Samstag, 23. Februar 2019

"Assad-Regime" soll für fast alle von 336 angeblichen Chemiewaffenangriffen verantwortlich sein

Der vom Auswärtigen Amt geföderte Bericht des Global Public Policy Institute ist deutlich einseitig und kann als Propaganda oder Beeinflussung verstanden werden
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Eine vom deutschen Außenministerium und von der Robert Bosch Stiftung geförderter Bericht des Global Public Policy Institute (Berlin) über den Einsatz von Chemiewaffen in Syrien kommt zu dem Ergebnis, dass es im Verlauf des Krieges, den man wegen der Vielzahl der ausländischen Truppen, Milizen und Kämpfer nicht Bürgerkrieg nennen kann, nachweisbar 336 Angriffe mit Chemiewaffen gegeben habe, 162 hätten nicht bestätigt werden können. Davon müsse man fast alle, nämlich 98 Prozent, dem "Assad Regime" zurechnen, nur zwei Prozent seien vom IS ausgeführt worden, die übrigen Dschihadisten- und Rebellengruppen wie HTS oder Ahrar al-Sham werden hingegen von jedem Verdacht freigesprochen.

Die Liste am Ende des Berichts ist freilich ein Witz. Es werden angebliche Angriffe aufgelistet, ohne die Quellen zu nennen, die unabhängig oder hoch zuverlässig sind und bestätigen würden, dass es sich um Chemiewaffenangriffe - auch mit unbekannten Substanzen - handelte und dass das Assad-Regime dafür verantwortlich ist. Wer will, glaubt also den Behauptungen der Autoren des GPPI.

Tobias Schneider, wohl der Hauptautor neben Theresa Lütkefend, ist Mitarbeiter am GPPI und kommt aus transatlantischen Kreisen. Er hat beim Center for European Policy Analysis gearbeitet, war Berater der Weltbank für Jemen und Syrien, kooperiert mit dem Middle East Institute und tritt auch als Experte beim Atlantic Council auf. Er vertritt amerikanische Interessen, wie man auch an einem von ihm für den Atlantic Council verfassten Bericht über den Wiederaufbau (2017) sehen kann, in dem er dazu auffordert, den Wiederaufbau zusammen mit den Alliierten, den Golfländern und der Türkei in den "Nicht-Regime-Gebieten" und unter Umgehung von Damaskus zu beginnen, also sich in diesen Gebieten, die nicht nur von Kurden, sondern eben auch von Dschihadisten kontrolliert werden, festzusetzen.

Der Bericht verspricht nicht nur eine Untersuchung der bestätigten Chemiewaffeneinsätze, sondern eine "auf Beweise gestützte Analyse der taktischen und operativen Logik, die der Verwendung von Chemiewaffen als Teil der weiteren Strategie der strafenden Aufstandsbekämpfung des syrischen Regimes zugrundeliegt". Daraus sollen dann effektivere politische Antworten abgeleitet werden. Das dürfte wohl der auch vom Auswärtigen Amt mit dem Bericht verfolgte Zweck sein.


Auffällig ist schon, wem für die Mitarbeit gedankt wird. Das sind u.a. die Syrian American Medical Society (SAMS), die Weißhelme, MayDay Rescue, das Syrian Network for Human Rights, das Violations Documentation Center (VCD), also Organisationen, die neben ihrer Arbeit auch eine Agenda haben und wie die Weißhelme möglicherweise auch direkt mit Dschihadisten zusammenarbeiten. Ob diese "Partnerorganisationen" hoch verlässliche oder unabhängige Quellen sind?
mehr:
- "Assad-Regime" soll für fast alle von 336 angeblichen Chemiewaffenangriffen verantwortlich sein (Florian Rötzer, Telepolis, 18.02.2019 – Hervorhebungen von mir)

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Das Global Public Policy Institute (deutsch Institut für globale öffentliche Politik, GPPi) ist eine im Jahr 2003 gegründete, unabhängige Denkfabrik in Berlin. Das Institut hat zum Ziel, die Global Governance durch Forschung, Politikberatung und Debatte zu verbessern. Geleitet wird die Denkfabrik von dem Politologen und Mitbegründer Thorsten Benner und der Politologin Dr. Julia Steets.
Nach eigener Darstellung analysiert das GPPi weltweite Zusammenhänge mit dem Anspruch politischer Relevanz und akademischer Exzellenz. Zudem ist das GPPi versucht, den Brückenschlag zwischen Wissenschaft und Praxis mit effektiver Kommunikation herzustellen, unter anderem indem Forschungsergebnisse klar und zugänglich präsentiert werden. Unter den Stichworten Reflect, Advise, Engage fasst das GPPi sein Projektportfolio zusammen: Dieses umfasst die Forschungsarbeit, die Politikberatung für den öffentlichen Sektor (einschließlich der Vereinten Nationen, der Europäischen Kommission und nationaler Regierungen) sowie verschiedene Dialogformate.[1]
Ca. 30 festangestellte Mitarbeiter arbeiten für das GPPi. Dazu kommen nichtständige Mitarbeiter, mit welchen GPPi ad hoc kooperiert.[2]
[Global Public Policy Institute, Wikipedia, abgerufen am 23.02.2019]
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Mein Kommentar:
1. Wenn ich schon »unabhängige Denkfabrik« höre, dann denke ich mir meinen Teil…
2. Wenn ich »Weißhelme« höre, achte ich nicht mehr auf den Text. Die sind sowas von desavouiert! Die Weißhelme zu zitieren, da würde ich mich schämen!
3. »Forschungsergebnisse [sollen] klar und zugänglich präsentiert werden«. Schön und gut, Hauptsache, sie sind richtig!
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Erst Bindung, dann Autonomie – Wenn Eltern "blinde Flecken" haben

Mit mehr Selbstreflexion hätten wir eine bessere Welt, ist Stefanie Stahl sicher. Besonders zwischen Eltern und Kindern können alte Wunden eine zerstörerische Kraft entfalten. Dagegen hat die Psychologin ein Buch geschrieben.
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"Menschen haben grundsätzlich ein Interesse, sich persönlich weiterzuentwickeln", davon ist Stefanie Stahl fest überzeugt. Die Diplompsychologin landete mit "Das Kind in Dir muss Heimat finden" 2015 einen Bestseller, der inzwischen eine Million Mal verkauft wurde. 2017 und 2018 war das Buch Sachbücher-Jahresbestseller. Dabei verlangt Stahl ihren Lesern einiges ab. Denn die 55-Jährige ist überzeugt, dass in uns zeitlebens Kindheitsmuster schlummern, die Menschen an einem erfüllten Leben hindern können. Und die gilt es aktiv anzugehen. Auch wenn das manchmal schmerzhaft ist.

In ihrem neuen Buch "Nestwärme, die Flügel verleiht" wendet sie sich gemeinsam mit Co-Autorin Julia Tomuschat an Eltern. Stahl ist sicher, dass viele Eltern-Kind-Beziehungen besser wären, wenn Mütter und Väter ihre eigenen blinden Flecken oder Schatten besser sehen und verstehen würden. So aber werden diese meist unbewusst auf die eigenen Kinder übertragen.

