Montag, 17. August 2020

Wikipedia-Artikel »Kubakrise«: Wann verschwand der Satz mit den nur erstschlagfähigen Raketen?

Vorbemerkung:
Wenn ich die Geschichte von dieser Textänderung erzähle, muß ich immer wieder neu recherchieren.
Um mir die Arbeit zu ersparen, hier also der Post zur Textänderung im Abschnitt »Unmittelbaren Vorgeschichte der Kubakrise« – zusammen mit einem aus verschiedenen Quellen zusammengestellten geschichtlichen Hintergrund:



Die Vorgeschichte zur Vorgeschichte:


Nach Ende des 2. Weltkriegs gab es mit den Vereinigten Staaten von Amerika und der Sowjetunion nur noch zwei globale Weltmächte. Da diese beiden Nationen völlig gegensätzliche Ideologien und Wirtschaftssysteme vertraten, kam es zu einem Konflikt, der als "Kalter Krieg" bezeichnet wurde. Ein typisches Merkmal des Kalten Krieges war das gegenseitige Wettrüsten, das in den 50-er Jahren einsetzte und zur Entwicklung von immer neuen Waffentechniken führte. Dazu gehörten zunächst vor allem Langstreckenbomber. 1957 gelang es der Sowjetunion jedoch, Interkontinentalraketen zu entwickeln, was bei den USA und ihren Verbündeten für Entsetzen sorgte. Aufgrund langer Vorwarnzeiten war ein Überraschungsangriff mit diesem Raketentypus allerdings nicht möglich. Das bedeutete, dass die Waffen näher an ihre Ziele herangeführt werden mussten, weshalb die Sowjetunion ab 1958 atomare Mittelstreckenraketen in der DDR stationierte. Die USA reagierten daraufhin mit der Stationierung von Atomraketen in Großbritannien, Italien und der Türkei. Ein nuklearer Erstschlag zur Vernichtung des jeweiligen Gegners wurde dabei nicht ausgeschlossen.
[
Kubakrise, geschichte-lexikon.de, undatiert – Hervorhebung von mir]

 


1958 eröffneten die USA mit der Stationierung von nuklearen Mittelstreckenraketen in Europa ein gefährliches Spiel, das in der Kubakrise gipfelte. In England stationierte man 60 Raketensysteme vom Typ THOR, in Italien 30 Raketensysteme und in der Türkei 15 Raketensysteme vom Typ Jupiter. Großbritannien verfolgte 1958 eine Counter-City-Strategy, die 131 Städte der Länder des Warschauer Vertrages ins nukleare Visier nahm (Siehe Luftmarschall Tuttle ans britische Verteidigungsministerium 1. April 1958). In Reichweite der THOR-Raketen lagen 46 Großstädte, darunter Moskau.

Einen Schritt zur Kompensierung des möglichen nuklearen Enthauptungsschlages stellte die Stationierung von 4 R-5M-Raketen (SS-3) in der DDR dar. Am Ende des Jahres 1958 verlegte die 72. Ingenieurbrigade - Kommandeur Oberst Cholopow - zwei Raketenabteilungen nach Vogelsang und Fürstenberg. Im Sommer 1959 zog die Sowjetunion diese Raketen wieder ab - vermutlich wegen der Indienststellung der Rakete R-12 (SS-4) - mit der vom sowjetischen Territorium die meisten Punkte in Europa bekämpft werden konnten. Erst nach Zerfall der Sowjetunion wurde dieser Teil der Geschichte des Kalten Krieges bekannt.

Im Brief vom 27. Oktober 1962 schreibt Chruschtschow an Kennedy: "Ihre Raketen stehen in Großbritannien, in Italien und sind gegen uns gerichtet. Ihre Raketen stehen in der Türkei. Sie sind beunruhigt über Kuba. Sie sagen, das beunruhigt Sie, weil es nur 150 Kilometer vor der Küste der Vereinigten Staaten von Amerika liegt. Aber die Türkei grenzt an unser Land; unsere Wachposten patrouillieren hin und her und können einander sehen. Meinen Sie denn, Sie hätten das Recht, Sicherheit für Ihr Land zu verlangen und den Abzug der Waffen zu fordern, die Sie offensiv nennen, uns aber dasselbe Recht nicht zuzugestehen? Sie haben vernichtende Raketenwaffen, die Sie offensiv nennen, in der Türkei stationiert, buchstäblich in nächster Nähe unseres Landes. Wie läßt sich denn die Anerkennung unserer gleichwertigen militärischen Stärke mit so ungleichen Beziehungen zwischen unseren großen Staaten vereinbaren? Das ist unvereinbar." Zwei Jahre nach der Kubakrise und ein Jahr nach dem Tod des US-Präsidenten wurden die Raketen abgezogen.

[Stationierung von Mittelstreckenraketen in Europa ab 1958, peterhall.de, undatiert]
 
Mein Kommentar: 
Es wäre ja mal interessant herauszufinden, was mit den 60 Thor-Systemen auf der britischen Insel wurde. In Wikipedia wurden (und werden) sie nicht erwähnt…
Weiteres siehe unten…
 

Als Nikita Chruschtschow auf dem Höhepunkt der Karibischen Krise in einer Botschaft an den US-Präsidenten vorschlug, den Abzug der Sowjetraketen aus Kuba mit der Demontage der Nato -Raketenbasen in der Türkei zu honorieren, antwortete John F. Kennedy mit einem brüsken Nein.
Als Amerikas Uno-Chefdelegierter Adlai Stevenson sich im geheimen "Komitee der Neun" (SPIEGEL 51/1962), das Kennedy während des Kuba-Konflikts beriet, für diesen Raketen-Handel einsetzte und empfahl, auch die Raketenbasen in Italien und Großbritannien mit einzubeziehen, wurde ihm öffentlich vorgeworfen, er sei ein Weichling und propagiere ein "neues München".
Zu diesem angeblichen München entschloß sich die US-Regierung indes Mitte Januar aus eigenem Ermessen: Präsident Kennedy vereinbarte mit seinem italienischen Gast, dem Ministerpräsidenten Fanfani, die Demontage der 30 amerikanischen Jupiter-Mittelstrekkenraketen in den Dolomiten und auf Sardinien.
Zugleich ließ Washington die türkische Regierung wissen, daß auch die 15 Jupiter-Geschosse in der Türkei, die dem russischen Regierungschef von jeher ein besonderes Ärgernis waren, zurückgezogen werden sollen.
Die Raketenbasen in Großbritannien werden bereits abgebaut: Von den 60 auf vier ostenglische Stützpunkte verteilten Thor-Mittelstreckenraketen wurden inzwischen 15 wieder in die USA zurückgebracht, um dort für friedliche Weltraumzwecke umgebaut zu werden.
"Die Kennedy-Regierung ist freilich bemüht", kommentierte die Londoner "Times" diese amerikanische Raketen-Abrüstung in Europa, "zu versichern, daß kein Zusammenhang (mit Kuba) bestehe und daß wichtige strategische und technische Gründe diesen Schritt rechtfertigen."
Die technischen Gründe sind seit langem bekannt: Die mit flüssigem Treibstoff angetriebenen Thor- und Jupiter -Raketen mit Reichweiten von 2400 Kilometern sind veraltet. In ihren offenen, den Sowjets genau bekannten Feuerstellungen sind sie leicht verwundbar und würden einen ersten Schlag des Gegners nicht überstehen. Zudem sind ihre potentiellen Ziele längst durch wirksamere Waffen abgedeckt.
Die strategischen Gründe ergeben sich aus der neuen Verteidigungskonzeption Kennedys, der jüngst schon die für Großbritanniens Nuklearmacht bestimmte Skybolt-Rakete zum Opfer fiel. Es handelt sich dabei - so die "Times" - um "eine Politik, die das Hauptgewicht der nuklearen Abschreckungsmacht innerhalb der amerikanischen Grenzen konzentrieren will".
Strategische Atomwaffen sollen nicht länger auf dem Gebiet der Verbündeten stationiert werden, nur noch taktische Atomwaffen von hoher Beweglichkeit. Nach dem langsamen Abbau des strategischen Bomber-Kommandos soll sich die amerikanische Nuklearmacht künftig auf zwei wirksame Waffen konzentrieren:
- die "Minuteman"-Feststoffrakete, die bei einer Reichweite von vorläufig 10 200 Kilometern von amerikanischem Boden aus jeden strategisch wichtigen Punkt der Erde erreichen kann; bis 1966 sollen 1000 Minuteman-Raketen inunterirdischen Feuerstellungen bereitstehen.
- die Polaris-Rakete, die, von atomgetriebenen Unterseebooten aus abgeschossen, eine Reichweite von 2400 und später 4600 Kilometern hat; bis 1967 sollen 41 U-Boote mit je 16 Raketen zur Verfügung stehen.
Eine Polaris-Flotte von sechs bis neun Booten soll als Ersatz für die demontierten Jupiter-Stellungen im Mittelmeer stationiert werden, sofern der Nato-Rat den amerikanischen Plänen zustimmt. Noch in diesem Jahr werden die ersten Boote im US-Flottenstützpunkt Rota (Spanien) eintreffen.
Diese schwimmenden Raketenbasen werden bis zu ihrer Eingliederung in die geplante multilaterale Nato-Polaris-Flotte unter US-Befehl bleiben, und zwar aus militärischen Führungsgründen. Aber ihre eventuellen Ziele werden vom Nato-Oberkommando bestimmt werden, dem zur Zeit auch die Raketenbasen in Italien und der Türkei unterstellt sind.
Der Abbau der veralteten Mittelstreckenraketen hat freilich nicht nur technische und militärische Gründe. Die Kennedy-Regierung verbindet damit zugleich eine Frontbegradigung gegenüber der Sowjet-Union, ein erstes Auseinanderrücken der Atommächte, das, wie sie hofft, von Chruschtschow als Geste des guten Willens gewertet wird, obgleich das eher von psychologischem als von praktischem Wert ist.
"Möge diese Entscheidung", so schrieb dazu das US-Nachrichtenmagazin "Newsweek", "von Chruschtschow als Zeichen dafür gewertet werden, daß die Möglichkeit besteht, mit dem Westen zu einer Verständigung über lebenswichtige Fragen zu gelangen."
Der Sowjetpremier, dessen Spitzendiplomaten nach der Kuba-Krise mit Kennedys Beratern wochenlang intime Verhandlungen geführt hatten, zeigte sich in der Tat willens, die amerikanische Anregung aufzugreifen. In einem Brief an den US-Präsidenten fand sich Chruschtschow zu Konzessionen in einer Frage bereit, die für die beiden Weltmächte angesichts der Gefahr einer weiteren Ausbreitung der Atomwaffen immer dringlicher wird: der Einstellung der Atomtests.
[NATO / RAKETEN-STRATEGIE: Rückzug angeordnet, Spiegel, 30.01.1963, Hervorhebungen von mir]     

