Freitag, 16. August 2019

USA zeigen überraschende Merkmale eines Drittweltlandes

Sechs Merkmale eines Entwicklungslandes erkennt Professor Robert Reich in einem kurzen Videobeitrag.
upg. Robert Reich ist Professor für öffentliche Politik an der Goldman School of Public Policy der University of California. Berkeley. Er war US-Arbeitsminister unter Präsident Bill Clinton.
In vielen Ländern der Dritten Welt gebe es besonders grosse Ungleichheiten, eine Anzahl Oligarchen und wenig Chancen für Arme. Die USA seien auf dem Weg dazu, wenn man folgende sechs Kriterien betrachte, erklärt Robert Reich.
mehr:
- USA zeigen überraschende Merkmale eines Drittweltlandes (Info-Sperber, 16.08.2019)

Robert Reich: Is America Becoming a Third World Country? {3:47}

Robert Reich
Am 13.08.2019 veröffentlicht 
Former Secretary of Labor Robert Reich breaks down what America has in common with developing countries.
Watch More: The Real American Story
►► https://youtu.be/vvCtwDAQta0

Germany: Low Crime, Clean Prisons, Lessons for America | Jeff Rosen | TEDxMountainViewHighSchool {25:57 – Start bei 3:45}

TEDx Talks
Am 13.08.2019 veröffentlicht 
Germany has a much lower crime rate and fewer people in prison than the United States. How does Germany do that? Is it because their prisons are different than ours? Is there anything we could learn from them? Find out.
District Attorney Rosen is an experienced prosecutor and a recognized leader in criminal justice reform. His mission for the Santa Clara County District Attorney's Office is to vigorously pursue justice in a way that is fair and treats everyone with respect. His core values are service, hard work, transparency and integrity.
Since arriving in the Bay Area, Mr. Rosen has been active in the community. He served as president of a large synagogue, taught trial advocacy at Santa Clara University Law School and trained police officers in report-writing.
This talk was given at a TEDx event using the TED conference format but independently organized by a local community.
Learn more at http://ted.com/tedx
Einige Zahlen aus dem Video: 
6 von 100 Highschool-Absolventen werden vor dem 30. Lebensjahr ein Jahr im Gefängnis verbringen.
Von 100 Highschool-Abbrechern werden vor dem 30. Lebensjahr 28 ein Jahr im Gefängnis verbringen.
Von 100 afro-amerikanschen Highschool-Abbrechern sind es 68.

Von 1925 bis 1975 war die Inhaftierungsrate mit ca. 100 von 100.000 Einwohnern
relativ stabil. Ab 1975  stieg sie dramatisch an.
Aufbau des Strafrechtsstaats
[…] werden wir den Ursachen und Modalitäten dieser astronomischen zur Zunahme der Gefängnispopulation im Einzelnen nachgehen und insbesondere zeigen, dass sie rein gar nichts mit der Kriminalitätsentwicklung zu tun hat. […] werden wir darüber hinaus zeigen, wie sich das plötzliche Gefängniswachstum zum Zerfall der städtischen Gettos als physikalischem Aufbewahrungsort für unerwünschte schwarze Körper verhält. An dieser Stelle sei noch erwähnt, dass eine der Hauptantriebskräfte bei diesem Gefängniswachstum in den USA der »War on Drugs« war, der »Krieg gegen die Drogen« – ein irreführender Name für eine Politik, mit der in Wirklichkeit eine Guerilla-Kampagne zur strafrechtlichen Drangsalierung von kleinen Straßendealern und armen Konsumenten gemeint war und die sich in erster Linie gegen die jungen Männer in den kollabierenden Innenstädten richtete, für die dank dem doppelten Abbau des Arbeitsmarkts und des Wohlfahrtsstaats das Dielen die am leichtesten zugängliche und zuverlässigste Erwerbsquelle darstellt.[48] Es ist ein »Krieg«, den zu erklären die Behörden 1983 keinerlei Grund hatten, wenn man bedenkt, dass der Marijuana-und Kokainkonsum seit 1977-79 stetig zurückgegangen war und dass die Politik der Angebotsproduktion in Amerika eine lange und ehrwürdige Geschichte des Scheiterns hat.[h] Sowie auch vollkommen vorhersehbar war, dass diese Politik die Afroamerikaner der unteren Klassen insofern unverhältnismäßig hart treffen würde, als direkt auf die Wohnviertel der Mittellosen in den maroden Stadtkernen zugeschnitten war.

Der Grund für diese enge räumliche Zuspitzung einen nationalen Strafverfolgungskampagne ist leicht auszumachen: Das schwarze Getto ist das stigmatisiert Territorium, auf dem eine beängstigende und angeblich in Unmoral und Wohlfahrtsabhängigkeit versunkene »Unterschicht« unter dem Druck von Deindustrialisierung und sozialer Isolation zu einem festen Block zu verschmelzen schien und damit zu einem der vorzüglichsten Objekte der öffentlichen Besorgnis geworden war.[49] Doch es ist auch der Bereich, wo die Polizeipräsenz besonders dicht ist, illegale Geschäfte am leichtesten zu entdecken sind, die hohe Konzentration von jungen vorbestraften Männern den Gesetzeshütern leichte Beute verspricht und die Machtlosigkeit der Bewohner viel Spielraum für repressives Handeln ist. Nicht die Drogenbekämpfung als solche hat dazu beigetragen, Amerikas Gefängniszellen bis zum Bersten auszufüllen und ihre Insassen rasch immer »schwarzer« werden zu lassen, sondern der Zeitpunkt und die selektive Umsetzung dieser Politik in einem begrenzten Quadranten am alleruntersten Ende des sozialen und städtischen Raumes.