Das Ergebnis schildert sie im Gespräch mit n-tv.de an einem Beispiel: "Zu mir kam ein junger Vater, ein netter hochreflektierter Typ, der immer wieder Machtkämpfe mit seinem dreijährigen Sohn ausficht." In diesen Auseinandersetzungen geht es oft um banale Dinge, trotzdem wird der Vater schnell streng und fängt an zu schreien. Deshalb hat er wiederum häufig Streit mit seiner Frau. "Wir haben dann herausgefunden, dass er tief in sich den Glaubenssatz hat: Ich werde nicht respektiert. Meine Wünsche sind nicht wichtig. Das hat mit seinem Sohn gar nichts zu tun, das kommt aus seiner eigenen Kindheit."

Stahls Klient erzählt später, dass er auch beim Autofahren manchmal Wutanfälle bekommt, einfach weil jemand zu dicht auffährt. "In diesem Moment ist der Groschen bei ihm gefallen und ihm ist klar geworden, worum es eigentlich geht, nämlich immer wieder um dieses Gefühl respektlos behandelt zu werden Und erst dann konnte er vernünftig und angemessen auf sein Kind in der Autonomiephase reagieren." Der Vater hatte sein eigenes Schattenkind, wie Stahl es nennt, auf seinen Sohn projiziert und damit die Beziehung zu seinem Sohn erheblich gestört.

mehr:
- Wenn Eltern "blinde Flecken" haben (Solveig Bach, n-tv, 17.02.2019)
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«Bayer-Monsanto-Konzern verdient an Krebsleiden gleich doppelt»

Die «taz» nennt es ein «Krebs-Rundumpaket»: Zuerst Milliarden mit Glyphosat verdienen und dann mit Medikamenten gegen Krebs.
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Zuerst wollte der Bayer-Monsanto-Konzern der Berliner Tageszeitung «taz» verbieten, die oben abgebildete Titelseite zum Pestizid Glyphosat weiter zu verbreiten und im Archiv aufzubewahren. Doch die «taz» wehrte sich mit Erfolg dagegen.

Es war im 24. Oktober 2018, als die Zeitung auf der Titelseite die Persiflage eines Pharmainserats abbildete mit dem Untertitel: «Der Bayer-Konzern vertreibt Glyphosat, ein Mittel, das wohl Krebs verursacht. Er verkauft aber auch eines, das Krebs heilen soll.»

Auf einer Wolke schwebte eine Sprühflasche mit dem Glyphosat-haltigen Pestizid «Roundup» und dem Werbespruch «Super: macht Krebs».
Rechts daneben das Bayer-Medikament «Aliqopa», welches für die Krebsart indiziert ist, welche Wissenschaftler auch mit Glyphosat in Verbindung bringen. Darauf der Werbespruch «Super: heilt Krebs».
Der Bayer-Konzern wollte die Zeichnung nicht als Satire verstehen und beauftragte einen spezialisierten Medienanwalt, die «taz» abzumahnen: Die Zeitung solle sich verpflichten, nie mehr zu behaupten, Glyphosat verursache Krebs, und die beanstandete Titelseite aus dem Archiv löschen. Falls die «taz» nicht spure, drohte Bayer mit einem Prozess und einer Strafe.

mehr:
- «Bayer-Monsanto-Konzern verdient an Krebsleiden gleich doppelt» (Urs P. Gasche, InfoSperber.ch)
siehe auch:
- Politik vs. Großkonzern: Zulassungsentscheidung über Glyphosat erneut vertagt (Post, 10.11.2017)
- Fernsehhinweis: Roundup – das Tribunal in Den Haag (Post, 17.10.2017)
- Wird Dicamba (Monsanto) in Arkansas verboten? (Post, 01.10.2017)
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«Amazon»: Steuergutschrift trotz Milliardengewinn

Dank amerikanischer Steuerreform und Schlupflöcher im Gesetz erhält Amazon 2018 trotz Milliardengewinn eine Steuergutschrift.
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Ausgerechnet die «Washington Post», die 2013 von «Amazon»-Präsident Jeff Bezos gekauft wurde, berichtete am 16. Februar unter dem Titel «Amazon bezahlte im vergangenen Jahr keine Bundessteuern auf Gewinne von 11,2 Milliarden Dollar» als Erste über den Steuercoup ihres Eigentümers. Im Artikel beruft sich die Zeitung auf Berechnungen des «Instituts für Steuern und Wirtschaftspolitik» (ITEP), welches die Steuererklärung von «Amazon» analysiert hatte.

Demnach wies der Online-Riese «Amazon» im Jahr 2018 Gewinne in der Höhe von 11,2 Milliarden Dollar aus – was im Vergleich zum Vorjahr einer Verdoppelung entspricht. Trotz dem hohen Gewinn habe «Amazon» 2018 eine Steuergutschrift von 129 Millionen Dollar erhalten, so die «Washington Post». Dies sei unter anderem auf zahlreiche Steuerschlupflöcher wie etwa gesetzlich zulässige Steuergutschriften und Steuerbefreiungen beim Handel mit Aktien zurückzuführen.

Gemäss der Analyse von ITEP liegt der effektive Steuersatz des Online-Riesen, der an der Börse zwischenzeitlich mehr als eine Billion Dollar wert war, zeitweise als wertvollstes Unternehmen der Welt galt und seinen Gründer Bezos zum reichsten Mensch der Welt gemacht hat, bei Minus einem Prozent. Damit zahle das Unternehmen keinen Cent der US-Bundessteuern.

mehr:
- «Amazon»: Steuergutschrift trotz Milliardengewinn (Tobias Tscherrig, InfoSperber, 20.02.2019)
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Ein Bakterium, das gegen fast alle gängigen Antibiotika resistent ist

Das musst du wissen 

  1. Das «Superbug-Gen», das kürzlich im Boden in der Arktis nachgewiesen wurde, ist durch Antibiotika-Gebrauch entstanden.
  2. Es verleiht Bakterien eine Resistenz gegen fast alle gängigen Antibiotika. Und es hat sich rasant verbreitet.
  3. Die Forschenden warnen deshalb davor, weiterhin übermässig Antibiotika zu verwenden.


Kürzlich hatten Forschende der Universität Newcastle in der entlegenen Arktis Bodenproben gesammelt und darin Resistenzgene gegen eine ganze Reihe gängiger Antibiotika entdeckt. Besonders alarmiert hat sie der Fund eines Gens namens «blaNDM-1», das Bakterien auf einen Schlag eine Resistenz gegen fast alle gängigen Antibiotika verleiht. Dieses sogenannte «Superbug-Gen» habe sich seit seiner Entdeckung innerhalb von wenigen Jahren bis in die entlegensten Winkel der Erde verbreitet, schrieben die Forschenden.
mehr:
- Superbug-Resistenz ist menschgemacht (Santina Russo, higgs.ch, 01.02.2019)
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Freitag, 22. Februar 2019

Syrien: Kein Plan für eine bessere Zukunft?

"Warum soll jemand nach Syrien zurückkehren?": Der Landeskenner Nir Rosen plädiert für einen Kurswechsel der westlichen Regierungen

Sämtliche Pläne, die zu Syrien bekannt werden – mit Ausnahme von russischer Seite – zeichnen sich dadurch aus, dass es um Destruktion und Verhindern eines funktionierenden Staates geht. Es ist kein Plan dabei, der auch nur andeutungsweise eine bessere Zukunft für das Land skizziert. Das ist eine unglaubliche Misere. Vor allem, wenn man sich vor Augen hält, dass in Deutschland knapp 700.000 Syrer leben.