 


Dass es überhaupt zu dieser Krise kommen konnte, lag in der Logik des Widerspruchs zwischen atomarer Abschreckung und offensiver Atomkriegsführung.

Ginge es bei Atomwaffen ausschließlich um die Aufrechterhaltung einer atomaren Abschreckung, so würden wenige dieser Waffen verbunden mit einer gesicherten Zweitschlagskapazität ausreichen, um dem vermeintlichen Gegner glaubwürdig vernichtende Schläge anzudrohen. Doch mit der Logik des „Wer als erster schießt, stirbt als zweiter“, lässt sich kein atomarer Angriffskrieg planen. Dafür braucht die angreifende Seite zumindest die Hoffnung, einen solchen Krieg gewinnen zu können.

Mit der Aufstellung von atomaren Mittelstreckenraketen des Typs Thor in England sowie des Typs Jupiter in Südostitalien und in der Türkei ab Januar 1959 hofften die USA, ihre Raketen so nahe an Zielen in der UdSSR installiert zu haben, dass ein Überraschungsangriff möglich sein könnte. Ausdrücklich wurde von den USA in ihrer Militärdoktrin ein Ersteinsatz von Atomwaffen nicht ausgeschlossen. Im April 1962 waren diese Raketen einsatzbereit. Da sie nicht besonders geschützt, sondern leicht angreifbar waren, eigneten sie sich nur für einen Erstschlag. Unterstützung in einem solchen Atomkriegsszenario konnten die mit Polaris-Atomraketen bestückten U-Boote bieten, denen die UdSSR zu diesem Zeitpunkt nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen hatte.

Nach dem Bruch zwischen Kuba und den USA im Oktober 1960 eröffnete ein Bündnis mit Kuba der UdSSR auch neue militärstrategische Optionen. Ab Juli 1962 begann die UdSSR heimlich mit der Stationierung von Militär. Die sowjetische Marine und Handelsflotte brachte über 42.000 Soldaten und 230.000 Tonnen Ausrüstung nach Kuba, darunter auch 40 R-12- und 24 R-14-Mittelstreckenraketen mit dazugehörigen Atomsprengköpfen mit einer Sprengkraft von 0,65, bzw. 1,65 Megatonnen TNT. Zum Vergleich: Die von den USA über Nagasaki abgeworfene Atombombe hatte eine Sprengkraft von 0,024 Megatonnen.

Die UdSSR konnte ihre Truppen- und Raketenstationierung nach der mit verdeckter Unterstützung der CIA durch Exilkubaner ausgeführten Invasion in der Schweinebucht im April 1961 problemlos als Hilfe für die Verteidigung Kubas gegen eine drohende US-Invasion begründen und zugleich ein atomares Potenzial aufbauen, das die bisherigen Schwächen im strategischen Vergleich gegenüber den USA ausgleichen sollte.

Am 5. und 29. August 1962 konnte die CIA auf Fotos eines Aufklärungsflugzeugs des Typs U-2 Startvorrichtungen für sowjetische Luftabwehrraketen in der Provinz Pinar del Río nachweisen. Am 14. Oktober von U-2-Flugzeugen aufgenommene Fotos zeigten sowjetische Techniker und Soldaten beim Bau von Startrampen für sowjetische Mittelstreckenraketen des Typs SS-4 und SS-5 in der Nähe von San Cristóbal.

Die USA waren jetzt in einer vergleichbar ungünstigen Lage wie die UdSSR. Der Gegner im Kalten Krieg konnte in absehbarer Zeit ihr Territorium von Kuba aus mit atomaren Mittelstreckenraketen mit kurzen Vorwarnzeiten bedrohen, so wie sie die UdSSR bereits von europäischem und türkischem Territorium aus bedrohen konnten. Daraufhin berief Präsident John F. Kennedy am 16. Oktober einen Beraterstab ein, der zwei alternative Reaktionsmöglichkeiten erörterte: Hinnehmen der Stationierung oder Luftangriffe und Invasion.

[Otmar Steinbicker, Kuba-Krise – Nahe am Abgrund, Friedensforum 4/2015 – Hervorhebungen von mir]     



Im Mai 1962 präsentiert der sowjetische Präsident Nikita Chruschtschow im engeren Machtzirkel der sowjetischen Führung seine Idee, auf Kuba Raketen mit Nuklearsprengköpfen zu stationieren.

Die USA hatten sich nach Auffassung von Chruschtschow mit der Stationierung von Jupiter-Raketen in der Türkei und in Italien einen unverhältnismäßig großen Vorteil verschafft. Außerdem waren sie in der Entwicklung strategischer Waffen klar überlegen. Dies könne mit der Stationierung von Raketen auf Kuba verändert werden. Ein zweites Motiv ist für Chruschtschow der Schutz der kubanische Revolution: "Die USA werden nach dem Scheitern in der Schweinebucht weitermachen, nicht mit Söldnern, sondern nun direkt intervenieren – nur Nuklearwaffen können sie stoppen".

Nach mehreren Debatten entscheidet sich der Sicherheitsrat der UdSSR für eine Stationierung von Nuklearwaffen auf Kuba. Eine Abordnung der sowjetischen Luftwaffe und der Roten Armee reist auf die Karibikinsel, um Fidel Castro die Pläne zu übermitteln. Dieser berät sich mit der kubanischen Führungsrunde, den „Vereinigten Revolutionären Organisationen“, über den Vorschlag. Neben Sicherheitsbedenken gegen die gefährlichen Nuklearwaffen auf der Insel, die mit der Stationierung der Waffen automatisch zur sowjetischen Militärbasis wird, überwiegen für die Kubaner jedoch die positiven Auswirkungen des sowjetischen Plans. Sie bedeuten eine Stärkung des sozialistischen Lagers und eine gewaltige Erhöhung der Verteidigungskraft Kubas, die eine Abschreckung jeglicher Invasion von außen bedeutet. Kuba stimmt dem Plan der UdSSR zu.