Ein Indikator für das Ausmaß dieses Prozesses: 1975 verbüßte einer von vier insassen von Bundesgefängnissen eine Haftstrafe wegen eines Drogendelikts; 20 Jahre später waren es bereits 61 %. Währenddessen hatte sich die vom Federal Bureau of Prisons (etwa: »Bundesamt für Gefängnisse«) verwahrte Population vervierfacht. Sie lag nun bei 90.000 und machte es da mit zum größten Strafvollzugssynem der Welt, während es bis zu Reagans Einzug ins Weiße Haus ein kleines Anhängsel des US-amerikanischen Strafvollzugsapparats war (s. Tab. 2.4).



Ein Indikator für die Rassendisparität: 1975 betrug das Verhältnis von schwarz zu weiß bei den lnhaftierungsraten für Drogendelikte zwei zu eins; 15 Jahre später war es auf fünf zu eins gestiegen, obwon sich das Verhältnis von Schwarzen zu Weißen, was die Neigung zum Drogenkonsum betraf, nicht verändert hatte. Noch schockierender ist, dass die Rate der wegen Drogendelikten ensltzenden weißen Jugendlichen, die seit ihrem Höchststand von 310 von 100.000 im Jahre 1975 stetig gesunken war, nach der Erklärung des Kriegs gegen die Drogen im gleichen Tempo weiter sank und im Jahre 1991 einen Tiefstand von 80 von 100.000 erreichte – was bedeutet, dass weiße Jugendliche von dieser aggressiven Strafverfolgungskampagne überhaupt nicht betroffen waren. Demgegenüber machte die Rate der wegen Drogendelikten inhaftierten schwarzen Minderjährigen, die parallel zur Rate der weißen Jugendlichen von 250 von 100.000 im Jahre 1979 auf rund 185 im Jahre 1981 gefallen war, im Jahre 1983 eine abrupte Kehrtwende und stieg bis 1989, dem Höhepunkt dieses so genannten Krieges, raketengleich auf über 460 von 100.000 an.[50] Junge schwarze Männer aus dem Ghetto wurden beim aggressiven Aufbau des Strafrechtsstaats nach der Bürgerrechtsrevolution zur bevorzugten Beute, so wie junge schwarze Frauen, die Sozialhilfe bekamen, zur zentralen Figur im Strudel der Debatten um die »Wohlfahrtsreform«.



Gemessen an den Zielsetzungen seiner Strategen war der »War on Drugs« ein spektakulärer Fehlschlag – wie rund 80 % der Polizeichefs des Landes bei Befragung im Rahmen des Annual Survey of Police Chiefs an Sheriffs, der jährlichen Umfrage bei den Polizeichefs und Sheriffs, nach 1995 sagten. Seit er erklärt wurde, sind die Straßenpreise für Kokain stetig gesunken, die Mengen der auf den Straßen zirkulierenden Drogen Jahr für Jahr gestiegen und die Zahlen der bei wegen Drogendelikten verurteilten schwarzen Häftlinge ununterbrochen angeschwollen. Doch er hat gute Dienste geleistet, um den Speer des Strafrechtsstaats auf die allereledndsten Segmente des städtischen Subproletariats des Landes zu schleudern und eine öffentliche Bühne zu errichten, auf der die Politiker vorführen konnten, wie sie dem hart arbeitenden Bürger einen lebenswichtigen Dienst erwiesen: den mangelhaften Schutz vor Straßenräubern.

Und dennoch ist mit der Verdoppelung der Häftlingspopulation innerhalb von zehn Jahren und ihrer Verdreifachung innerhalb von 20 Jahren seit Mitte der 1970 er Jahre das reale Gewicht der Strafverfolgungsbehörden im neuen Apparat für den Umgang mit der Armut und ihren Begleiterscheinungen immer noch viel zu niedrig angesetzt. Denn die, die hinter Gittern sitzen, stellen nur ein Fünftel der Gruppe dar, die unter strafrechtlicher Überwachung steht (s. Tab. 2.5). Bezieht man auch die Person ein, die zu Bewährungsstrafen verurteilt oder auf Bewährung freigelassen wurden, standen 1995 über 5 Millionen Amerikaner, unter 2,5 % aller amerikanischen Erwachsenen, unter der Fuchtel des Strafrechts. In vielen Städten und Regionen sind Strafverfolgungsbehörden und ihre Ausläufer der wichtigste, wenn nicht einzige Berührungspunkt zwischen dem Staat und den jungen schwarzen Männern aus der unqualifizierten Unterschicht: Preis wird seit 90 saßen in Kalifornien 40 % der männlichen Afroamerikaner zwischen 18 und 35 Jahren hinter Gittern oder waren zu Bewährungsstrafen verurteilt oder auf Bewährung entlassen worden; in Washington, die sie, erreichte diese Rate 42 %, in Baltimore, den Spitzenwert von 56 %. [51] In derselben Zeit, in der der US-Staat das schützende Netz der Wohlfahrtsprogramme einholte und auf der untersten Stufe der Beschäftigungsleiter die allgemeine Einführung von Jobs mit einer Bezahlung unter der Armutsgrenze betrieb, warfen die Behörden ein bis tief in die Unterschichtengemeinschaften der Farbigen hinein reichendes, verstärktes Strafvollzugsnetz aus. […]
[Die Kriminalisierung der Armut nach der Zeit der Bürgerrechtsbewegung in: Loic Wacquant, Bestrafen der Armen: Zur neoliberalen Regierung der sozialen Unsicherheit, Barbara Budrich Verlag, Leverkusen 2008, S. 77ff. (GoogleBooks)]
siehe auch die Rezensionsnotizen bei Perlentaucher!