Aus westlichen Ländern, aus den USA, aus Frankreich, Großbritannien oder Deutschland kommt zu Syrien nur das monotheistische Bekenntnis zum allmächtigen Gedanken, dass alles besser wird in Syrien, wenn nur das Regime und sein Chef Baschar al-Assad verschwinden. Ein Wunderglaube. Erst sehr spät, nachdem Millliarden Dollar, Unmengen an Waffen und zigtausende Kämpfer nach Syrien geschleust worden waren, hat man Zeichen gegeben, dass die dschihadistische Alternative keine ist. Profitiert hat das Kriegsgeschäft.

Es gab und gibt keinen anderen politischen Plan als den, mit allen Mitteln die Absetzung von al-Assad und seiner Regierung zu betreiben, ohne irgendein Konzept für eine alternative politische Ordnung, die praktikabel wäre und nicht auf eine Milizenherrschaft hinausläuft.

mehr:
- Syrien: "Der Westen muss mit dem Regime zusammenarbeiten" (Thomas Pany, Telepolis, 21.02.2019)
siehe auch:
Hama – die Geschichte einer Lüge (Post, 16.12.2018)
Desinformation über Desinformationskampagnen (Post, 10.10.2018)
Die »zuverlässigen Quellen« des Mainstreams (Post, 12.05.2018)
USA - Die gekaufte Demokratie? – Trump die Alternative? (Post, 03.11.2016)
Warum schweigen die Lämmer? – Der Mensch im Geflecht von Medien, Manipulation und Macht (Post, 14.07.2016)
- Realität ist, was wir glauben wollen oder Hirnströme von Friseurpuppen (Post, 29.08.2013)

Donnerstag, 21. Februar 2019

Hamburger Gericht entscheidet im Wikipedia-Gerangel:
»Politbüro« gegen Dirk Pohlman u.a.

Kennen Sie „Geschichten aus Wikihausen“? Wenn nicht, lohnt es sich, hier weiter zu lesen! Heute haben Kollegen, die ich zwar nicht persönlich kenne, aber deren Arbeit ich sehr schätze, in Hamburg einen sehr wichtigen Prozess gewonnen. Als ich die Nachricht eben sah, war ich wirklich froh!

Wahrscheinlich weiß fast jeder Leser, dass Wikipedia mit Vorsicht zu genießen ist, wenn man dort Artikel liest, in denen es um aktuelle Politik oder jüngere Geschichte und damit verbundene Personen geht. Nicht unbedingt jeder weiß so ganz genau, was dahinter steckt, aber dass vieles so nicht stimmen kann, wie es auf Wikipedia steht, haben viele schon bemerkt.

Diese Dinge hat Markus Fiedler mit seinem Film „Die dunkle Seite der Wikipedia“ und seinem zweiten Film „Zensur“ aufgedeckt. Und das ist keine Übertreibung.

In seinen Filmen zeigt er haarklein auf, wie die Wikipedia in Deutschland funktioniert und dass dort eine sehr kleine Gruppe von Menschen mit sehr einseitig festgelegten politischen Einstellungen (er nannte das „Transatlantifa“) alle Artikel, die auch nur im Entferntesten mit den Themen Politik, Zeitgeschichte und ähnlichem zu tun haben, in die gewünschte Richtung manipuliert. Wikipedia ist damit per Definition kein Lexikon, denn ein Lexikon soll neutral sein und nicht einseitig. Wikipedia ist ein Propaganda-Instrument, dass bei politischen Themen eine Richtung propagiert und alle anderen Richtungen diskreditiert. Und zwar systematisch.

Die Wikipedia ist so aufgebaut, dass alle dort anonym schreiben. Das bedeutet, dass die dort herrschende Clique, oder wie sie bei Wikipedia intern genannt wird, das „Politbüro“, dort den Artikel eines jeden Menschen so manipulieren kann, dass er morgen als Nazi gilt. Oder als Autonomer. Oder als Pädophiler. Alles ist möglich. Und es wurde auch mit vielen Menschen gemacht, die aufgrund ihrer politischen Einstellungen bei dem „Politbüro“ in Ungnade gefallen sind. Das führte dazu, dass Schauspieler keine Rollen mehr angeboten bekamen, Journalisten keine Aufträge mehr erhielten, ja es ging sogar so weit, dass Kabarettisten keine Säle mehr mieten konnten, weil sie in der Wikipedia völlig zu Unrecht in die Nähe von Nazis gestellt wurden.

Da wurden vom „Politbüro“ systematisch und kaltblütig Existenzen vernichtet. Und man hat keine Chance, sich dagegen zu wehren. Die Personen schreiben anonym, man kann sie nicht wegen Verleumdung verklagen. Und wer gegen Wikipedia vorgehen will, muss sich an ein Gericht in Kalifornien wenden.

Nachdem die Filme von Markus Fiedler auf YouTube so ein Erfolg wurden, hat er mit dem von mir ebenfalls für seine Arbeit hochgeschätzten Journalisten Dirk Pohlmann eine Sendereihe auf dem YouTube-Kanal der Gruppe 42 begonnen, die „Geschichten aus Wikihausen“ heißt. Dort nehmen sie sich in jeder Folge bestimmte Themen vor und zeigen detailliert auf, wie bei der Wikipedia daran manipuliert wird.

mehr:
- David gegen Goliath: Der Kampf um die Wahrheit bei der Wikipedia – Gericht fällt historisches Urteil (Anti-Spiegel, 21.02.2019 – Hervorhebung im Original)
siehe auch:
Das neueste aus Wikihausen: Bei den Wikipedianern gibt es noch eigene Meinungen (Post, 01.02.2019)

WIKIPEDIA - Der Mann im Hintergrund {12:34}

Massengeschmack-TV
Am 16.02.2019 veröffentlicht 
Ganze Folge auf: https://massengeschmack.tv/clip/mt22
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Der Wikipedia-Autor "Feliks" will anonym bleiben - aber hat er ein Recht darauf?
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Die Mediatheke bei massengeschmack.tv: https://massengeschmack.tv/mag/die+me...
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Dirk Pohlmann • "Wikipedia oder Wikihausen?" • Plädoyer für die Presse- und Meinungsfreiheit! {2:00:34}