[Raimund Krämer, Ost-West: Ein Wettlauf atomarer Aufrüstung, planet-schule.de, undatiert]     


Zu den beiden Versionen: 

 

==========
  1. Von 1959 an stationierten die USA in Italien eine Staffel mit 25 und in der Türkei zwei Staffeln mit je 25 nuklear bestückten Mittelstreckenraketen vom Typ Jupiter, die auf die UdSSR gerichtet waren.
  2. Am 26. und 27. Oktober 1960 starteten die USA von der Laughlin Air Force Base in Texas erstmals auch U-2-Aufklärungsflüge über Kuba. Am 5. September 1961 wurden erstmals Aufnahmen von Flugabwehrraketen vom Typ S-75 und von Kampfflugzeugen vom Typ MiG-21 Fishbed gemacht.
  3. Im April 1962 wurden die amerikanischen Thor- und Jupiter-Atomraketen in der Türkei einsatzbereit gemacht. Weil sie wegen ihrer ungeschützten Aufstellung leicht angreifbar waren, konnten sie nur zu einem atomaren Erstschlag genutzt werden.
  4. Zudem fuhren auf den Meeren US-U-Boote mit Polaris-Atomraketen. Diese Submarine Launched Ballistic Missiles konnten auch unter Wasser abgefeuert werden und waren entsprechend schwer zu treffen. Die Sowjetunion hatte zu dem Zeitpunkt nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen.
    [Kubakrise, Unmittelbare Vorgeschichte, Wikipedia, freigegeben am 15.05.2015Hervorhebung von mir]
==========
  1. Von 1959 an stationierten die USA in Italien eine Staffel mit 25 und in der Türkei zwei Staffeln mit je 25 nuklear bestückten Mittelstreckenraketen vom Typ Jupiter, die auf die UdSSR gerichtet waren.
  2. Am 26. und 27. Oktober 1960 starteten die USA von der Laughlin Air Force Base in Texas erstmals auch U-2-Aufklärungsflüge über Kuba. Am 5. September 1961 wurden erstmals Aufnahmen von Flugabwehrraketen vom Typ S-75 und von Kampfflugzeugen vom Typ MiG-21 Fishbed gemacht.
  3. Im April 1962 wurden die amerikanischen Thor- und Jupiter-Atomraketen in der Türkei einsatzbereit gemacht.
  4. Zudem fuhren auf den Meeren US-U-Boote mit Polaris-Atomraketen. Diese Submarine Launched Ballistic Missiles konnten auch unter Wasser abgefeuert werden und waren entsprechend schwer zu treffen. Die Sowjetunion hatte zu dem Zeitpunkt nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen.
    [
    Kubakrise, Unmittelbare Vorgeschichte, Wikipedia, freigegeben am 20.05.2015]
==========

mein Kommentar:
Ein kurzer Satz in Wikipedia, eine große Veränderung im Kopf des Lesers.
Stellen wir uns zwei Leser vor, von denen der erste den Satz
»Weil sie wegen ihrer ungeschützten Aufstellung leicht angreifbar waren, konnten sie nur zu einem atomaren Erstschlag genutzt werden.« 
liest (also vor dem 20. Mai 2015 sich den Artikel »Kubakrise« bei Wikipedia zu Gemüte führt).
Der zweite Leser schaut nach dem 20. Mai 2015 in den Artikel rein und liest diesen Satz nicht.
Preisfrage:
Welcher der beiden Leser hat für den Versuch der sowjetischen Regierung, Atomraketen auf Kuba zu stationieren, (zumindest ein wenig) mehr Verständnis?

Und dann stellen wir uns die beiden in einem Streitgespräch über die Kubakrise – und den damit verbundenen sowjetischen Stationierungsversuch – vor.

Wenn man jetzt einen psychologischen Test machen würde und 100 Menschen den Wikipedia-Artikel mit und weiteren 100 Menschen den Wikipedia-Artikel ohne den Satz über die Verwendbarkeit der Thor-Raketen zu lesen geben würde:
Wie würden die 100 Wikipedia-Leser »mit dem Satz«, und wie würden die anderen 100 Leser »ohne den Satz« den Grad der Agressivität der Sowjets einschätzen?

Um es noch ein wenig komplizierter zu machen:
Ich selbst habe 1974 Abitur gemacht (und hatte noch das Bild der bösen sowjetischen Morlocks im Kopf, die der Lichtgestalt Kennedy das Leben schwer und der gesamten US-Nation Angst machen wollten). Erst im Jahr 2005 – also 30 Jahre später – erfuhr ich durch Zufall (ich las die damalige Wikipedia-Version des Artikels über die Kubakrise) von der Stationierung der US-Raketen in Italien und in der Türkei zwei bis drei Jahre zuvor.
Gestern erst erfuhr ich, daß neben den von Wikipedia erwähnten Jupiter- und Thor-Raketen noch weitere 60 Thor-Raketen in den Jahren 1958 bis 1963 in Großbritannien stationiert worden waren. (siehe dazu das obige Spiegel-Zitat, 5. Absatz)
Man kann mich jetzt gern als Verschwörungstheoretiker abtun, aber es gibt da eine zeitliche Koinzidenz zur Änderung des Wikipedia-Artikels, die mich nach meiner Beschäftigung mit den Wikipedia-Manipulationen nicht erstaunt:
Anfang Februar 2015 bargen niederländische Soldaten Leichenteile, persönliche Gegenstände und Wrackteile, die Bewohner der Absturzregion gefunden hatten. Experten hoffen, unter den menschlichen Überresten Teile der drei letzten nicht gefundenen Todesopfer identifizieren zu können. Die unbewaffneten Soldaten verzichteten angesichts von Winter und Kampfhandlungen in der nahe gelegenen Kleinstadt Debalzewe auf eine eigene Suche.[118] Anfang Mai trafen die letzten sieben Särge in den Niederlanden ein.[119]
[Malaysia-Airlines-Flug 17, Weitere Funde ab Februar 2015, Wikipedia, abgerufen am 18.08.2020 – Hervorhebung von mir]
weitere Quellen zur Stationierung von Thor-Raketen in Großbritannien:
- Vandenberg AFB Space Launch Emplacement 8 (physik.cosmos-indirekt.de, undatiert)
- Erste Anläufe zur Teilung der nuklearen Verfügungsgewalt (in: Burkhard Schmitt, Frankreich und die Nukleardebatte der Atlantischen Allianz 1956–1966, R. Oldenbourg Verlag München 1998, S. 39, 2. Abs. – Google-Books)
Thor (raumfahrer.net, 3. Abs., undatiert)



Unterschied zwischen der Wikipedia-Version vom 11.05.2015 (links) und
der Wikipedia-Version vom 20.05.2015 (rechts, Bearbeitung durch Hvd69)
(die gelbe Markierung in der linken Hälfte des Screenshots bzw.
die himmelblaue Randmarkierung rechts entspricht dem jeweils dritten Absatz
der beiden obigen Wikipedia-Zitate)


Samstag, 15. August 2020

Corona: Die Pandemie, die nur noch in den Köpfen existiert

Mit vermehrten Tests wird eine Virus-Hysterie, die sich in Deutschland kaum mehr auf Todesfälle berufen kann, künstlich am Leben gehalten.
x
Die zwei Welten driften auseinander. Auf der einen Seite ist da unser beobachtbares Lebensumfeld. Den meisten dürften keine Erkrankungs- oder gar Todesfälle im Bekanntenkreis bekannt sein, schon gar nicht aus den letzten Monaten. Auf der anderen Seite ist da die erweiterte Realität der Medien. Dort lauert noch immer tödliche Gefahr, setzt rücksichtsloses Partyvolk unser aller Gesundheit aufs Spiel, zittert die Menschheit vor einer zweiten Corona-Welle. Wenn wir aufmerksam sind, bemerken wir, dass selbst in den Mainstreammedien die Todeszahlen aus Deutschland kaum mehr vorkommen. Der Grund: die wären zu wenig beängstigend. Stattdessen fokussiert man sich auf einen durch exzessives Testen verursachten, ohnehin nicht sehr starken Anstieg der Infiziertenzahlen. Niemand fragt, ob die in den Medien breitgetretenen Skandale wie Tönnies oder das „leichtsinnige“ Verhalten der Demonstranten am 1. August 2020 bei Menschen überhaupt ernsthafte gesundheitliche Schäden verursacht haben. Hinter dem Hype stecken handfeste Interessen, die es aufzudecken gilt.

x
Ist irgendjemand in den letzten Tagen mal im Freibad oder am Badestrand gewesen und hat die Menschenmassen im Wasser und beim Sonnenbad gesehen? Niemand trägt in den randvollen Becken eine Maske und das schon seit Wochen. Wo bleiben die Infizierten der maskenlosen Groß-Demo zu „Black-Lives-Matter“? Oder die der friedlichen Großdemo am 1. August 2020 in Berlin?

Wann wurde die Müllentsorgung eingestellt, obwohl die Menschen dort doch den „Virenwolken“ aus dem Abfall, aus Taschentüchern und gebrauchten Masken, intensiv ausgesetzt wären?

Und wo sind die Tönnies-Toten? Wo sind die Herzinfarkte in Heinsberg?

Wo sind die Nieren- und Nervenschäden in Ischgl, wo 85 Prozent gar nicht gemerkt haben, dass sie COVID-19 hatten?

Eine Pandemie, die Menschen in diesem Jahr vermehrt erkranken lässt, findet schlicht nicht statt. Wer hier von Präventionsparadoxon spricht, missbraucht den Begriff und hat von Infektionsepidemiologie keine Ahnung.

