genutzt werden.
sehr, sehr kritisch.
Im Archiv der jungen Freiheit habe ich einen Artikel aus dem Jahr 2017 gefunden, in welchem (erster Absatz des folgenden Zitats) die wesentlichen Quellen in Syrien erwähnt werden, auf die sich Meldungen in den westlichen Medien beziehen: alle, das Aleppo Media Center Syria, die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR) wie auch das Syrische Netzwerk für Menschenrechte (SNHR), machen Assad für die Giftgasattacke in Chan Scheichun verantwortlich. Das sollte zu denken geben, weil das Aleppo Media Center Syria Assad-feindlich eingestellt ist und es inzwischen offensichtlich geworden ist, daß das SOHR Propagandameldungen verbreitet. [Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Kritik, Wikipedia, abgerufen am 19.05.2019]
Auch Informationen über die Geschehnisse in der nordwestlichen Provinz Idlib sind schwierig zu bekommen. Im Mittelpunkt stehen die anti-Assad Mediendienste Aleppo Media Center Syria, das von Großbritannien und der EU unterstützte Observatory for Human Rights (SOHR) sowie das 2011 von Fadel Abdul Ghani in London gegründete Syrian Network for Human Rights (SNHR). Einhellig machen sie Assad für die Giftgasattacke in Chan Scheichun verantwortlich.  
Sie stützen sich dabei auf Informationen des oppositionellen Idlib Health Directorate (IHD). Akribisch berichtet es auf Facebook über russische Luftangriffe auf das Krankenhaus in Maarat an-Numan am 3. April. Einen Tag später zeigt es um 9.30 Uhr die Einlieferung von mit „giftigen Gasen“ in Kontakt gekommenen Verletzten und spricht von einem Luftangriff. Kurz darauf aktualisiert IHD das Titelbild seiner Facebookseite: darauf ein Foto eines toten Kindes mit Schaum vor dem Mund sowie dem Titel „Chemical Genocide in Idlib countryside“.
Gleichzeitig kritisierte IHD in einer gemeinsamen Erklärung mit der Syria Civil Defence (Organisation Weißhelme), einer vom britischen Ex-Offizier James Le Mesurier im März 2013 gegründeten privaten Zivilschutzorganisation, die Luftangriffe und forderte die internationale Gemeinschaft auf, ihrer Verantwortung nachzukommen. Das Idlib Health Directorate präsentierte ein Video, in dem IHD-Experten einen Bombentrichter auf einer Straße in Chan Scheichun untersuchen. IHD-Direktor Monzer Khalil kritisierte dazu in der New York Times erneut das Wegschauen der internationalen Gemeinschaft: „Es gibt uns das Gefühl, besiegt worden zu sein.“
[Traditionelle Uneinigkeit, junge Freiheit, 21.04.2017 ]

Langer Recherche kurzer Sinn:
Keine der oben genannten Organisationen ist glaubwürdig.
Und westliche Medien, die sich ständig auf diese Organisationen berufen, sind ebenfalls nicht glaubwürdig. Das ist alles USA-Propaganda!

Anmerkung:
In diesem Post habe ich alle syrischen Organisationen hervorgehoben – es ist ja schon anstrengend genug…

Sonntag, 12. Mai 2019

Qualitätsmedium Tagesschau: Die Verwendung von Sprache

Der Krieg gegen Syrien setzt sich noch immer fort. In die Propaganda-Bataillone, die einen Krieg begleiten und stützen müssen, ist die ARD-Tagesschau unverändert und geradezu perfekt funktionierend eingebettet. Für Terroristen in der syrischen Provinz Idlib wird die Luft enger und – wie nicht anders zu erwarten war – werden die schon so oft gespielten Platten bewährter kriegstreibender Propaganda ein weiteres Mal aufgelegt.