Mainz FreeTV
Am 25.11.2018 veröffentlicht 
Nachdem "Feliks" unser Meinungsmanipulator aus der Wikipedia seine Klage gegen Markus Fiedler und Dirk Pohlmann nun verloren hat (Hurra!) kann dieser beitrag/Vortrag nun wieder in VOLLER Länge und Pracht geschaut werden! Also schauen und TEILEN und weiter Wikihausen schauen, hier der Link zu allen Folgen "Geschichten aus Wikihausen": https://www.youtube.com/playlist?list... NUN ABER:
Mainz FreeTV proudly presens: Dirk Pohlmann! Das meine ich wirklich in jeglicher Hinsicht ernst. Es macht mich auch stolz Euch damit einen Vortrag über ein Thema präsentieren zu können, in dem ich auch eine winzige Aktie halte, mit meiner Animation des Netzwerkes in Markus Fiedlers zweitem Film über die Wikipedia, namens: "ZENSUR", der hier im Vortrag auch gezeigt wird:
Dirk Pohlmann in Koblenz mal persönlich kennen zu lerne und ihn auch mal drücken zu können, denn telefoniert hatten wir schon mal, war toll, seither telefonieren wir ab und an und ich kann Euch nur soviel verraten, Dirk kann fantastisch gut Witze erzählen! ;-)
Markus Fiedler und Dirk Pohlmann machen inzwischen zusammen den Videoblog "Geschichten aus Wikihausen", deren Playlist auf "Gruppe42" ich auch unten verlinken werde. Hier arbeiten sie das zusammen auf, über das Dirk in diesem Vortrag hier referiert.
Teilt diesen Vortrag, denn dieses Thema ist so ULTRAWICHTIG und SO RELEVANT, wie kaum ein zweites dieser Tage. Und es wird fast nur von Dirk und Markus vorangetrieben. Der Mainstream schweigt zu diesem Thema KOMPLETT!
Darum nun viel Spass beim schauen!
Wer mir was in den Hut tun möchte als Unterstützung
für mich und Mainz FreeTV, kann das hier tun:
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IBAN: DE02 5505 0120 1152 0847 92
BIC: MALADE51MNZ
oder per PayPal:
paypal.me/MainzFreeTV
LINKS:
Dirk Pohlmann: Doku - Israel und die Bombe [ ARTE ]
https://www.youtube.com/watch?v=D_oQP...
Dirk Pohlmann: Täuschung - Die Methode Reagan // Arte Doku 2015
https://www.youtube.com/watch?v=r98lE...
Dirk Pohlmann über "Der duale Staat: Recht, Macht und Ausnahmezustand"
https://www.youtube.com/watch?v=8SCcE...
Geschichten aus Wikihausen • Gesamte Playlist aller Folgen
https://www.youtube.com/playlist?list...
KenFM zeigt: Die dunkle Seite der Wikipedia
https://www.youtube.com/watch?v=wHfiC...
Zensur - Die organisierte Manipulation der Wikipedia und anderer Medien
https://www.youtube.com/watch?v=HH-Ym...
Dirk Pohlmann: Dienstbereit ++ Nazis im Auftrag der CIA
https://www.youtube.com/watch?v=MpH1g...
Dirk Pohlmann: Der Hiroshima-Mythos
https://www.youtube.com/watch?v=2YYhp...
Interview mit Markus Fiedler und Frank-Michael Speer, die Macher von "ZENSUR"
https://www.youtube.com/watch?v=mISCo...

nebenbei:
Wikihausen; Feliks; Meine Google Karte meiner jüdischen Stammlinie ist nicht zu erreichen {12:57}

Manasse Lindauer
Am 15.11.2018 veröffentlicht 
Nach dem ich bei Wikipedia, Pluspedia und WeCoWi wegen dem Thema Kryptojuden gesperrt wurde, aber auch meine Grafiken bei Wikimedia gelöscht wurden, kann ich seit dem 15.11.2018 meine Google Karte zur Stammlinie meiner Mutter, vom Stamm biblischen Manasse, über einen bestimmten Browser nicht mehr erreichen. Somit kann man sagen, dass es im Internet antisemitische Vandalen geben muss.
https://www.google.com/maps/d/u/0/edi...

Die Macht und Gefahr von WIKIPEDIA {12:19}

Massengeschmack-TV
Am 06.10.2018 veröffentlicht 
Ganze Folge auf: https://massengeschmack.tv/clip/mt3
Geschichten aus Wikihausen: https://www.youtube.com/results?searc... ------------------------------------------------------- Der Journalist Dirk Pohlmann gehört zu den schärfsten Kritikern von Wikipedia. Vor allem der politische Einfluss des Online-Lexikons sei gefährlich.
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WikiCon 2018 – Wiki und die starken Sprüche (Moderation Manfred Kloiber, Deutschlandfunk, 06.10.2018)
Danke Wikipedia! Der Erkenntnisgewinn kennt keine Grenzen (Post, 04.09.2018)
Neues aus Wikihausen, Folge 10: Felix wird enttarnt (Post, 04.09.2018)
Tagesdosis 19.6.2018 – Die Schauprozesse der Wikipedia Junta (Kommentar Dirk Pohlmann, KenFM, 19.06.2018)
Dirk Pohlmann vs. Wikipedia (Post, 19.06.2018)
Die Affäre Phillipp Cross (Post, 05.06.2018)
Die dunkle Seite der Wikipedia (Post, 18.07.2016)

5. Juni 1989 – Testfall Tiananmen-Platz

Strategien der Farbrevolutionen und des “Arabischen Frühlings” wurden vor Jahrzehnten in China getestet.

Auf dem Platz des himmlischen Friedens gab es im Juni 1989 keine Todesopfer, weder bei den Protestierenden noch bei den Sicherheitskräften. Doch selbst über die Gewalt außerhalb des Platzes wird bis heute voreingenommen und damit einseitig wie emotional berichtet. Allein dass kaum über die Vorgeschichte der Proteste wie auch den Einfluss westlicher Geheimdienste und vorgeblicher Nichtregierungsorganisationen berichtet wird, lässt eine differenzierte Darstellung gar nicht erst zu.

Ein Tipp zu Beginn: Dieser umfangreiche Artikel liegt auch als Hörstück vor.


Nun – im Jahre 2019 – jährt sich das “Massaker auf dem Tiananmen-Platz” zum dreißigsten Male und es ist zu befürchten, dass wir erneut und umfassend mit dem klassischen Narrativ der Meinungsführerschaft bombardiert werden. Nicht zuletzt öffentlich-rechtliche Medien werden nicht müde, auch Jahrzehnte später Folgendes in die Köpfe zu hämmern:
“In der Nacht vom 3. und 4. Juni 1989 eröffnete die chinesische Volksbefreiungsarmee auf dem Platz des Himmlischen Friedens das Feuer auf wehrlose Demonstranten. Schätzungsweise 3000 Menschen wurden bei der gewaltsamen Räumung des “Tiananmen-Platzes”, so der chinesische Name, getötet.” (1)
Obiges Zitat ist einem Film des ARD-Weltspiegels entnommen. Es lässt sich durch jeden Interessierten, der sich dem Drang zur Voreingenommenheit entzieht und der ehrliches Interesse für das tatsächliche Geschehen und dessen Hintergründe hegt, relativ schnell der Lüge überführen – und das ohne “Profi”, also ausgebildeter Journalist oder Medienfachmann sein zu müssen.

Der Film wurde im Jahre 2015 einem Millionenpublikum in Deutschland präsentiert und was mich dabei umtreibt, ist vordergründig gar nicht die Propaganda, die der Film auslebt, sondern die Art und Weise, wie er entstanden ist. Wie haben die Journalisten und das ganze Filmteam nach der Wahrheit gesucht? Wie arbeiteten sie mit Quellen? Mit welcher Absicht begannen sie die Arbeit an dem Film? Eine propagandistische Neuauflage gab es zuletzt im Januar 2019, als das ZDF eine reißerische und die damaligen Ereignisse völlig entstellende Dokumentation über die Operation Yellowbird (siehe auch ganz unten) sendete.