Zur US-Inhaftierungsrate siehe auch:
VEREINIGTE STAATEN VON AMERIKA 2017/18 (Amnesty.de)
Sieben Mythen über Kriminalität (Tillmann Elliesen, welt-sichten.org, 26.06.2016)
Die Kluft zwischen Arm und Reich (schroedingerskatze.at, 19.02.2016)
Amerika hinter Gittern – Wie die USA zum Gefängnis­spitzenreiter wurden (John Surico, vice.com, 07.12.2015)
- USA – Die Knast-Nation (Stefan Wagner, Focus, 24.08.2009)

Das US Imperium ist eine Oligarchie - Vortrag von Dr. Daniele Ganser in Landau / Pfalz am 20.11.2016 {2:26:55}

NachDenkSeiten
Am 23.02.2018 veröffentlicht 
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Daniele Ganser setzt bei seinen verschiedenen Vorträgen immer wieder neue inhaltliche Akzente. In Landau konzentrierte er sich am 20.11.2016 auf die Beschreibung und Analyse des „Imperiums USA“ und auf die Darstellung der Veränderung dieses wichtigen Staates - von einer allseits bewunderten Demokratie hin zur Oligarchie. Dem Glauben der Mehrheit unserer Meinungsführer wird damit deutlich widersprochen. Ganser belegt seine Kritik an dem Traumbild, das üblicherweise vom Westen und der Führungsmacht USA gezeichnet wird, mit vielen Fakten. Mehr.
Zum Beispiel zeigt er mit verschieden eingefärbten Weltkarten, wie die Imperien in der bisherigen Geschichte aussahen. Er zeigt und belegt, wo überall in der Welt die USA mit Militärbasen vertreten sind, und vergleicht dies mit den Einflussbereichen von Russland, China und Europa. Das Ergebnis dieses Vergleichs ist eindeutig. Es gibt nur ein Imperium.
Ob seine geäußerte Hoffnung, dass jedes Imperium irgendwann untergegangen sei, trägt oder trügt, wird man erst später entscheiden können. Hoffentlich nicht erst nach dem Untergang dieser kriegerischen Welt. Die anschauliche Darstellung des herrschenden Imperiums ist nur ein Beispiel von vielen Dokumenten, die Daniele Ganser bei seinem Vortrag präsentiert. Insgesamt sind 117 Folien als laufende Belege in seinen Vortrag aufgenommen. Damit können die Zuschauer und Zuhörer nicht nur einen interessanten Vortrag nach-hören und nach-schauen, sie können auch Material für ihre eigene Argumentation und Aufklärungsarbeit ableiten.
Die gesamte Veranstaltung, also der Vortrag Daniele Gansers plus Einführung durch die Veranstalter Michael Grzeschik und Albrecht Müller, dem Herausgeber von NachDenkSeiten.de , dauert 2 Stunden und 30 Minuten. Das ist lang. Aber es ist trotzdem kurzweilig und lohnt. Es könnte sich besonders lohnen, wenn Sie Ihre Freunde, Bekannten und Nachbarn zum Anschauen und zur Diskussion einladen. Daran anschließende interessante Gespräche sind quasi garantiert.
Übrigens: Das frühere Kino Gloria in Landau war bis auf den letzten Platz besetzt. 500 interessierte und überdurchschnittlich viele junge Menschen waren der Einladung gefolgt

siehe auch:
„Vergesst Assange nicht, sonst werdet ihr ihn verlieren!“ (Post, 17.08.2019)
Amerikas Krieg gegen das Völkerrecht (Post, 27.04.2019)
Suizidraten steigen in den USA stark an (Post, 03.07.2018)
USA - Die gekaufte Demokratie? – Trump die Alternative? (Post, 03.11.2016)
Peter Thiel: Ein Multimilliardär kritisiert die realitätsfremde Elite (Post, 03.11.2016)
Warum man Vierjährigen manchmal Hand- und Fußfesseln anlegen muß – zumindest in den USA (Post, 20.12.2014)
Nick Hanauer: »Ich sehe Mistgabeln« (Post, 23.07.2014)
- Princeton-Studie: USA keine Demokratie mehr (Post, 05.05.2014)

ABC's Boston Legal [Speech on America by Alan Shore] {6:48}

gintherlover
Am 09.03.2011 veröffentlicht 
Character Alan Shore, an Attorney, gives an interesting speech on the status quo of the American throng. It is a thought provoking video. The some clips are from the show, some are apparently from unidentified other youtube users, to whom some credit goes, but until I can dig up the names.....

MUST SEE!! COP MESSES WITH THE WRONG LAMBORGHINI OWNER!!! {5:24}

Stig's Persian Cousin
Am 08.01.2019 veröffentlicht 
I have never tried to bait any police officer anywhere in the world just to get it on video for the views, I always respect them and I always smile but this Oregon State Trooper (Trooper Donald Rummer) was definitely the most arrogant, defensive and ignorant police officer I have ever encountered.
The car did have plates, Dubai plates, this is where I reside and the Lamborghini was just temporary shipped to the US for a short vacation. Just like a Canadian driver with a Canadian license plate in the US. Plain and simple.
I was doing the speed limit, obeying all traffic laws and I was just traveling through Oregon on my way to Vancouver, BC in Canada but this police officer seems to be absolutely clueless about federal and international driving laws.
Stig's Persian Cousin // SPC