Was es gibt, sind Testorgien, die eine Scheindynamik erzeugen. Bei der niedrigen Prävalenz (Häufigkeit) von SARS-CoV-2-Infektionen sagt ein positiver Test erst recht nichts aus. Die Zahl der jetzt „gefundenen Fälle“ entspricht der Zahl der Gesunden, bei denen falsch positive Tests zu erwarten wären. Je mehr getestet wird, umso mehr falsch „positive“ Gesunde werden gefunden. Das hat mit Krankheit nichts zu tun, sondern nur mit der zur Angstmache missbrauchten und teuren Testerei.

Die Pandemie-Panik-Story von einem tödlichen Virus aus Wuhan ist längst von der Wirklichkeit überholt worden. Die vom PCR-Test jetzt gefundenen Virus-Sequenzen waren längst vor Wuhan weltweit verbreitet. Über 80 Prozent der Bevölkerung sind schon immer immun gegen die jedes Jahr in verschiedenen Variationen wiederkehrenden Coronaviren. Eine Massenimpfung gegen Coronaviren ist deshalb unnötig. Darüber hinaus bergen die neu ausprobierten Technologien große Risiken. Auch die Beobachtungszeiten sind viel zu kurz. Wer solchen Impfstoff als Arzt angesichts dieser Lage verwendet, handelt unverantwortlich. All das ist längst wissenschaftliches Allgemeingut.

Weiterhin fehlt in der Berichterstattung jeder Hinweis darauf, dass die in Deutschland mit positivem SARS-CoV-2-Test Verstorbenen im Median 82 Jahre alt waren. 85 Prozent der Verstorbenen waren 70 Jahre und älter. Die Altersstruktur der Verstorbenen ist in Schweden nicht anders als in Deutschland. Tendenziell waren die Verstorbenen dort sogar noch älter.

Die katastrophalen Gesundheitsverhältnisse in den Armenvierteln der USA, Brasiliens, Perus oder Indiens werden für Angstmache und politisches Kalkül missbraucht.

Auch in Norditalien, Madrid oder Belgien haben wir längst genügend Informationen aus erster Hand. Diese zeigen, dass nicht ein neues Virus, sondern der Umgang mit der Panik zu krisenhaften Versorgungsstörungen, Fehlbehandlungen und zu entsprechenden Opfern unter Geschwächten oder Fehlversorgten führte. Gerade in unübersichtlichen oder korrupten Gesundheitssystemen wird mit ungeeigneten PCR-Tests hausiert und Schindluder getrieben. Die profitable Testerei wird missbraucht zu destabilisieren, die Menschen den Profiteuren der Angst in die Hände zu treiben und ihnen riskante Impfungen anzudrehen.

Unbemerkt können weltweit dabei auch jene profitieren, die hinter dem „Öl der Zukunft“, unseren genetischen Daten her sind. Jeder Rachenabstrich erntet Zellen, die genetisch sequenziert werden können und den privaten Laboren wertvolle Informationen versprechen. Wer schützt uns vor Missbrauch?

Die Bundesregierung, die kurz vor der Krise gerade dem „Eine-Million-Genome-Programm“ der Wirtschaft und der EU beigetreten ist?

Auch immer mehr Bürger wissen das schon. Wann nehmen Medien und Politik das zur Kenntnis?

mehr:
- Die fiktive Pandemie (Wolfgang Wodarg, Rubikon, 15.08.2020)
siehe auch:
x

Freitag, 14. August 2020

Orientierung gefällig? Ein Überblick für angehende Verschwörungstheoretiker


Unter einer Psychose zu leiden, bedeutet für einen Betroffenen, dass seine Realitätswahrnehmung zeitweise nicht deckungsgleich mit der Wahrnehmung anderer Menschen verläuft. Dabei ist der Betroffene allerdings absolut von der Wahrheit seiner empfundenen „Realität“ überzeugt und lässt sich von dieser auch nicht abbringen.
[
Wenn die Grenzen zwischen Realität und eigener Wahrnehmung verschwimmen, limes-schlosskliniken.de, undatiert]



Mein »Anfänger«-Post zur Kritik an den Mainstream-Medien (künftig abgekürzt: MSM)
Anmerkung:
In diesem Post sind fünf Videos eingebettet, und zwar so, daß sie an der wichtigen Stelle anfangen…
wichtige Grundsatzartikel:

Heartland-Theorie und US-amerikanische Geostrategie:
Was wird Deutschland tun? (Post, 08.02.2020)

US-Geheimdienstoperationen:

Bill Gates, Pharma-Industrie:
zur Einführung eine Art Jubiläums-Stammtisch:
9/11 – Das Thema, das nicht verschwindet (paulschreyer.wordpress.com, 11.09.2017)

Medien und Journalismus:
- Corona: Unseren sauberen Journalismus gib uns heute (Post, 13.08.2020) 

Wikipedia:
Meine wichtigsten Wikipedia-Artikel (Post, 13.08.2020) 


zuletzt aktualisiert am 29.10.2020

Corona-Ausschuß – Sitzung 10: Gefährlichkeit des Virus, Behandlung der Krankheit, Impfen als Ausweg?

Livestream am 14. August 11:00 Uhr - Sitzung 10: Gefährlichkeit des Virus, Behandlung der Krankheit, Impfen als Ausweg? {4:32:38 – Start bei 14:16}

Stiftung Corona-Ausschuss 
Live übertragen am 14.08.2020 
Erfahren Sie mehr über den Ausschuss:
https://corona-ausschuss.de
x
Bisherige Folgen:
Corona-Ausschuß – Termin 09: Die Rolle der Medien (Post, 13.08.2020)
Corona-Ausschuß, Termin 08: USA - der Blick von innen / Aktuelle Lage in Schweden, Frankreich und Italien u.a (Post, 07.08.2020)
Corona-Ausschuß – Termin 07: Schützen die Masken oder schaden sie? (Post, 06.08.2020)
Corona-Ausschuß – Termin 06: Die Lage der Kinder (Post, 31.07.2020)
Corona-Ausschuß – Termin 05: Die Lage der kleinen Unternehmer und Selbständigen (Post, 30.07.2020)
Stiftung Corona-Ausschuß – Termin 04: Der Drosten-Test, die Immunität und die zweite Welle (Post, 24.07.2020)
Corona-Ausschuss – Termin 03: "Bergamo - was war da los?" (Post, 23.07.2020)
Corona-Ausschuss – Termin 02: Die Lage der Menschen in den Pflegeheimen (Post, 15.07.2020)
Corona-Ausschuss – Termin 01: Lernen vom Untersuchungsausschuss Schweinegrippe - mit Dr. W. Wodarg (Post, 14.07.2020)
x
siehe auch:
Der Technokratische Staat: von der Alternativ- zur Würdelosigkeit (Post, 07.06.2020)
x

Donnerstag, 13. August 2020

Corona: Unseren sauberen Journalismus gib uns heute

CORONA-ZAHLEN STEIGEN RASANT: Aus diesen Regionen stammen die Coronavirus-Infektionen wirklich {2:05}

WELT Nachrichtensender
Am 13.08.2020 veröffentlicht 
Das RKI vermeldet besorgniserregende Corona-Infektionszahlen in Deutschland. Die Behörden fürchten den Auftakt einer zweiten Corona-Welle zu erkennen. Doch hinter den nackten Daten versteckt sich ein gefährlicher Trend. WELT Redakteurin Daniela Will hat sich das Zahlenwerk genauer angeschaut.
[Hervorhebungen im Video-Text von mir]
x
mein Kommentar:
also: besorgniserregende Infektionszahlen (die Anzahl der Tests wird – damit ist der Nachrichten-Konsument anscheinend überfordert – nicht mitgeteilt)
- Die Behörden fürchten den Auftakt einer zweiten Corona-Welle (kennen wir den Begriff Zweite Welle nicht schon? Wenn es interessiert, der kann bei Wikipedia nachsehen: Spanische Grippe)

zur Einordnung: Seit der 22. KW (also der letzten Maiwoche) pendelt der Prozentwert der positiv Getesteten (in RKI-Sprech »Infektionen«) um 1% der Getesteten herum.