Eine chinesische Oppositionelle beklagte 2012 gegenüber der ARD-Tagesschau, dass der internationale Druck gegenüber China abnimmt (2). Diese Aussage konnte sie im “Hort der Diktatur”, in Peking, gegenüber einem Journalisten des dortigen ARD-Studios machen. Ganz schön repressiv, das System in China – finden Sie nicht auch? Bemerkenswert und immer wiederkehrend, wenn es um “Demokratisierungsbemühungen” in “Diktaturen” geht, ist der “Hilferuf” von “Oppositionellen”, der sich in der Aufforderung äußert, Druck auf die eigene Regierung von außen auszuüben. Der also explizit zur Einmischung von außen auffordert.

Warum forderten und fordern chinesische Oppositionelle vom Westen die Einmischung in Belange des eigenen Landes?

Die Antwort lautet: Genau aus dem gleichen Grund, aus dem “Oppositionelle” in Libyen, in Syrien, Jugoslawien und anderswo Einmischung forder(te)n. Sie vertraten und vertreten Agenden – bewusst oder unbewusst -, die ihnen indoktriniert wurden. An den Ereignissen im China des Jahres 1989 möchte ich das belegen.

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Als Arabischer Frühling (arabisch الربيع العربيDMG ar-Rabīʿ al-ʿArabī) oder auch Arabellion[1] wird eine im Dezember 2010 beginnende Serie von Protesten, Aufständen und Revolutionen in der Arabischen Welt bezeichnet. Diese richten sich, beginnend mit der Revolution in Tunesien, in etlichen Staaten im Nahen Osten (Maschrek/Arabische Halbinsel) und in Nordafrika (Maghreb und Ägypten) gegen die dort autoritär herrschenden Regime und die politischen und sozialen Strukturen dieser Länder.[2] Ursprünglich war der Begriff positiv besetzt und man erhoffte sich Verbesserung in Hinblick auf die Menschenrechtslage in den betroffenen Ländern;[3] mittlerweile hat sich dieses Bild ins Gegenteil verkehrt.[4]
[Arabischer Frühling, Wikipedia, abgerufen am 06.05.2019]
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Als Tian’anmen-Massaker wird die gewaltsame Niederschlagung eines Volksaufstandes bezeichnet, bei dem der Tian’anmen-Platz (chinesisch 天安門廣場 / 天安门广场Pinyin Tiān'ānmén Guǎngchǎng, deutsch: Platz am Tor des Himmlischen Friedens) in Peking durch eine ursprünglich studentische Demokratiebewegung besetzt wurde. Im chinesischen Sprachraum wird die Bezeichnung „Zwischenfall vom 4. Juni“ (chinesisch 六四事件Pinyin liùsì shìjiàn), kurz „4. Juni“ (chinesisch 六四Pinyin liùsì), verwendet.
Am 3. und 4. Juni 1989 schlug das chinesische Militär im Zentrum Pekings gewaltsam die Proteste der Bevölkerung nieder. Auf dem Platz selbst starben dabei keine Menschen,[1][2] in anderen Teilen der Stadt starben nach Angaben von Amnesty International zwischen mehreren hundert und mehreren tausend Menschen.[3] Presseberichte, die sich auf Quellen im chinesischen Roten Kreuz beriefen, nannten 2600 Tote auf Seiten der Aufständischen und des Militärs und rund 7000 Verletzte im Laufe der Woche in ganz Peking.[4]
Die chinesische Bewegung war von den Reformbestrebungen in der Sowjetunion sowie in Polen und in Ungarn inspiriert. Aufgrund der Besetzung des Platzes hatte die Regierung zuvor den sowjetischen Präsidenten Gorbatschow nicht auf dem Platz empfangen können, die Studenten sahen in Gorbatschow einen Hoffnungsträger. Die wegen des Staatsbesuchs Gorbatschows zahlreich anwesende internationale Presse machte die chinesische Demokratiebewegung und ihre Forderungen weltweit bekannt. Während in der Sowjetunion und in Osteuropa eine weitgehend friedliche Reform gelang, scheiterte dieser Versuch in China. Durch die arabischen Proteste inspiriert, wurde unter dem Namen „Jasminrevolution“ (chinesisch 茉莉花革命Pinyin mòlihuā gémìng) erst im Februar 2011 wieder zu öffentlichen Protesten aufgerufen.
[Tian’anmen-Massaker, Wikpedia, abgerufen am 06.05.2019]
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China - Das Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens 1989 - deutsch {25:14}

Teleguen - - -
Am 28.05.2016 veröffentlicht 
Am Morgen des 5. Juni 1989 stellt sich ein Mann im weißen Hemd in Peking einer Panzerkolonne der chinesischen Armee entgegen.
Er wird von westlichen Reportern dabei gefilmt.
Doch wer war dieser Mann?

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Dienstag, 19. Februar 2019

Alle reden von Framing – ich jetzt auch!

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Framing (englisch frame: „Rahmen“) ist der Prozess einer Einbettung von Ereignissen und Themen in Deutungsraster. Komplexe Informationen werden dadurch selektiert und strukturiert aufbereitet, sodass eine bestimmte Problemdefinition, Ursachenzuschreibung, moralische Bewertung und/oder Handlungsempfehlung in der jeweiligen Thematik betont wird.[1][2][3] In der Publizistik herrscht ein heterogenes Begriffsverständnis.[4] Während die einen Frames in Anlehnung an das Schema-Konzept als kognitive Strukturen, Interpretations- und Deutungsmuster zur Informationsverarbeitung verstehen,[5] sprechen andere von Tiefenstrukturen, die Medientexten zu Grunde liegen.[6][7] Eine verbreitete Definition stammt von Robert Entman:
“To frame is to select some aspects of a perceived reality and make them more salient in a communicating text, in such a way as to promote a particular problem definition, causal interpretation, moral evaluation, and / or treatment recommendation for the item described.”
„Framing bedeutet, einige Aspekte einer wahrgenommenen Realität auszuwählen und sie in einem Text so hervorzuheben, dass eine bestimmte Problemdefinition, kausale Interpretation, moralische Bewertung und / oder Handlungsempfehlung für den beschriebenen Gegenstand gefördert wird.“
– Robert Entman: Framing: Towards a Clarification of a Fractured Paradigm, 1993.[8]
[Framing (Sozialwissenschaften), Wikipedia, abgerufen am 14.05.2019]
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Gut, dann reden wir über Framing und die ARD und den Versuch, durch den kontinuierlichen Gebrauch von irreführenden Wörtern die Diskussion zu manipulieren und einseitig zu beeinflussen. Reden wir also, zum Beispiel, über die Buchstaben GEZ.

Kritiker des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und Medien wie die „Bild“-Zeitung können nicht aufhören, von der GEZ zu reden. Sie sind unbeirrt davon, dass es diese Behörde seit über sechs Jahren nicht mehr gibt und dass Begriffe wie „GEZ-Gebühren“ („Gebühreneinzugszentralengebühren“?) immer schon Unsinn waren. Sie skandalisieren trotzdem jede Entscheidung, die irgendwie mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk und seiner Finanzierung zu tun hat, dadurch, dass sie „GEZ“ groß in der Überschrift unterbringen.