Die USA sind nicht das großartigste Land der Welt ... {4:37}

nordpiraten
Am 08.01.2019 veröffentlicht 
Was man glauben will kann leicht die Realität verzerren. Wenn man in der einzigen verbleibenden Supermacht aufgewachsen ist, dann will man als patriotischer US-Amerikaner gerne glauben wie großartig das eigene Heimatland ist. Schließlich heißt es doch das Land der Freiheit und Heimat der Mutigen. Doch die Wahrheit ist ein scharfes Schwert und die Realität holt jeden früher oder später ein ...
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Leonard Cohen - Democracy (Live in London) {7:08}

LeonardCohen
Am 29.03.2019 veröffentlicht 
Leonard Cohen - Democracy (Live In London) (Official Video) 
Lyrics: YouTube
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Donnerstag, 15. August 2019

Grossbanken sind stärker subventioniert als die Landwirtschaft

Jedes Jahr profitieren Schweizer Grossbanken von rund 25 Milliarden Franken Subventionen, erklärt Finanzprofessor Marc Chesney.
Es geht nicht um direkte Subventionen aus der Staatskasse, sondern um indirekte Subventionen wie etwa in der Landwirtschaft oder bei den Fluggesellschaften. Die Flüge sind nur so billig, weil Fluggesellschaften für die gewaltigen verursachten Umweltschäden nichts zahlen müssen. Der Flugverkehr wird nicht mit Benzin- und Mehrwertsteuern belastet wie der Autoverkehr. Von einer CO2-Steuer ganz zu schweigen.
Andere indirekte Subventionen kommen der Landwirtschaft zugute. Neben den direkten Subventionen von jährlich rund 3,7 Milliarden Franken aus Steuergeldern müssen die Konsumentinnen und Konsumenten wegen des Grenzschutzes zusätzliche 3,5 Milliarden Franken in Form von höheren Preisen zahlen. Die Landwirtschaft profitiert also von insgesamt über sieben Milliarden Franken Subventionen jährlich. Das hat die OECD ausgerechnet.
Doch dies ist nur ein Bruchteil der Subventionen, von welchen die Grossbanken profitieren. Es handelt sich durchwegs um indirekte Subventionen, nur sind diese etwas weniger augenfällig als bei der Landwirtschaft oder beim Flugverkehr.
Finanzprofessor Marc Chesney von der Universität Zürich zitiert in seinem neusten Buch* eine wenig beachtete Berechnung des Internationalen Währungsfonds aus dem Jahr 2014. Der IWF wies die indirekten Subventionen an die Schweizer Grossbanken für die Jahre 2011 und 2012 mit jährlich 25 Milliarden Dollar aus, was ungefähr 26,7 Milliarden Franken entsprach. Hauptgrund: Grossbanken können sich viele Milliarden zu tieferen Zinsen beschaffen als andere Marktteilnehmer. Ihre Gläubiger und Investoren sind überzeugt, dass die Grossbanken nicht pleite gehen können, weil sie von einer impliziten Staatsgarantie profitieren. Dank diesem Vorteil können sich Grossbanken auf Kosten anderer Banken noch stärker ausbreiten. Das Gleiche gilt für die Grossbanken im Ausland: Für die Eurozone gab der IWF den Wert der impliziten Staatsgarantien mit jährlich 150 Milliarden Dollar an, für Grossbritannien und Japan mit je 55 Milliarden Dollar.
mehr:
- Grossbanken sind stärker subventioniert als die Landwirtschaft (Urs P. Gasche, Info-Sperber, 15.08.2019)
zum Umgang mit Banken siehe auch:
BMF will nach Cum-Ex-Skandal Verlust zurückholen (Salzburger Nachrichten, 23.07.2019)
Die geheime Macht der Bilderberg-Gruppe (Urs P. Gasche, Info-Sperber, 30.08.2019)
Schattenbanken wachsen den Aufsichtsbehörden über den Kopf (Urs P. Gasche, Info-Sperber, 05.08.2019)
Wo die Korruption ihr gemütliches Zuhause hat (Wolfgang J. Koschnick, Telepolis, 14.04.2019)

Ganze 20 Steuerfahnder sind in NRW mit den komplizierten Cum-EX Fällen betraut. Das ist nicht gerade viel. Es geht um Berge von Akten, Notizen und Mailverkehre. Die ersten Fälle aus dem Jahr 2008 drohen zu verjähren noch bevor es zu einer Anklage kommt. Doch die nordrheinwestfälischen Ministerien wiegeln ab: alles nicht so schlimm, es geht ja nur um gut 55 Milliarden Euro, die uns allen gestohlen wurden. […]

Experten schätzen, dass es allein in den laufenden Ermittlungsverfahren in NRW um 5 Mrd. Euro geht! […] Damit wäre der Digitalpakt bereits finanziert. Und vor allem: Davon lässt sich ein ganzes Heer an Ermittlern einstellen, und es bliebe immer noch was übrig.
Etwa 20 Personen kümmern sich in NRW um die Ermittlungen rund um die Cum-EX-Deals. Und die reichen nicht aus, um der Datenflut Herr zu werden. Dabei sind viele Fälle nicht einmal in der Bearbeitung. Und die Zeit drängt: die frühen Fälle vor 2009 drohen zu verjähren. Der Bund deutscher Kriminalbeamter meint, wir bräuchten mindestens 50 Fahnder, um die Fälle aus Akten und Emails schnell genug zu rekonstruieren.