Quelle: Täglicher Lagebericht des RKI zur Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19)
RKI, 05.08.2020 – PDF-Datei, Tabelle 5, S. 12


Wenn man eine Falsch-Positiven-Rate von 1% annimmt (der letzte mir zur Verfügung stehende verlässliche Prüfbericht stammt vom 03.06.2020 und ergab eine Falsch-Positiven-Rate von 1,8%), bedeutet dies für die 31.KW (574.000 Tests) eine zu erwartende Anzahl von 5.700 falsch positiven Tests. Und es wurden 5.551 Personen positiv getestet. Damit haben die an das RKI gemeldeten Zahlen keinerlei Aussagewert! Ich unterstelle der Tatsache, daß seit der 27. KW wöchentlich über 1/2 Million Tests durchgeführt werden, eine Absicht: Nämlich den Wunsch, die Zahlen hochhalten zu können!
siehe dazu:
- Corona: Zahlen im postfaktischen Zeitalter – katastrophisierende Politiker, gleichgeschaltete Medien (Post, 02.08.2020)
x
Wenn nun die WELT-Nachrichten ständig steigende Infektionszahlen melden, ist dies der Tatsache geschuldet, daß immer mehr getestet wird. Und das heißt auf deutsch: Wir werden für dumm verkauft! (Allerdings, muß ich zugeben: zum Für-Dumm-Verkauft-Werden gehören zwei!!)
Natürlich wird in den MSM (man kann sich ja mal überlegen, weshalb!) nirgendwo etwas über die Falsch-Positiven-Rate berichtet, es gilt ja (da kommt der Verschwörungtheoretiker in mir zum Vorschein) die Bevölkerung in Angst zu halten. Wer Angst hat, fürchtet um sein Leben und leistet keinen Widerstand!
In jedem Fall beeinflusst die Zahl der Corona-Tests aber die täglich gemeldeten Corona-Fallzahlen des RKI. Wenn deutlich mehr getestet wird, lassen sie sich nicht mehr direkt vergleichen, da mehr Tests automatisch dazu führen, dass absolut gesehen mehr Neuinfektionen entdeckt werden.

So ist die Zahl der Neuinfektionen in der Woche ab dem 16. März (Kalenderwoche 12) von zuvor im Schnitt 889 Infektionen pro Tag auf knapp 3140 gestiegen und hat sich somit fast vervierfacht. Rechnet man mit den Zahlen der Labors, ist sie um gut das Dreifache gestiegen. Die Anzahl der Tests hat sich gleichzeitig beinahe verdreifacht.

Ein Teil der nachgewiesenen Neuinfektionen ist demnach auf die wachsende Testzahl zurückzuführen. Aber auch unabhängig davon wuchs die Zahl der Neuinfektionen. Deutlich wird das beim Blick auf die Woche vom 23. bis 29. März (KW 13): Dort blieb die Zahl der Tests quasi konstant, die Zahl der nachgewiesenen Corona-Fälle stieg laut RKI dennoch um etwa 50 Prozent.

Betrachtet man die von den Labors gemeldeten Neuinfektionen, kommt man auf einen Anstieg von ungefähr einem Drittel. Die Labors können für Kalenderwoche 13 allerdings noch rückwirkend Daten erfassen.

[Julia Merlot, Zahl der negativen Corona-Befunde – Die Test-Frage, SPON, 04.04.2020]


In der virologischen Surveillance der AGI wurden in der 24. KW 2020 in 8 von 36 eingesandten Proben (22 %) Rhinoviren nachgewiesen. Seit der 15. KW 2020 wurde keine Influenza-Aktivität mehr beobachtet, seit der 16. KW 2020 gab es keine Nachweise von SARS-CoV-2 mehr.
[
Täglicher Lagebericht des RKI zur Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) 18.06.2020 – AKTUALISIERTER STAND FÜR DEUTSCHLAND, RKI, 18.06.2020, Abschnitt »Ergebnisse aus weiteren Surveillance-Systemen des RKI zu akuten respiratorischen Erkrankungen«,  S. 11, 2. Absatz. unten – Hervorhebung von mir]


Die Frage, ob es einen Zusammenhang zwischen den zahlreichen neuen Corona-Fällen und der Anzahl an Tests gibt, ist legitim. Sie erreicht auch BR24 in Kommentaren auf unserer Homepage, in Social Media und in Mails an die Redaktion.

Die Ausweitung der Tests soll den Gesundheitsbehörden ein möglichst genaues Bild der Pandemie ermöglichen. Zugleich ziehen manche Personen falsche Schlüsse daraus. Sie werten die Verbindung aus gestiegenen Testzahlen und zunehmenden Infektionen als Beleg für die angebliche Ungefährlichkeit des neuartigen Coronavirus.

RKI: Steigende Fallzahlen nicht mit Testaufkommen zu erklären

Spahns Aussagen am Donnerstag legten nahe, dass er einen Zusammenhang zwischen der Ausweitung der Test und den Corona-Zahlen sieht. "Ein Teil der gestiegenen Zahlen hat auch damit zu tun, dass wir mehr positive Fälle, mehr Infizierte entdecken - und das ist auch gut, damit wir Infektionsketten durchbrechen", sagte der Bundesgesundheitsminister am Donnerstag.

Spahn ist in seiner Wortwahl also vorsichtig, spricht von "teilweise", sagt "ein Teil" der entdeckten Neuinfektionen habe damit zu tun, dass man mehr teste. Das Robert Koch-Institut (RKI) differenziert diese Aussage auf BR24-Anfrage.

"Eine Ausweitung der Testindikationen oder eine Erhöhung der Testzahl kann zu einem Anstieg der Fallzahlen führen, da zuvor unentdeckte Fälle detektiert werden. Das heißt aber nicht, dass umgekehrt die steigenden Fallzahlen nur mit dem vermehrten Testaufkommen zu erklären sind." Robert Koch-Institut auf BR24-Anfrage […]
Falschbehauptungen: Von Trump bis zu deutschen Verschwörungsideologen
Zu sagen: "Je mehr man testet, desto mehr Fälle findet man" ist also extrem verkürzt. Das Infektionsgeschehen entwickelt sich losgelöst von den Tests. Zugleich helfen mehr Tests dabei, die Fälle zu entdecken, die zuvor vielleicht unentdeckt geblieben wären. Diese Erkenntnis weisen einige Personen zurück. In Deutschland sind es vor allem Corona-Relativierer, in den USA ist es auch Präsident Donald Trump.
[#Faktenfuchs: Mehr Corona-Tests, mehr Infizierte?, br.de, 07.08.2020]
mein Kommentar:
Dieses Geschwurbel ist mir zu blöd auseinanderzunehmen:
Daß sich das Infektionsgeschehen losgelöst von den Tests entwickelt, dürfte jeder Grundschüler begreifen. Und natürlich helfen Tests dabei, Fälle zu entdecken, die sonst nicht erkannt worden wären. (Scheinlogik: Wozu sollte ich was entdecken wollen, was sonst nicht erkannt worden wäre? Das ist nur logisch, wenn das zu Erkennende sehr wertvoll oder gefährlich ist. Ein Zirkelschluß nach dem anderen. Und dann kommt der Knaller: Wenn die Corona-Relativierer [eindeutig daneben: es handelt sich nicht um Corona-Relativierer sondern um Maßnahmen-Relativierer!]. Ich relativiere ja auch keine Fledermäuse oder Kühe oder Kanarienvögel). Aber wer will schon mit diesen Corona-Relativierer in einen Topf geworfen werden – und wer mit dem pussy-grabschenden Narzissten? An dieser Stelle hört man am besten mit dem Denken auf, sonst ist man genauso wie die!

Spahns Aussage
»Ein Teil der gestiegenen Zahlen hat auch damit zu tun, dass wir mehr positive Fälle, mehr Infizierte entdecken – und das ist auch gut, damit wir Infektionsketten durchbrechen«
Der Satz enthält – außer Worten – NICHTS, ü-ber-haupt-NICHTS.
Er ist nicht zu beweisen, er ist nicht zu widerlegen.
Er hätte auch sagen können, daß die gestiegenen Zahlen auch damit zu tun haben, daß morgens die Sonne im Osten aufgeht – oder daß fünf Freitage dieses Jahr schon auf den dreizehnten fielen.
Dieser Satz enthält überhaupt keine Information!
Er tut so, als ob er eine Erklärung wäre, ist es aber nicht!
In zwei Monaten wird er erklären, man habe die Testkapazitäten auf 2 Millionen pro Woche erhöht, um sicherzustellen, daß JEDER, aber auch wirklich JEDER Infizierte in Deutschland gefunden wird, um jede Möglichkeit eines neuen Super-Spreading-Events auszuschließen.