Es ist nicht spitzfindig, darauf hinzuweisen, dass die entsprechende Einrichtung inzwischen „Beitragsservice“ heißt, denn dahinter verbirgt sich nicht nur die Umlackierung einer ungeliebten Behörde. Durch die Umstellung der Rundfunkfinanzierung ist eine wesentliche Ursache dafür entfallen, dass die GEZ so verhasst war: das Ausschnüffeln von Wohnungen, um herauszufinden, ob jemand ein Empfangsgerät hat.

Wer im Zusammenhang mit ARD und ZDF immer wieder den etablierten, aber überholten Begriff GEZ benutzt, ist nicht nur denkfaul oder bedient die Denkfaulheit seiner Leser. Er verbindet ARD und ZDF auch immer wieder mit den negativen Emotionen und Assoziationen, die diese Buchstaben auch aus Gründen auslösen, die längst hinfällig geworden sind. Aber weil der Begriff „GEZ“ schon in den Köpfen der Menschen steckt, muss derjenige, der ihn benutzt, sich nicht den Vorwurf einer „Gehirnwäsche“ machen lassen. Im Gegenteil: Er sorgt ja nur dafür, dass der Schmutz bleibt und nie wieder weggeht.

mehr:
- Framing-Gutachten für die ARD: Eine absurde Debatte um ein misslungenes Papier (Kommentar von Stefan Niggemeier, ÜberMedien, 19.02.2019)
siehe auch:
Framing für Arme: Wenn Dilettanten sich sozialpsychologischer Konzepte bemächtigen (ScienceFiles, 26.02.2019)
Framing: Dialog statt Manipulation! (Kommentar von Sabine Breit, ethik-heute.org, 24.02.2019)
Gib den Trollen Zunder: Wie die ARD die Debatte um das “Framing-Manual” anheizt, ohne es zu merken (Stefan Winterbauer, Meedia, 20.02.2019)
Telefoninterview über das von netzpolitik.org geleakte „Framing-Manual“ – „Hätten wir besser selber machen ollen, hätten netzpolitik.org vielleicht in diesem Punkte einfach zuvorkommen können und sollen“ (Jörg Wagner, Medienjournalist, im Telefoninterview mit Rainald Becker, ARD-Chefredakteur, wwwagner.tv, 22.02.2019)
Wir veröffentlichen das Framing-Gutachten der ARD (Markus Beckedahl, Leonhard Dobusch, netzpolitik.org, 17.02.2019)
"Politik setzt gezielt auf Framing" (Ruth Herbert im Gespräch mit Sebastian Pertsch und Udo Stiehl vom Projekt "Floskelwolke", Frankfurter Rundschau, 15.01.2019)
Berichten, was nicht ist – so helfen Journalisten negativ beim „Framing“ (Stefan Fries, stefan-fries.com, 16.04.2018)
Die SPD und das Framing (Stefan Fries, stefan-fries.com, 15.01.2018)
- Zitat am Freitag: Framing (Christian Buggisch, buggisch.wordpress.com, 16.12.2016)

Mein Kommentar:
Vielleicht geht es auch einfach! Genauso, wie man nicht nicht kommunizieren kann (Watzlawick), gibt es auch keine Sprache (vielleicht abgesehen von den sogenannten exakten Wissenschaften wie Mathematik und Physik), ohne eine gewissen Färbung.

Ein Gespenst geht um in den USA…

Eine radikale linke Bewegung ist im Mainstream der US-Politik angekommen, trotz und wegen Donald Trump. Sie fordert mehr Staat und weniger Kapitalismus. Mit Erfolg.
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Alexandria Ocasio-Cortez sitzt seit gerade einmal sechs Wochen im US-Kongress und ist dennoch schon das bekannteste neue Gesicht der US-Politik. Dazu hat nicht nur ihr überraschender Wahlsieg beigetragen, sondern auch ihr kritischer Umgang mit der eigenen Parteiführung. Dass die New Yorkerin jung (29), Latina und weiblich ist, kommt bei bürgerlichen Linken ebenso gut an wie ihre rigorose Opposition gegen US-Präsident Donald Trump. Inhaltlich relevanter ist jedoch ihre politische Verortung. Ocasio-Cortez bezeichnet sich selbst als "demokratische Sozialistin".

Dieses Bekenntnis hätte in den USA vor wenigen Jahren noch einem politischen Suizid geglichen. Doch Ocasio-Cortez hat damit im vergangenen Jahr nicht nur die Vorwahlen in New Yorks 14. Wahlbezirk gegen einen etablierten Amtsinhaber gewonnen, sondern auch die Hauptwahl im November. Sie ist damit auch die jüngste weibliche Abgeordnete in der Geschichte des Kongresses.

Ocasio-Cortez fordert eine staatliche Gesundheitsversorgung für alle, Großbanken sollen zerschlagen und eine Jobgarantie für alle US-Amerikaner eingeführt werden. Und sie ist nicht die einzige sogenannte Sozialistin im Kongress. Rashida Tlaib aus Michigan, die ebenfalls im November in den Kongress gewählt wurde, bezeichnet sich auch als "demokratische Sozialistin". Bernie Sanders, Senator aus Vermont, sitzt zwar schon seit 2007 im Senat, machte aber vor allem 2016 Schlagzeilen. Sanders wäre fast Präsidentschaftskandidat der Demokraten geworden. Alle drei beweisen: Mit dem Etikett "socialism" lassen sich in Amerika neuerdings Wahlen gewinnen.

Ein roter Geist erwacht in den Vereinigten Staaten: Seine Anhänger finden sich in den Parlamenten, in politischen Bürgerbewegungen, im Journalismus und in der Popkultur. Allen ist gemeinsam, dass sie dem quasireligiösen Bekenntnis einer neoliberalen Marktwirtschaft eine Alternative entgegensetzen. Für amerikanische Verhältnisse ist das ein revolutionär neuer und vielleicht auch deshalb so attraktiver Politikansatz. Und die Protagonisten der radikalen Linken sind so erfolgreich, dass selbst Donald Trump sie als Gegner ausgemacht hat.

mehr:
- USA: Ein roter Geist erwacht (Jörg Wimalasena, ZON, 19.02.2019)

Freitag, 15. Februar 2019

Problemmanagement im Neoliberalismus à la Macron: höher zielen, fester zuschlagen, für dumm verkaufen

Macron schickt brutale Ordnungskräfte auf Demonstranten los und leugnet, dass es Todesfälle gab.

Der französische Präsident Emmanuel Macron geht hart gegen die Proteste seiner Bevölkerung vor. Eine achtzigjährige Immigrantin wurde durch seine Polizeitruppen im Rahmen der Gelbwesten-Proteste getötet, was er mit keinem Wort erwähnte oder gar bedauerte. Die Botschaft an das französische Volk ist eindeutig: Wer sich mit der Staatmacht anlegt, für den wird es gefährlich. Auch mit den Bürgerrechten nimmt es der Präsident des Kapitals mitunter nicht mehr so genau.


Für ihren gewaltsamen Tod wurde niemand bestraft: Zineb Romdhane, eine in Marseille lebende Achtzigjährige, starb an den Folgen der Verletzungen, die sie durch eine Granate erlitten hatte (1). Macrons Truppen schleuderten die mit einem Sprengsatz sowie Tränengas bestückte Granate Anfang Dezember 2018 in ihre Wohnung im vierten Stock, als sie das Fenster schließen wollte, um sich vor den Ausschreitungen auf der Straße zu schützen. Offenbar schafften die Polizeitruppen es „gerade noch rechtzeitig“, die alte Dame vor dem Schließen des Fensters am Kopf zu treffen.