Doch die Landesregierung geht in Deckung und wiegelt ab: Von Verjährungen sei ihr nichts bekannt […] Das Innenministerium beruft sich auf zwei erfahrene Leiter von Ermittlungskommissionen im Bereich Wirtschaftskriminalität (wow, immerhin zwei) Cum-Ex habe höchste Priorität (ja, auf dem Papier).
[Cum-Ex: Strafverfolgung abgesagt wegen Personalmangel, Eva Lux auf ihrer Seite, 28.03.2019]
Ver­sanden die Cum-Ex-Straf­ver­fahren? (Anja Hall, Legal Tribune Online, 27.03.2019)
Cum-Ex-Verfahren: Verjährung statt Bestrafung? (dpa, SZ, 26.03.2019)
Steuern - Düsseldorf: Cum-Ex-Steuerdeals sorgen für Wirbel: Verjährung? (dpa, SZ, 25.03.2019)
Tagesdosis 24.11.2018 – Geldschöpfung per Mausklick – So funktioniert Finanzherrschaft (Post, 25.11.2018)
Finanzsystem und Steuerbetrug: Wenn Finanzeliten die staatliche Kontrolle unterlaufen (Post, 18.10.2018)
Ausgebremste Steuerfahnder (Post, 19.01.2018)
Cum-Ex-Geschäfte vor der Verjährung (Post, 03.11.2017)
- Cum-cum/Cum-ex: Steuerbetrug unter den Augen des Staates (Post, 03.03.2016)

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Weltfinanzkrise oder globale Finanzkrise bezeichnet eine globale Banken- und Finanzkrise als Teil der Weltwirtschaftskrise ab 2007. Die Krise war unter anderem Folge eines spekulativ aufgeblähten Immobilienmarkts (Immobilienblase) in den USA. Als Beginn der Finanzkrise wird der 9. August 2007 festgemacht, denn an diesem Tag stiegen die Zinsen für Interbankfinanzkredite sprunghaft an.[1] Ihren Höhepunkt hatte die Krise im Zusammenbruch der US-amerikanischen Großbank Lehman Brothers am 15. September 2008. Die Finanzkrise veranlasste mehrere Staaten, die Existenz großer Finanzdienstleister durch Kapitalerhöhungen enormer Größe durch vor allem staatliches Fremdkapital, aber auch Eigenkapital zu sichern. Einige Banken wurden verstaatlicht und später geschlossen. Die ohnehin hohe Staatsverschuldung vieler Staaten stieg krisenbedingt stark an, vor allem in den USA.
Auch wurden die Leitzinsen niedrig gehalten bzw. noch weiter gesenkt, um eine Kreditklemme zu verhindern bzw. abzumildern. Dennoch übertrug sich die Krise in der Folge in Produktionssenkungen und Unternehmenszusammenbrüchen auf die Realwirtschaft. Viele Unternehmen, wie der Autohersteller General Motors, meldeten Insolvenz an und entließen Mitarbeiter. Am 3. April 2009 schätzte der Internationale Währungsfonds (IWF) die weltweiten Wertpapierverluste infolge der Krise auf vier Billionen US-Dollar.[2][3]
Ab 2009 folgte die Eurokrise. Als ihr Auslöser gilt, dass die im Oktober 2009 neugewählte Regierung Griechenlands bekanntgab, dass die Nettoneuverschuldung 2009 nicht (wie von der Vorgängerregierung vorsätzlich falsch angegeben) rund 6 % des BIP betragen würde, sondern mindestens das Doppelte. 2010 wurde die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) gegründet und 2011 als Nachfolger der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM), um eine Staatsinsolvenz zu vermeiden.
[Weltfinanzkrise, Wikipedia, abgerufen am 20.08.2019]
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Geheimakte Finanzkrise {44:30 – Start bei 17:55 – Ingrid Matthäus-Maier: »Er [Josef Ackermann] hat diese Krise erst ausgelöst…«}