Offener Brief an den Journalisten des SWR, Jürgen Stryjak:
Guten Tag, Herr Stryjak,
betrachten Sie bitte das Folgende als offenen Brief. Versuchen Sie meine sehr deutliche Kritik nicht als Angriff zu werten und mich auch nicht “auf der anderen Seite” als “Anhänger Assads” zu verorten. Wem ich anhänge, ist der Frieden. Dafür möchte ich sehr gern sensibilisieren. Denn es geht darum, die Fronten aufzulösen und dafür ist Propaganda denkbar ungeeignet.
Ein weiteres Beispiel der ARD-Tagesschau zu ihrer kriegstreibenden Syrien-Hetze geht auf Ihr ganz persönliches Konto. Das werde ich Ihnen im Weiteren begründen. Die Überschrift Ihres Berichts vom 3. Mai 2019 lautet: 
“Russische und syrische Armee – Schwere Luftangriffe auf Rebellenhochburg” (1)
Schon in der Überschrift findet sich die erste Fälschung, denn das ist KEINE Rebellenhochburg und wer da attackiert wird, das sind auch keine Rebellen. Bitte, Herr Stryjak von der Tagesschau-Propaganda-Abteilung: Recherchieren Sie doch mal nach dem Begriff Rebellen. Die Wirklichkeit wiedergeben würde eine solche Überschrift:
“Russische und syrische Armee – Schwere Luftangriffe auf Stellungen islamistischer Milizen”
oder so eine:
“Russische und syrische Armee – Schwere Luftangriffe auf bewaffnete Extremisten”
oder so eine:
“Russische und syrische Armee – Schwere Luftangriffe auf terroristische Gruppen”
Weil Sie aber, Herr Stryjak, mitsamt Ihrer Tagesschau-Propaganda-Abteilung ihre Stellung im Krieg gegen Syrien nicht wagen aufzugeben, kommen Ihnen solche Überschriften gar nicht in den Sinn.
So kommt Ihnen auch nicht in den Sinn, was den Unterschied zwischen “Rebellen” und “terroristischen Gruppen” ausmacht. Weil auch Sie brav Ihr Feindbild des Diktators in Damaskus weiterpflegen, sind Sie in der Lage, die Begrifflichkeiten einfach umzukehren. Und so werden bei Ihnen aus Terroristen Rebellen. Das ist Propaganda, Falschberichterstattung, Fake News – wie Sie wollen.
Weil Sie mit Ihrem Feindbilddenken diese Umdeutung auch innerlich geschmeidig vollzogen haben, können Sie als nächstes eloquent das Tatsächliche in Frage stellen:
“Staatsmedien sprechen vom Kampf gegen «terroristische Gruppen»” (2)
Der Spin – gleich in der Einleitung verankert – ist klar: Da wir ja den – Ihrer inneren Logik nach – von Assad gelenkten, Staatsmedien nichts glauben dürfen, sollten wir deren Berichte über “terroristische Gruppen” auch nicht so ernst nehmen, nicht wahr, Herr Stryjak? Mir stellt sich die Frage, wer sich hier mehr als Staatsmedium geriert. Offensichtlich ist für mich, dass die ARD-Tagesschau da absolut konkurrenzfähig ist.
Waren Sie sich im voraus der Empörung bewusst, die eventuell den Kommentarbereich geflutet hätte? Ist deshalb die Kommentarfunktion – wie bei mehreren anderen Syrien-Berichten – gesperrt? 
Warum nun lässt sich Ihr Bericht als Propaganda klassifizieren? Unter anderem deshalb:
  • Er reißt Tatsachen aus dem Zusammenhang (Dekontextuierung).
  • Er vereinfacht unzulässig und schränkt den erforderlichen Wahrnehmungshorizont ein (Framing).
  • Das Prinzip von Ursache und Wirkung wird verletzt, in dem es umgekehrt wird, oder die Ursachen gar nicht erst genannt werden.
  • Er konnotiert, moralisiert und polarisiert, um den Rezipienten auf die gewünschte Seite zu ziehen (Emotionalisierung).
  • Er benutzt fragwürdige Quellen, Gerüchte, Deutungen und Stellungnahmen (!), um seine Botschaft anzureichern.
All das lässt sich ohne weiteres und zuhauf in Ihrem Beitrag erkennen.
Mir stellt sich die Frage, wieviel Zeit sie in diesen in drei Minuten gelesenen Artikel investieren konnten/durften/wollten: eine halbe oder eher nur eine viertel Stunde? Kann auch das der Grund sein, warum er journalistischen Standards in keiner Weise gerecht wird? Dürfen Sie, Herr Stryjak, im Falle Syriens keinen seriösen Journalismus pflegen oder können Sie es nicht? Das hier ist jedenfalls Propaganda und Sie sind offenbar auserlesen, sie an das Publikum weiterzureichen.
“Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte sollen Hubschrauber der syrischen Luftwaffe allein heute rund 100 der international geächteten Fassbomben abgeworfen haben.” (3)
Wenn Sie sich etwas Zeit nehmen und diesen von Ihnen verfassten oder übernommenen Satz wirken lassen. Kommt Ihnen dann unter Umständen eine Ahnung, das dort im Prinzip Schwachsinn steht? Schwachsinn natürlich nicht im Sinne gelungener Propaganda, sondern in dem des gesunden, reflektierenden Menschenverstandes. 
mehr:
- Hetze gegen Syrien nimmt kein Ende (Peter Frey, Peds Ansichten, 12.05.2019)
siehe auch:
Mainstream goes Propaganda (Post, 08.05.2019)
Tendenziöse Berichterstattung über die Ukraine-Krise 2014? – Putin vs. Obama (Post, 09.03.2019)
Alle reden von Framing – ich jetzt auch! (Post, 19.02.2019)
Konflikt über behaupteten Giftgasanschlag in Aleppo weitet sich aus (Post, 09.12.2018)
Chemiewaffen und Fassbomben als Propagandawaffen im Syrienkrieg (Post, 24.11.2018)
Framing: Jedes Wort setzt einen Rahmen (Essay von Houssam Hamade und Viola Nordsieck, ZON, 11.09.2018)
Propagandakrieg oder Massenhysterie? – Der Giftgasangriff in Chan Schaichun, April 2017 (Post, 13.05.2018)