Und dann werden sie im Herbst dazu übergehen, auch Tiere zu testen.
Dann wird es große Diskussionen geben, ob sich Menschen auch durch den Verzehr von Fleisch infizierter Tiere anstecken können. Dann werden FastFood-Ketten zumachen, dann gibt es neue Forschungsgelder für die Ernährungswissenschaftler, dann wird es Reihentestungen an Fleisch geben – und flugs haben wir einen neuen Attraktor, auf den wir draufstieren können wie Mogli auf die Schlange…
Das ist dermaßen bescheuert (und genial), daß mir fast die Spucke wegbleibt. Wie bei Politikern gekonntes Rumgeschwurbel, das hauptsächlich der Vernebelung dient.
Spahns Satz erinnert mich an das geniale Konstrukt von Liana Fix in einem Interview mit einer deutsch-türkischen Zeitung:
»Die EU war tatsächlich überrascht von der Krise, da in Brüssel nicht damit gerechnet wurde, dass Russland mit militärischen Maßnahmen auf ein ursprünglich rein technisches Freihandelsabkommen reagieren würde.«
[Liana Fix interviewt von Oktay Yaman über die Ukrainekrise, 
Das Assoziierungsabkommen mit der EU war Auslöser des Konfliktes, Deutsch-türkisches Journal, 04.07.2014 – 
Hervorhebungen von mir]

»Ein Teil der gestiegenen Zahlen hat auch damit zu tun, dass wir mehr positive Fälle, mehr Infizierte entdecken – und das ist auch gut, damit wir Infektionsketten durchbrechen.«
Wenn ich 1 Million Menschen teste, kriege ich bei einer Falsch-Positiven-Rate von 1% zwangsläufig 10.000 falsch positiv Getestete! 
Was nutzt mir denn das? Egal ob ich Trump oder Spahn oder Lieschen Müller heiße, ob ich Kinderpornos auf meinem Computer habe oder Tiere quäle oder an Chemtrails oder Außerirdische oder die flache Erde glaube: 
10.000 falsch Positive sind 10.000 falsch Positive, egal, wer was daherschwurbelt! 
Punkt!
Ist das ein Kreuz!
Noch ein Tip: Bei Google mal suchen nach »Spiegel« plus »Corona« plus »falsch positiv« oder das Wort »Spiegel« durch einen beliebigen anderen MSM-Namen ersetzen…
siehe auch:
Corona-Tests und die nie endende Endemie… (Post, 19.06.2020)
- Warum die Pandemie nicht endet (Klaus Pfaffelmoser, multipolar, 24.05.2020)


Corona-Ausschuß – Termin 09: Die Rolle der Medien

Termin 09: Die Rolle der Medien - Stiftung Corona-Ausschuss {Live-Übertragung}

OVALmedia
Am 13.08.2020 veröffentlicht 
Text und Links: YouTube
x
Bisherige Folgen:
Corona-Ausschuß, Termin 08: USA - der Blick von innen / Aktuelle Lage in Schweden, Frankreich und Italien u.a (Post, 07.08.2020)
Corona-Ausschuß – Termin 07: Schützen die Masken oder schaden sie? (Post, 06.08.2020)
Corona-Ausschuß – Termin 06: Die Lage der Kinder (Post, 31.07.2020)
Corona-Ausschuß – Termin 05: Die Lage der kleinen Unternehmer und Selbständigen (Post, 30.07.2020)
Stiftung Corona-Ausschuß – Termin 04: Der Drosten-Test, die Immunität und die zweite Welle (Post, 24.07.2020)
Corona-Ausschuss – Termin 03: "Bergamo - was war da los?" (Post, 23.07.2020)
Corona-Ausschuss – Termin 02: Die Lage der Menschen in den Pflegeheimen (Post, 15.07.2020)
Corona-Ausschuss – Termin 01: Lernen vom Untersuchungsausschuss Schweinegrippe - mit Dr. W. Wodarg (Post, 14.07.2020)
x
siehe auch:
Der Technokratische Staat: von der Alternativ- zur Würdelosigkeit (Post, 07.06.2020)
x

Wenn die Bayern Daten händisch eingeben… 😂

CORONA-TESTDEBAKEL IN BAYERN: Söders Ruf als Covid-19-Krisenmanager ist beschädigt {2:30}

WELT Nachrichtensender
Am 13.08.2020 veröffentlicht 
Nach Bekanntwerden der Panne bei den Befund-Übermittlungen an den bayerischen Corona-Teststationen für Reiserückkehrer - Krisensitzung
Am Mittwoch hatte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) erklärt, dass 44 000 Reiserückkehrer nach Tests an Autobahnraststätten und Hauptbahnhöfen auf das Ergebnis warten. Darunter seien auch 900 nachweislich positiv getestete. Diese sollten bis heute Mittag ihr Ergebnis bekommen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte daraufhin seine Reise für heute an die Nordsee abgesagt und für den Vormittag eine Krisensitzung anberaumt.
x
mein Kommentar:
Wo ist das Problem?
Irgendwo gibt es doch bestimmt eine Regelung, daß nicht rechtzeitig befundete Tests als »positiv« gewertet werden…

Wieviele Menschen sterben aktuell an Covid-19?

Wie viele Personen aktuell MIT dem Corona-Virus ster### (Walter Schönthaler {9:54}

RPP Institut
Am 13.08.2020 veröffentlicht 
Walter Schönthaler ist etwas verwirrt über die Zähleweise der Coronato###... Wie viele Personen sterben aktuell wirklich an, mit, durch, über, unter... dem Corona-Virus?
http://www.walter-schoenthaler.at/
x
siehe auch:
- Ein Blick auf die Sterbezahlen (Update, Stand: 03.07.2020) (Post, 04.07.2020)
x

Wie schlimm ist Covid wirklich?


Die Sicht eines schwedischen Arztes auf Covid-19 

8. Aug. 2020 

Ich bin praktizierender Arzt in Stockholm. Jeden Tag stellen mir Patienten Fragen zu Gesundheit, Diäten, Bewegung, Ergänzungsstoffen, Medikation. Es gibt sehr viel Fehlinformation im Internet, es ist leicht, den falschen Rat zu erhalten, und schwer zu sagen, was richtig und was falsch ist, wenn man nicht vertiefte wissenschaftliche Kenntnisse hat. Die Aufgabe meines Blogs Wissenschaftlich fundierte Informationen zu Gesundheit und Medizin (Health and medical information grounded in science) ist es, mitzuteilen, was die Wissenschaft wirklich sagt. 



Ulf Martin hat die beiden Artikel von Sebastion Rushorth "Wie schlimm ist Covid wirklich?" vom 4. August und "Wie bestimmt man Covid-Immunität am besten?" vom 8. August zusammengefasst und übersetzt. Telepolis veröffentlicht den Beitrag, um zu einer vorurteilsfreien Diskussion beizutragen. Wie schlimm ist Covid wirklich?


 Ich schicke voraus, dass ich als Bürger in Schweden lebe, dass das Folgende rein anekdotisch ist und auf meiner Erfahrung als Arzt in der Notfallaufnahme eines großen Krankenhauses in Stockholm beruht. Wie viele Leser wissen, nimmt Schweden von allen Ländern vielleicht die entspannteste Haltung zur Covid-Pandemie ein. Im Gegensatz zu anderen Ländern ging Schweden nie in einen vollständigen Lockdown. Nichtlebenswichtige Geschäfte blieben geöffnet, die Leute sind weiter in Cafés und Restaurants gegangen, die Kinder weiter zur Schule, und nur sehr wenig Leute haben sich in der Öffentlichkeit mit Gesichtsmasken rumgeärgert.

Covid hat Stockholm Mitte März wie ein Sturm erwischt. An einem Tag habe ich Leute mit Blinddarmentzündung und Nierensteinen gesehen, die üblichen Fälle in einer Notaufnahme. Am nächsten Tag waren alle diese Patienten verschwunden und die einzigen, die ins Krankenhaus kamen, hatten Covid. Praktisch jeder, der getestet wurde, hatte Covid, egal was für ein Symptom sichtbar war. Jemand kam mit Nasenbluten und hatte Covid. Ein anderer kam mit Bauchschmerzen und hatte Covid.

Dann, nach einigen Monaten, waren all die Covidpatienten verschwunden. Jetzt sind es vier Monate nach dem Beginn der Pandemie und ich habe seit einem Monat nicht einen einzigen Covidpatienten mehr gesehen. Wenn ich jemanden teste, weil er hustet oder Fieber hat, dann kommt der Test immer negativ zurück.

Auf dem Höhepunkt vor drei Monaten starben am Tag hundert Menschen an Covid, in einem Land mit zehn Millionen Einwohnern. Wir sind nun bei ungefähr fünf Verstorbenen am Tag im ganzen Land und diese Zahl fällt weiter. Weil Menschen im allgemeinen drei Wochen nach einer Ansteckung versterben, bedeutet das, dass praktisch niemand mehr angesteckt wird. Wenn wir annehmen, dass ungefähr 0,5 Prozent der Angesteckten sterben (eine sehr großzügige Annahme, mehr dazu unten), dann heißt das, dass vor drei Wochen tausend Menschen angesteckt wurden, einer von zehntausend, eine verschwindend geringe Zahl. Man bedenke, das Risiko zu sterben, beträgt 1 zu 200, wenn man wirklich angesteckt wird. Und das war vor drei Wochen. Im Wesentlichen ist es mit Covid in Schweden aus und vorbei. Nach vier Monaten.