Macron „bedauerte“ am 28. Januar 2019 in Kairo bei seinem Staatsbesuch in Ägypten, dass „11 Personen ihr Leben während der sozialen Krise der ‚Gelbwesten‘ in Frankreich verloren haben“, zitiert FranceInfo den französischen Präsidenten (2). Diese Personen waren keine Polizisten oder sonstige Macron-Kämpfer, sondern Gelbwesten – Gilets Jaunes – oder von den Macron-Truppen bearbeitete Passanten.

Wie es in dem FranceInfo-Bericht weiter heißt, behauptete Emmanuel Macron, dass keine einzige dieser Personen Opfer seiner Ordnungskräfte wurde und zollte seinen Truppen ausdrücklich Tribut. Dies alles ausgerechnet bei einer Pressekonferenz mit dem ägyptischen Präsidenten Al-Sissi, der für sein brutales Regime bekannt ist.

Wie einfach Macron und die Medien die Toten wegdefinieren, wenn sie nicht mehr geleugnet werden können, zeigt das Beispiel der getöteten alten Frau aus Marseille. Die Frau sei nicht von den Polizisten getötet worden, sie sei doch bei der Operation im Krankenhaus gestorben, heißt es in den Verlautbarungen der Regierung und der Presse (3). Deutlicher kann man seine Bevölkerung wohl kaum für dumm verkaufen.

Elf Tote bei den Gelbwesten-Protesten, aber niemand wird dafür verurteilt. Auch für die vielen Schwerverletzten scheint es keinen Schuldigen zu geben.

Die Botschaft an die Gelbwesten ist klar: Wenn ihr demonstriert, seid ihr vogelfrei und müsst damit rechnen, eine Hand, ein Auge oder euer Leben zu verlieren und natürlich werfen wir euch sofort in den Knast, wenn ihr euch dagegen wehrt (4, 5).
Emmanuel Macron ging in der Vergangenheit brutal gegen die Gelbwesten-Demonstranten, ihre Sympathisanten sowie Passanten vor. Zahlreiche Videos und Fotos von den Demonstrationen belegen die massive und gezielte Brutalität der Polizei sowie die gezielte Demütigung von Demonstranten – darunter ganze Schulklassen – durch die Sicherheitskräfte (6, 7, 8, 9, 10).

Unter den Kämpfern auf Macron-Seite befinden sich dabei nicht nur reguläre Polizisten, sondern auch ungekennzeichnete Personen in Zivilkleidung mit roten Armbinden sowie teilweise auch Personen ohne Armbinden, wie beispielsweise ein Macron-Kämpfer, der sich in den Reihen der Polizei aufhielt und einen Handwerkerhammer als Schlagwaffe mit sich führte (11). Insbesondere die Rotbinden greifen immer wieder friedliche Demonstranten an und verschleppen diese.

mehr:
Der Schlägerpräsident (Jens Bernert, Rubikon, 15.02.2019)
siehe auch: 
Der wütende Rebell unter den „Gelbwesten“ (EpochTimes, 15.02.2019)  
Erfolgsrezept gegen die Gelbwesten? Halbzeit beim „Grand débat national“ (Jürgen König, Deutschlandfunk, 15.02.2019)  
«Gelbwesten"-Liste für Europawahl verliert prominente Führungsfigur (AZ Zeitungen, 14.02.2019)  
Frankreich unter Emmanuel Macron – Sich retten vor der Revolution (Ulrich Wickert im Gespräch mit Anke Schaefer, Deutschlandfunk Kultur, 14.02.2019)  
»Ich sehe Mistgabeln« – Menschen ohne Ansprechpartner (Post, 23.01.2019)  
Gummigeschosse zur Disziplinierung der Gelbwesten (Post, 18.01.2019) 
Spielt Macron einfach nur auf Zeit? (Post, 16.01.2019) 
Die Demokratie-Illusion (Post, 11.12.2018) 
„Auf die Knie!“: Französische Polizei behandelt protestierende Schüler wie Schwerverbrecher (Andreas Lilge, EpochTimes, 07.12.2018)
„Wie werden Meinung und Demokratie gesteuert“ (Post, 31.05.2017)

mein Kommentar:
Seine Bevölkerung für dumm verkaufen? 
Zum Für-dumm-Verkaufen gehören immer zwei!
Macron hat Hunderte von Beratern, die sich für teures Geld Gedanken machen. Wenn die befürchten würden, daß seine Worte bei signifikanten Teilen der Bevölkerung unangenehme Konsequenzen haben, würde er das nicht sagen! 
Wie sagte Osho so schön:
Realität ist, was funktioniert.
Und das Für-dumm-Verkaufen funktioniert!
Auch das Die-Bürgerrechte-nicht-so-genau-Nehmen funktioniert (siehe die verlinkten Posts oben)
Spannend würde es erst werden, wenn’s nicht mehr funktioniert…

zur Verachtung des Volkes siehe:
"Wir leben in einer Zeit der Gegenaufklärung" (Paul Schreyer interviewt Rainer Mausfeld, 02.10.2018)
Prof. Mausfeld: Die »verwirrte Herde« auf Kurs halten… (28. Pleisweiler Gespräch) (Post, 03.11.2017)

Giftgasangriff? Was ist in Duma am 7. April 2018 passiert?

Für die USA waren die Bilder der Weißhelme Beweis genug zur Bombardierung, ein investigativer US-Journalist hat sich bemüht, den Nebel des Krieges und der Propaganda vorurteilslos zu durchdringen

Passend zur Münchener Sicherheitskonferenz, wo die Veranstalter wie jedes Jahr einen drohenden Zusammenbruch, dieses Mal der "liberalen Weltordnung", beschwören, ist auf Intercept der Bericht von James Harkin, Direktor des Centre for Investigative Journalism und Mitglied des Shorenstein Center der Harvard University, erschienen, der sich noch einmal den angeblichen Giftgasangriff auf das syrische Duma (Douma) im April 2018 vorgenommen hat (Das lässt aufhorchen: Angeblicher Chemiewaffenangriff in Ost-Ghouta).

Er war bereits Anfang Juli 2018 nach Duma gereist, um sich die Lage vor Ort anzusehen. Seine Reportage ist Pflichtlektüre, auch wenn man letztlich zu anderen Schlüssen kommen mag. Klar ist auf jeden Fall, dass viele Menschen umkamen, letztlich ist es egal, ob sie Opfer einer chemischen Waffe oder einer normalen Bombe wurden.

Für ihn ist es eine Fallstudie für die Choreografie der neuen Propagandakriege im Zeitalter der Fake News. Eine "Desinformationswolke" habe die Ereignisse in Duma eingehüllt, während die großen Medien im Rückzug seien, hätten sich neue Informationsakteure an deren Stelle begeben. Aus Duma wären, nachdem Jaysh al-Sham 2013 die Führer der Violations Documentation Center verschwinden ließ und wahrscheinlich umbrachte, nur noch mit der Dschihadistengruppen abgesprochene Informationen herausgekommen, VDC sei nicht mehr vor Ort gewesen.