Wolfgang Uwe Bollinger
Am 18.09.2018 veröffentlicht 
Der Fall schien klar: Die US-Bank Lehman Brothers löste die Finanzkrise 2008 aus. ZDFzoom enthüllt nun, welche Verantwortung die Deutsche Bank trug und wie sie um ihr Überleben kämpfte.
Geheimakte Finanzkrise
ZDF 20.09.2018 - 22.45 h
Die Doku zeigt, dass die Deutsche Bank über Jahre wissentlich gefährliche Papiere verkaufte und 2007 provozierte, dass in Deutschland der Staat Banken stützen musste. Ihre eigenen Probleme vertuschte die Bank und rühmte sich, ohne staatliche Hilfe auszukommen.
Diese Strategie hat die einst größte Bank der Welt eingeholt. Seit Jahren hat sie mit den Folgen der Krise zu kämpfen. Der ehemalige Finanzminister Wolfgang Schäuble sagt über den einstigen Branchenprimus im Interview mit ZDFzoom: „Wenn Sie sich die aktuelle Situation der Deutschen Bank anschauen, ganz übern Berg, um es höflich zu sagen, sind sie immer noch nicht. Deswegen hätten sie früher mit ein bisschen mehr Demut vielleicht ein bisschen von den großen Schäden, die eingetreten sind, vermeiden können.“
So hat die Bank Schrott-Kreditbündel in aller Welt geschnürt – auch in Deutschland – obwohl man wusste, dass viele faule Hypotheken dabei waren.
Bis in den Juli 2007 verkaufte man die Papiere auch an die deutsche IKB – bis die insolvent wurde. Als die IKB Hilfe brauchte, strich die Deutsche Bank die Kreditlinie. Ingrid Matthäus-Maier, damals die Chefin der Staatsbank KfW – Anteilseignern der IKB – spricht in ZDFzoom erstmals offen über diese Zeit und Deutsche Bank -Chef Josef Ackermann: „Er hat diese Krise erst selber ausgelöst, um dann die anderen Beteiligten zu treiben, dass sie die Krise lösen, und zwar ohne dass die Privaten bluten. Wir fühlten uns erpresst als KfW-Vorstand insbesondere von Ackermann. Er war mit Sicherheit der Brandstifter, der war weder integer noch war er anständig, er war skrupellos und hat sich das Problem vom Hals gehalten.“
Auch aus der Bank selber kommt scharfe Kritik. Erstmals gibt der aktuelle Chefökonom David Folkerts-Landau ein ausführliches Fernsehinterview. Die Strategie Ackermanns, um jeden Preis den Umsatz zu steigern, eine Eigenkapitalrendite von 25 Prozent zu fordern sei „töricht“ gewesen: „ So voraus zustürmen, war also ein großes Risiko“. Geheime Unterlagen der Bank belegen, wieviel Risiko die Bank auf sich geladen hatte und wie schlecht es ihr schon im Oktober 2008 ging. Ackermann sagte damals: „Es wäre eine Schande, wenn wir einräumen müssten, dass wir Geld vom Steuerzahler brauchen.“ Der Chefökonom Folkerts-Landau dazu gegenüber ZDFzoom: „Ich war bei dieser Telefonkonferenz dabei, als Joe [Ackermann] diesen Satz sagte. Es war eine der egozentrischsten politischen Entscheidungen, die ich je von einem leitenden Banker, gesehen habe. Wenn wir das Geld genommen hätten, wäre Joe [Ackermann] seinen Job wohl losgeworden. Aber das hatte er offenbar so nicht vorgesehen.“ Durch die Aussage Ackermanns sei verhindert worden, dass die Bank rechtzeitig aufgeräumt habe: „Das war so ein schwerer politischer Fehler. Es ist einfach völlig unverständlich, wie ein hochrangiges Mitglied der Finanzindustrie diese Entscheidung treffen konnte.“
Heute ist bekannt: Allein in den USA lieh sich die Deutsche Bank in kurzer Zeit über 70 Milliarden Dollar. Außerdem profitierte sie von diversen direkten Finanzspritzen. Experten sind sich einig: längst droht eine neue, schlimmere Krise. Die Verschuldung ist weltweit höher als nach dem Zweiten Weltkrieg. Wolfgang Schäuble sagt, dass die Wahrscheinlichkeit dafür spreche, dass die nächste Krise kommt. Der Chefökonom der Deutsche Bank Folkerts-Landau teilt diese Sorge: „Ich wäre überrascht, wenn wir in den nächsten drei bis fünf Jahren nicht wieder eine sehr schwere Krise erleben würden. Ich glaube, da kommt eine Reihe von Elementen zusammen, die mich buchstäblich nachts wach halten.
Quelle
ZDF ZOOM
https://www.zdf.de/dokumentation/zdfz...

Liberalism 'has outlived its purpose' — President Putin speaks exclusively to the Financial Times {6:42 – Start bei 0:47}

Financial Times
Am 27.06.2019 veröffentlicht 
Russian President Vladimir Putin speaks to FT editor Lionel Barber about foreign affairs and relations with the UK in an exclusive interview at the Kremlin ► Subscribe to FT.com here: http://bit.ly/2GakujT ► Subscribe to the Financial Times on YouTube: http://bit.ly/FTimeSubs For more video content from the Financial Times, visit http://www.FT.com/video

Putin im Video ab 1:06:
»Die regierenden Eliten haben sich von den Menschen losgesagt.«
Eric Frey, transatlantisches Sturmgeschütz beim angesehenen österreichischen Standard über den bösen Putin:

Dirk Müller bei PULS 4 Lachanfall {51:22 – Start bei 2:27}

Abzocke Pur
Am 19.12.2014 veröffentlicht 
Dirk Müller bei PULS 4 24 11 2014
Der Standart Reporter is mal richtig peinlich..

Im Folgenden einige Brzezinski-Zitate zur Ukraine aus der einzigen Weltmacht:
S. 74f.: » Die Ukraine, ein neuer und wichtiger Raum auf dem eurasischen Schachbrett, ist ein geopolitischer Dreh- und Angelpunkt, weil ihre bloße Existenz als unabhängiger Staat zur Umwandlung Rußlands beiträgt. Ohne die Ukraine ist Rußland kein eurasisches Reich mehr. Es kann trotzdem nach einem imperialen Status streben, würde aber dann ein vorwiegend asiatisches Reich werden, das aller Wahrscheinlichkeit nach in lähmende Konflikte mit aufbegehrenden Zentralasiaten hineingezogen werden würde […]
Wenn Moskau allerdings die Herrschaft über die Ukraine mit ihren 52 Millionen Menschen, bedeutenden Bodenschätzen und dem Zugang zum Schwarzen Meer wiedergewinnen sollte, erlangte Rußland automatisch die Mittel, ein mächtiges Europa und Asien umspannendes Reich zu werden.
«
S. 127f.: »Irgendwann zwischen 2005 und 2010 sollte die Ukraine für ernsthafte Verhandlungen sowohl mit der EU als auch mit der NATO bereit sein, insbesondere wenn das Land in der Zwischenzeit bedeutende Fortschritte bei seinen innenpolitischen Reformen vorzuweisen und sich deutlicher als ein mitteleuropäischer Staat ausgewiesen hat.«
 [Fundstück 33: Schach, Ukraine und Russland, Ein Blick in das Buch von Zbigniew Brzezinski "Die einzige Weltmacht - Amerikas Strategie der Vorherrschaft", Taschenbuchausgabe 1999, Hans Springstein, Freitag-Community, 20.02.2014 – Hervorhebungen von mir]