Insgesamt hat Covid weniger als 6000 Menschenleben gekostet, in einem Land mit zehn Millionen Einwohnern, einem Land, in dem jährlich 100.000 Menschen sterben. Bedenkt man, dass 70% der an Covid Verstorbenen über 80 Jahre alt waren, dann wären viele der 6000 in diesem Jahr sowieso gestorben. Das macht Covid zu einer kleinen Beule in seinem Effekt auf die Jahressterblichkeit.

Aus diesem Grund ist es unsinnig Covid mit anderen großen Pandemien wie der Spanischen Grippe von 1918 zu vergleichen. Damals starben mehrere zehn Millionen Menschen. Covid wird nie auch nur in die Nähe solcher Zahlen kommen. Und dennoch haben Länder ihre gesamte Wirtschaft heruntergefahren, die Kinder nicht mehr in die Schule geschickt und einen grossen Anteil der Bevölkerung arbeitslos gemacht, um mit dieser Pandemie umzugehen.

Die Medien haben verlautbart, dass nur ein geringer Prozentsatz der Bevölkerung Antikörper habe und es daher unmöglich sei, dass sich Herdenimmunität entwickelt habe. Nun, wenn sich keine Herdenimmunität entwickelt hat, wo sind dann all die kranken Menschen? Warum ist die Ansteckungsrate so steil nach unten gegangen? In Anbetracht der Tatsache, dass die meisten Leute in Schweden inzwischen wieder normal leben, kein Social-Distancing praktizieren, keine Masken tragen, müsste es immer noch hohe Ansteckungsraten geben.

mehr:
- Wie schlimm ist Covid wirklich? (Sebastian Rushworth, Telepolis, 13.08.2020)
siehe auch:
- xxx (Post, )
x

Mittwoch, 12. August 2020

Causa Assange: Neue juristische Spielchen

Julian Assange-Update: Neueste Nachrichten zur letzten Gerichtsverhandlung {8:08}

acTVism Munich
Am 12.08.2020 veröffentlicht 
In diesem Video berichten wir über Assanges letzte Anhörung, die am Montag, den 27. Juli stattfand. Die USA haben es versäumt, die jüngste Anklageschrift dem britischen Gericht ordnungsgemäß vorzulegen. Assanges Verlobte, Stella Moris, und sein Verteidigerteam vermuten, dass die USA alle Anklagepunkte fallen lassen werden, um Assange im Rahmen eines neuen Auslieferungsersuchens erneut festzunehmen. Weltweit setzen sich weiterhin Gruppen und Initiativen für Assange ein. Die zweite Hälfte der Auslieferungsanhörung wird am 7. September im Old Bailey in London beginnen. 
Weiterer Text und Links: YouTube

mein Kommentar:
MSM? Pustekuchen!
x

Der aktuelle Stand der Labor-Epidemie (11.08.2020)

COVID-19-Lagebericht vom 12.08.2020, RKI, S. 12 – PDF
(RKI – Screenshot der PDF-Datei, S. 12)


Das Problem mit der Falsch-Positiven-Rate habe ich schon einige Male dargelegt:

Ein immunologischer Ringversuch der Gesellschaft zur Förderung der Qualitätssicherung in medizinischen Laboratorien, an dem 463 Laboratorien aus 36 Ländern teilnahmen, ergab im Schnitt eine Falsch-Positiven-Rate von 1,8%.

[Quelle: Prof. Dr. Heinz Zeichhardt, Dr. Martin Kammel, Kommentar zum Extra Ringversuch Gruppe 340 Virusgenom-Nachweis - SARS-CoV-2, INSTAND Gesellschaft zur Förderung der Qualitätssicherung in medizinischen Laboratorien e.V., Düsseldorf/Berlin 02.05.2020, Kommentar am 03.06.2020 aktualisiert]

Bei einer Falsch-Positiven-Rate von nur 1% haben alle SARS-CoV-2-Testungen seit der 22. KW (d.h. seit Ende Mai 2020) praktisch keine Aussagekraft mehr!
Seit einschließlich der 22. KW wurden pro Woche im Schnitt 450.000 Testungen durchgeführt. Von denen müssen bei einer Falsch-Positiven-Rate von 1% 4.500 Tests falsch sein.

Alle Panik-Meldungen von Politik und MSM liefern Zahlen, die deutlich unter der Falsch-Positiven-Rate liegen. Wir reden also hier über Zahlen und deren Schwankungen, die keinen Zusammenhang mehr mit der Realität haben!
[Quelle: Corona: Zahlen im postfaktischen Zeitalter – katastrophisierende Politiker, gleichgeschaltete Medien, Post, 02.08.2020] 

siehe auch:

Corona: Die Pandemie, die nur noch in den Köpfen existiert (Post, 15.08.2020)

- Corona – Pervertierte Wissenschaft: Wir messen nur noch Hausnummern!!! (Post, 25.07.2020)

x

In der virologischen Surveillance der AGI wurden in der 24. KW 2020 in 8 von 36 eingesandten Proben (22 %) Rhinoviren nachgewiesen. Seit der 15. KW 2020 wurde keine Influenza-Aktivität mehr beobachtet, seit der 16. KW 2020 gab es keine Nachweise von SARS-CoV-2 mehr.
[
Täglicher Lagebericht des RKI zur Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) 18.06.2020 – AKTUALISIERTER STAND FÜR DEUTSCHLAND, RKI, 18.06.2020, Abschnitt »Ergebnisse aus weiteren Surveillance-Systemen des RKI zu akuten respiratorischen Erkrankungen«,  S. 11, 2. Absatz. unten – Hervorhebung von mir]

 

 

Corona: Brave New World – die Henne, das Ei – und Bazon Brock…


  • Das grüne Licht für die Wiedereröffnung der Schulen wurde Anfang Juli mit einer Reihe strenger Maßnahmen gegeben
  • Die Klassengröße ist auf 25 begrenzt, der abgeschirmte Bereich wird zum Lernen und Spielen verwendet und die Räume werden häufig saniert
  • In Thailand wurden bisher 3.352 Coronavirus-Infektionen festgestellt und 58 Menschen wurden durch das Virus getötet
Die Schulen in Thailand zwingen die Schüler, in provisorischen Plastikkabinen zu lernen und zu spielen, um extreme soziale Distanzierungsmaßnahmen einzuhalten.

Thailändische Kinder im Kindergarten der Wat Khlong Toey School in Bangkok, die seit einem Monat wiedereröffnet wird, lernen hinter Plexiglasboxen und spielen allein mit Spielzeug in abgeschirmten Bereichen.

Die Schulen des Landes erhielten grünes Licht für die Wiedereröffnung Anfang Juli mit einer Reihe strenger Maßnahmen.

Die von den Behörden empfohlenen Klassengrößen sind auf 20 bis 25 Schüler beschränkt, während Türklinken, Schreibtische und andere Bereiche, in denen das Risiko einer Ausbreitung der Infektion besteht, den ganzen Tag über häufig desinfiziert werden.

mehr:
siehe auch:

==========
Viele Filme und literarische Werke über dystopische Gesellschaften weisen zumeist einige der folgenden Züge auf:
  • eine punktuell erzählte Vorgeschichte über einen Krieg, eine Revolution, einen Aufstand, demographische Verwerfungen, eine Naturkatastrophe oder einen klimatischen Wandel mit dramatischen gesellschaftlichen Auswirkungen.
  • ein Lebensstandard in den Unter- und Mittelschichten, der im Allgemeinen unter dem Niveau zeitgenössischer Gesellschaften liegt. Jedoch gibt es Ausnahmen, so z. B. in Schöne Neue Welt und Equilibrium, in denen die Bevölkerung zwar einen vergleichsweise hohen materiellen Standard genießt, sich diesen jedoch um den Preis ideeller Qualitäten wie z. B. dem Verlust von emotionaler Tiefe erkauft.
  • ein Protagonist, der die gesellschaftlichen Verhältnisse hinterfragt und oft intuitiv spürt, dass etwas im Argen liegt, so wie der Protagonist V in Alan Moores V wie Vendetta, oder Neo in Matrix.
  • notwendigerweise, sofern die Fiktion auf unserer Welt beruht, eine Schwerpunktsverlagerung der Kontrolle hin zu Großkonzernen, autokratischen Cliquen oder Bürokratien.
Um den Leser in den Bann zu ziehen, nutzen dystopische Fiktionen üblicherweise Vertrautheit als ein weiteres Mittel: Es reicht nicht, das Leben in einer Gesellschaft zu schildern, die unerfreulich erscheint. In der fiktiven dystopischen Gesellschaft müssen Elemente aus dem Hier und Jetzt anklingen, die dem Leser aus seinem eigenen Erfahrungshorizont bekannt sind. Wenn der Leser die Muster oder Trends identifizieren kann, die unsere heutige Gesellschaft potentiell in das fiktive Dystopia führen könnten, wird die Beschäftigung mit der Fiktion zu einer fesselnden und wirkungsvollen Erfahrung. Schriftsteller können Dystopien wirksam nutzen, um ihre eigene Besorgnis über gesellschaftliche Trends zum Ausdruck zu bringen. So basiert George Orwells Roman 1984 auf politischen Entwicklungen im Jahr seiner Niederschrift 1948, in dem sich bereits ein eisiges Klima im Nachkriegs-Europa abzeichnete. In ähnlicher Weise schrieb Ayn Rand ihre Erzählung Anthem (deutsch: Die Hymne des Menschen) als eine Warnung vor der Unterordnung des Individuums unter den Staat oder „das Wir“. In Sebastian Guhrs Roman Die Selbstlosen werden Tierrechte über Menschenrechte gestellt. Margaret Atwood schrieb Der Report der Magd als eine Warnung vor dem aufkommenden religiös-fundamentalistischen Totalitarismus in den USA und der Scheinheiligkeit des Feminismus der 1970er-Jahre, der eher der Sache seiner Gegner in die Hände spielte.
Dystopische Fiktionen sind oftmals (aber nicht immer) ungelöst, das heißt, die Erzählung handelt von Individuen, die unbefriedigt sind und eventuell rebellieren, aber letztlich in ihren Bemühungen, etwas zu verändern, scheitern. Nicht selten fügen sie sich am Ende den gesellschaftlichen Normen. Dieser erzählerische Bogen, hin zu einem Gefühl der Hoffnungslosigkeit, ist bezeichnend für klassische dystopische Werke wie 1984. Sie stehen in krassem Kontrast zu Fiktionen, in denen ein Held erfolgreich Konflikte löst oder anderweitig Dinge zum Besseren kehrt.
In einer dystopischen Gesellschaft gibt es meist Teile der Bevölkerung, die nicht unter der vollständigen Kontrolle des Staates stehen, und in die der Held der Geschichte üblicherweise seine Hoffnungen setzt, aber am Ende dennoch scheitert. In 1984 von George Orwell sind das die „Proles“ (das Proletariat), in der Dystopie Wir von Jewgeni Iwanowitsch Samjatin sind es die Menschen außerhalb der Mauern des „Einzigen Staates“.
[
Dystopie, Wikipedia, abgerufen am 12.08.2020]
==========


Bazon Brock über die kommende Autokratie und die Logik der Dummheit {28:33}
Der Fehlende Part
Am 09.08.2018 veröffentlicht 
Der Philosoph und Autor Bazon Brock erläutert im Gespräch mit dem Fehlenden Part die weltweit heranschleichende Autokratie. Dieses Modell politischer Ordnung vermutet er unter anderem wegen der Verkümmerung des heutigen gesellschaftlichen und politischen Diskurses. Sofern die Gesellschaftsteilnehmer sich nicht auf einen würdigenden Umgang zurückbesinnen, steht einer vollendeten Autokratie bald nichts mehr im Wege, so der Professor und Kunsttheoretiker.

"Der Westen ist im permanenten Ausnahmezustand" - Bazon Brock {13:39}

RT Deutsch
Am 24.09.2015 veröffentlicht 
Was ist Demokratie und wie lange kann ein Ausnahmezustand dauern, um die Grundrecht zu beschneiden? Bazon Brock, Künstler und Kunsttheoretiker, über das Ideal einer Demokratie und das Scheitern Deutschlands. Mehr auf unserer Webseite: http://rtdeutsch.com

- xxx (Post, )
x

Telematik in Coronazeiten: Spahn läßt die Maske fallen!

TP-Exklusiv. Seit langem fordert die Industrie einen direkten Zugang zu Versichertendaten. Einen indirekten hat sie jetzt bekommen. Der fleißige Herr Spahn: Mit Vollgas gegen den Datenschutz -Teil 7

Es half nichts. Der Deutsche Gewerkschaftsbund hatte verlangt, die Hintertür zu schließen. Jetzt steht sie sperrangelweit auf.

Seit langem fordert die Industrie einen direkten Zugang zu den Versichertendaten von 73 Millionen gesetzlich versicherter Bürger. Ende Dezember 2019 dann hatte die CDU ein Positionspapier vorgelegt, das dieser Forderung Rechnung trug: Die "in Deutschland ansässigen forschenden Unternehmen der Gesundheitswirtschaft" sollen, so forderten die CDU-Politiker, "in den Kreis der Antragsberechtigten" für das mit dem Digitale-Versorgung-Gesetz geschaffene staatliche Forschungsdatenzentrum aufgenommen werden.
Wenn auch diese Forderung sich bisher nicht durchsetzen konnte, so wurde doch mit einer aktuellen Verordnung des Gesundheitsministers jetzt der Weg dahin geebnet.


Das Forschungsdatenzentrum bietet Daten zur Nutzung an – sowohl aus erzwungenen als auch aus freiwilligen Datenweitergaben:
a) Digitale-Versorgung-Gesetz: Ohne Einräumung eines Widerspruchsrechts werden von den Krankenkassen gespeicherte Sozial- d.h. auch Gesundheitsdaten der Versicherten ans Forschungsdatenzentrum weitergegeben.
b) ePA-Datengesetz: Freiwillig sollen die Versicherten ihre in der ePA gespeicherten Gesundheitsdaten ab 2023 ans Forschungsdatenzentrum weitergeben.



Dabei enthielt bereits das im November verabschiedete Digitale-Versorgung-Gesetz ein Schlupfloch, auf das sich CDU/CSU und SPD geeinigt hatten: In Ausnahmefällen durften die Nutzungsberechtigten nach Genehmigung eines gesonderten Antrags die Daten auch an Dritte weitergeben.

Die folgende Liste enthält allein die Nutzungsberechtigten des Forschungsdatenzentrums:

die für die Wahrnehmung der wirtschaftlichen Interessen gebildeten maßgeblichen Spitzenorganisationen der Leistungserbringer auf Bundesebene, der Spitzenverband Bund der Krankenkassen, die Bundes- und Landesverbände der Krankenkassen, die Krankenkassen, die Kassenärztlichen Bundesvereinigungen und Kassenärztlichen Vereinigungen, die Institutionen der Gesundheitsberichterstattung des Bundes und der Länder, die Institutionen der Gesundheitsversorgungsforschung, die Hochschulen sowie außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und sonstige Einrichtungen, die Daten zur unabhängigen wissenschaftlichen Forschung benötigen, der Gemeinsame Bundesausschuss, das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, das Institut des Bewertungsausschusses, die Beauftragte für Patientenbelange, maßgebliche Selbsthilfeorganisationen chronisch kranker und behinderter Menschen auf Bundesebene, das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen, das Institut für das Entgeldsystem im Krankenhaus, die für die gesetzliche Krankenversicherung zuständigen obersten Bundes- und Landesbehörden sowie übrige oberste Bundesbehörden, die Bundesärztekammer, die Bundeszahnärztekammer, die Bundespsychotherapeutenkammer sowie die Bundesapothekenkammer und schließlich die Deutsche Krankenhausgesellschaft.

Grundsätzlich galt bisher aber: "Die Nutzungsberechtigten dürfen die […] zugänglich gemachten Daten nicht an Dritte weitergeben." Dieser Satz ist in Spahns neuer Daten-Verordnung nicht mehr auffindbar. 

Aber nicht nur das. Der Gesundheitsminister hat sich darüber hinaus über die Forderung des Deutschen Gewerkschaftsbundes hinweggesetzt, den Kreis dieser "Dritten" auf "öffentliche, den Sozialversicherungsträgern angehörende oder nicht gewinnorientierte Institutionen zu begrenzen".

Im Klartext: Damit sind die sensiblen Gesundheitsdaten von 73 Millionen gesetzlich versicherter Bürger jetzt mittelbar dem Zugriff der gewinnorientierten Gesundheitswirtschaft ausgesetzt.

Hinzu kommt, dass Spahn, wie Telepolis am Dienstag berichtete (Spahn erhöht Datenschutz-Risiko, durch zwei andere Regelungen derselben Verordnung das Risiko der Bürger, identifiziert zu werden, stark erhöht hatte:

1. Neben anonymisierten Daten bietet das Forschungsdatenzentrum jetzt nämlich regulär (d.h. nicht mehr nur als Ausnahme) auch pseudonymisierte Einzeldatensätze zur Datennutzung an.

2. Zusätzlich hat Spahn allen Warnungen zum Trotz auch noch den Datenumfang derart erweitert, dass ein Re-Identifikationsrisiko auch in der Verordnung selbst nicht in Abrede gestellt wird.

Genaueres dazu: Schon wieder: Spahn erhöht Datenschutz-Risiko.

mehr:
- Spahn öffnet Industrie Hintertür zu Versichertendaten (Brigitta Engel, Florian Rötzer, Telepolis, 12.08.2020)
siehe auch:
x