Der vermeintliche Giftgasangriff wurde Moskau und Damaskus schon vor jedem Beweis und nur aufgrund der schnell von den Weißhelmen verbreiteten Behauptungen, Fotos und Videos zugeschrieben, was dazu führte, dass die USA, Großbritannien und Frankreich gemeinsam Ziele des angeblichen syrischen Giftgasprogramms beschossen, noch bevor die OPCW-Inspektoren an den Ort des Vorfalls gelangt waren.

Obgleich Russland versuchte zu belegen, dass der Giftgasangriff von den Dschihadisten der Jaysh al-Sham als letzter Versuch, die drohende Niederlage abzuwenden, inszeniert worden sei, hielt man im Westen weitgehend und ohne dem nachzugehen daran fest. Das Narrativ ergänzte das zum Nervengiftanschlag auf die Skripals.

Während alle anderen Rebellengruppen nach einer Vereinbarung mit Damaskus vor der angekündigten Offensive abgezogen waren, weigerte sich Jaysh al-Sham zunächst. Der echte oder inszenierte Giftgasangriff konnte die Einnahme von Ostghuta durch die syrischen Truppen aber nicht verhindern, am Tag darauf zogen die Dschihadisten ab. Russische Soldaten waren bereits zwei Tage später in Duma und konnten angeblich keine Hinweise auf einen Giftgasangriff finden (Nach "Beweisen" Moskaus war der Chemiewaffenengriff in Douma inszeniert). 

mehr: 
- Giftgasangriff? Was ist in Duma am 7. April 2018 passiert? (Florian Rötzer, Telepolis, 15.02.2019) 
siehe auch: 
- Chemiewaffen, die Zweite (Post, 06.02.2019)
- White Helmets: Helden oder Verbrecher? (Post, 23.12.2018)
- Hama – die Geschichte einer Lüge (Post, 16.12.2018)
- Konflikt über behaupteten Giftgasanschlag in Aleppo weitet sich aus (Post, 09.12.2018)
- Chemiewaffen und Fassbomben als Propagandawaffen im Syrienkrieg (Post, 24.11.2018)
- Die Lügen der Macht (Post, 17.11.2018)
- Der Kindermord-Skandal (Post, 16.09.2018) 

Donnerstag, 14. Februar 2019

Das E-Auto ist auch keine Lösung

Davon träumen wir alle: Elektroautos als saubere Fahrzeuge auf den Straßen. Aber wie steht es wirklich mit der Ökobilanz des vermeintlichen Saubermachers? Die Wahrheit ist: Das E-Auto ist für die Industrie ein lukratives Geschäft – für das Klima aber eine Katastrophe.

Batteriebetriebene Elektrofahrzeuge sind per EU-Definition Null-Emissionsautos. Stimmt aber nicht. Die Emissionen entstehen nur an anderen Stellen. Nämlich dort, wo wir mit Gas, Braunkohlekraftwerken, mit fossilen Brennstoffen oder Atomenergie Strom erzeugen. In Frankreichsei das Elektroauto schon längst sauber, weil der Strom durch Atomenergie erzeugt wird, sagte neulich ein Renault-Manager.

Dasselbe in den Vorzeigestädten Chinas, Schanghai und Peking: Vermeintlich gibt es dort saubere Straßen durch eine kurzfristig ausbleibende Direktemission. Aber weit weg von den Städten werden CO2-Emissionen in die Luft geballert in den Braunkohle-, Steinkohle- und Ölkraftwerken.
mehr:
- Experte erklärt E-Autos sind für das Klima eine Katastrophe (Jörg Wellnitz, Hamburger Morgenpost, 14.02.2019)

siehe auch:
Elektroantrieb: Die dreckige Wahrheit der Mobilitätswende (Joachim Becker, Süddeutsche Zeitung, 29.11.2018)
Das Elektroauto ist keine Lösung, sondern ein Problem. (stephankrull.info, 11.10.2018)
Energiefresser Internet: Die Ökobilanz eines Mausklicks (SWR odysso, 12.07.2018)
Klartext: Das Elektroauto wird uns nicht retten (Heise – Autos, 26.07.2018)
Bitcoins: Alle reden von der Absahn-Blase, wer vom Energieverbrauch? (Post, 19.12.2017)
Unsere Autolibido (Tanja Dückers, ZON, 06.04.2016)
- Elektro-Autos: Nein danke! (Wolfgang Zängl, Gesellschaft für ökologische Forschung e.V., 1992 – PDF)

Gelbwesten: Der Boxer muss ins Gefängnis

... aber nur nachts, ein Jahr lang. Der Fall Christophe Dettinger zeigt, wie ambivalent das Problem Gewalt bei den Demonstrationen in Wirklichkeit ist

Der Boxer Christophe Dettinger wurde gestern nach einer siebenstündigen Verhandlung von einem Strafgericht in Paris zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten verurteilt, von denen er 12 Monate lang die Nächte in einem Gefängnis verbringen muss, 18 Monate sind zur Bewährung ausgesetzt. Dettinger muss zudem Gemeindedienst in der Banlieue leisten und 5.000 Euro Entschädigung zahlen. Ein halbes Jahr lang darf er Paris nicht betreten. Das Urteil blieb unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft. Urteil mit politischem Symbolwert

Der Fall hat Symbolwert für die Gelben Westen. Das ist auch daran abzulesen, dass eine Spendenkasse, die für seinen Fall geschaffen wurde, innerhalb von zwei Tagen 145.000 Euro gesammelt hatte. Dann wurde die Sammelaktion aufgrund von Protesten "eingefroren".

Dass auch ein Regierungsmitglied, nämlich Marlène Schiappa, Ministerin für die Gleichheit von Frau und Mann, vorneweg gegen die Spendenaktion protestiert hatte, zeigt, dass der Fall auch für die Regierung Symbolwert hat. Sogar so viel, dass ihn Macron erwähnte, um zu erklären, dass die Bewegung der Gelben Westen infiltriert sei. Er äußerte den Verdacht, dass der Boxer von einem linksextremistischen Anwalt instruiert wurde, um eine Erklärung abzugeben.

Dies eröffnete im Zusammenhang mit Macrons Mutmaßungen über die sprachlichen Fähigkeiten des Boxers ein eigenes Diskussionsfeld, in dem einmal mehr die Arroganz des Präsidenten zum Thema wurde (siehe einen Artikel von Libération zur Deklassierung der Worte Dettingers).

Das hauptsächliche Thema im Fall Dettinger ist aber die Gewalt im Zusammenhang mit Demonstrationen der Gelben Westen. In diesem Fall geschehen beim Acte VIII, am 5. Januar 2019

mehr: 
- Gelbwesten: Der Boxer muss ins Gefängnis (Thomas Pany, Telepolis, 14.02.2019) 
siehe auch: 
- »Ich sehe Mistgabeln« – Menschen ohne Ansprechpartner (Post, 23.01.2019)  
- Gummigeschosse zur Disziplinierung der Gelbwesten (Post, 18.01.2019) 
- Spielt Macron einfach nur auf Zeit? (Post, 16.01.2019) 
- Die Demokratie-Illusion (Post, 11.12.2018) 
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