»Am wichtigsten allerdings ist die Ukraine. Da die EU und die NATO sich nach Osten ausdehnen, wird die Ukraine schließlich vor der Wahl stehen, ob sie Teil einer dieser Organisationen werden möchte. Es ist davon auszugehen, dass sie, um ihre Eigenständigkeit zu stärken, beiden beitreten möchte, wenn deren Einzugsbereich einmal an ihr Territorium grenzt und sie die für eine Mitgliedschaft notwendigen inneren Reformen durchgeführt hat. Obwohl dies Zeit brauchen wird, kann der Westen – während er seine Sicherheits- und Wirtschaftskontakte mit Kiew weiter ausbaut –‚ schon jetzt das Jahrzehnt zwischen 2005 und 2015 als Zeitrahmen für eine sukzessive Eingliederung der Ukraine ins Auge fassen.«
 [Russland, die Ukraine und Zbigniew Brzezinski, Gregor Keuschnig, begleitschreiben.net, 07.12.2014 – Hervorhebungen von mir]

Victoria Nuland's Admits Washington Has Spent $5 Billion to "Subvert Ukraine" {8:46 – Start bei 7:43}

ALL Gaming Exploits
Am 09.02.2014 veröffentlicht 
American Conquest by Subversion: Victoria Nuland's Admits Washington Has Spent $5 Billion to "Subvert Ukraine"
"After three visits to Ukraine in five weeks, Victoria Nuland explains that in the past two decades, the United States has spent five Billion dollars ($5,000,000,000) to subvert Ukraine, and assures her listeners that there are prominent businessmen and government officials who support the US project to tear Ukraine away from its historic relationship with Russia and into the US sphere of interest (via "Europe").
Victoria Nuland is the wife of Robert Kagan, leader of the younger generation of "neo-cons". After serving as Hillary Clinton's spokesperson, she is now undersecretary of state for Europe and Eurasia." Diana Johnstone
Hear Victoria Nuland's very concise, almost victorious speech

Jobs for the boys: Biden's son signs for Ukraine gas giant {3:35}

RT
Am 14.05.2014 veröffentlicht 
A son of the US Vice-President has joined the board of directors of Ukraine's largest private gas producer. Hunter Biden now leads the company's legal unit - getting the position a few weeks after his father's trip to Kiev. And, as Marina Portnaya explains, this could be more than just a coincidence. READ MORE: http://on.rt.com/bisl8z
RT LIVE http://rt.com/on-air
Subscribe to RT! http://www.youtube.com/subscription_c...
mehr dazu:
- Ukraine 10 - Joe Bidens Sohn fällt die Treppe hoch (Post, 12.05.2014)

Georg Schramm - Wir sind im Krieg - REICH gegen ARM {9:17}


Krieg den Milliardären
Am 08.07.2014 veröffentlicht 
Ist es Kabarett? Ist es ernst gemeint?
Ich meine, es ist TOT-ERNST gemeint!
Georg Schramm referierte auf einer Veranstaltung der GLS Bank im Juni 2014 über den Konflikt des 21. Jahrhunderts: Den Krieg der Reichen gegen die Armen
mehr dazu:
Nick Hanauer: »Ich sehe Mistgabeln« (Post, 23.07.2014)

Mittwoch, 14. August 2019

Ohne Sex siecht Tumblr dahin

Die amerikanische Digitalplattform tumblr wechselt den Besitzer. Das ist erfreulich, denn so hat eine der wichtigsten Websites des Web 2.0 eine Chance auf Fortbestand. Nachdem Yahoo 2013 noch sagenhafte 1,1 Milliarden Dollar für tumblr bezahlt hatte, ging das Portal jetzt für weniger als zehn Millionen Dollar samt zweihundert Mitarbeitern an Automattic, die Dachfirma von Wordpress.com. Für Yahoo, das inzwischen zum Telekommunikationskonzern Verizon gehört, macht das Geschäft einen Verlust von mehr als 99 Prozent aus. Nach einem Jahrzehnt utopischer Unternehmensbewertung im Internet kehrt langsam vielleicht etwas mehr Vernunft ein, die den Firmen vernünftiges Arbeiten jenseits unerfüllbarer Erwartungen ermöglicht.
Das könnte gerade tumblr entgegenkommen. Die Plattform ist bekannt für ihre große Vielfalt, aber auch für Vermarktungsschwierigkeiten. 2007 als Microblogging-Plattform gegründet, ermöglicht tumblr den Nutzern, eigene Seiten aufzusetzen und nach Belieben zu gestalten. Über einen Feed und Hashtags sind diese potentiell miteinander verbunden. Anders als auf komplett festgelegten Plattformen wie Instagram oder Facebook, die nur Inhalte innerhalb des Quadrats oder Rechtecks von Posts erlauben, herrschte auf tumblr großer Freiraum, der auch genutzt wurde. Dies war getragen von einem undogmatischen Erkundungsdrang, der vielen Künstlern ihr erstes Publikum verschaffte.

Ein Ort für „Not Safe For Work“-Inhalte

Unter Millennials, gerade im englischsprachigen Raum, gilt tumblr als Plattform positiver Politisierung, Aufklärung und Entfaltung. Bis heute verzeichnet tumblr.com monatlich mehr als 350 Millionen Zugriffe. Das bedeutet für den Betreiber, er muss Aufwand treiben, um Fake News auszuschalten, den Jugendschutz zu gewährleisten und Kriminalität zu unterbinden.
tumblr war stets auch ein Ort für Inhalte, die als „Not Safe For Work“ (NSFW) bezeichnet werden, also alles, was nicht auf dem Arbeitsbildschirm erscheinen sollte, aber doch in einer freiheitlichen Gesellschaft seinen Platz hat. Nach einem Vorfall um Kinderpornographie, die nicht rechtzeitig entdeckt wurde, nahm Apple tumblr aus dem Appstore. Verizon, um Wiedergutmachung bemüht, entschloss sich, NSFW-Inhalte per Algorithmus wegzufiltern und schloss viele langjährige Nutzer aus.
mehr:
- Eine echte Chance (Jannik Schäfer, FAZ, 14.08.2019)
Dann gibt es den Fall von Tumblr, was ich jetzt bitte doppeldeutig zu lesen bitte. Das ehemalige Wunderkind wurde einst für 1.1 Milliarden übernommen und kann jetzt von Automattic für schlappe 3.3 Millionen USD erstanden werden. Das ist in etwa so, als würde man eine teure Limosine für den Preis einen Neu-EScooters kaufen. Wenn man geraden einmal 0.3 Prozent seines Erstpreises erzielt, dann würde ich das in etwa einen so guten Deal nennen wie die Versuch, unserer Kneipe nebenan einen Mchelinstern für seine Currywurstplatte zu verpassen.
[Harald Taglinger, Die Angst der Werte, Telepolis, 23.08.2019]
siehe auch:
Nach Porno-Bann: Tumblr verliert ein Drittel seiner Nutzer (futurezone.at, 15.03.2019)
- Pornoverbot auf Tumblr zeigt, wer im Netz wirklich die Macht hat (Standard, 05.12.2018)

Dienstag, 13. August 2019

MH17 – Der Sündenbock

Der Abschuss des Fluges MH17 über der Ukraine ist bis heute ungeklärt, doch die Leitmedien hatten mit Russland „den Schuldigen“ sofort ausgemacht.

Bis heute ranken sich um den Abschuss von Flug MH17 über dem Donbass viele Legenden. Ich möchte hier einmal auf die wichtigsten Fragen eingehen. Das Flugzeug der malaysischen Airline wurde im Juli 2014 abgeschossen, und für die westlichen Medien war die Sache schon nach wenigen Stunden klar: Die Russen waren es!

Ganz so einfach ist es freilich nicht, daher werde ich hier versuchen, die Antworten auf die wichtigsten Fragen zusammenzustellen. Im Zuge der Arbeit an meinem Buch über die Ukraine-Krise 2014 habe ich allein dem Thema MH17 knapp 70 Seiten mit fast 100 Quellenverweisen gewidmet und alle Untersuchungsberichte dazu gelesen.

Womit wurde MH17 abgeschossen?

Das ist die kontroverseste Frage, und wie ich inzwischen weiß, ist es längst zu einer Glaubensfrage geworden und keine Frage der Fakten.

Als mögliche „Täter“ werden zwei Varianten genannt: Eine Boden-Luft-Rakete von Typ Buk oder eine SU-25. Man kann sich dem „Täter“ über das Ausschlussverfahren nähern. Dazu muss man die Schäden am Flugzeug und den Funkverkehr beziehungsweise die Blackbox anschauen.

Und hier muss ich schon mit der ersten hartnäckigen Legende aufräumen. Die Ukraine hat den Funkverkehr nicht geheim gehalten. Er wurde übermittelt, er deckt sich mit den Aufzeichnungen der Blackbox und auch Russland hat dem nicht widersprochen, und Russland hat den Funkverkehr nahe seiner Grenze routinemäßig ebenfalls aufgezeichnet. Und der Funkverkehr, der schon im Zwischenbericht der Ermittler im September 2014 veröffentlicht wurde, ist nicht ungewöhnlich. Es war ein Routineflug ohne besondere Anweisungen der Fluglotsen. Jeder konnte das — Englischkenntnisse vorausgesetzt — schon in dem Zwischenbericht seit Ende 2014 nachlesen. Trotzdem hält sich das Gerücht hartnäckig.

Das Flugzeug wurde von irgendetwas getroffen, brach schon in seiner Reiseflughöhe auseinander, und als seine Trümmer über viele Quadratkilometer verteilt am Boden aufschlugen, war der vordere Teil von hunderten oder tausenden Projektilen durchlöchert, die das Flugzeug von der Seite getroffen haben. Die Aufzeichnung der Blackboxes reißt von einer Sekunde zur anderen ab.

Das sind die Fakten.


mehr:
- Der Sündenbock (Thomas Röper, Rubikon, 13.08.2019)
siehe auch:
- Telepolis-Artikel zu MH17 (man beachte auch den Privatermittler Resch)
zuletzt:
Ukraine bietet zwei Zeugen für die MH17-Verhandlung an (Florian Rötzer, Telepolis, 31.07.2019)
- MH17 EVIDENCE TAMPERING REVEALED BY MALAYSIA – FBI ATTEMPT TO SEIZE BLACK BOXES; DUTCH COVER-UP OF FORGED TELEPHONE TAPES; UKRAINIAN AIR FORCE HID RADAR RECORDS; CRASH SITE WITNESS TESTIMONY MISREPORTED (John Helmer, Dances With Bears, 23.07.2019 – Google-Übersetzer)
Alles über die Quelle Bellingcat und die offizielle Untersuchung über die Zerstörung des Fluges MH-17 (Jürgen Cain Külbel, Voltaire.net, 05.04.2019)
MH-17: Memorandum zur Weitergabe von Informationen zwischen der Ukraine und den Niederlanden (Florian Rötzer, Telepolis, 01.09.2017)

"MH17 - Call for Justice" {28:16 – Start bei 01:34 – Übersetzung: deutsche Untertitel einstellen!}

Bonanza Media
Am 16.07.2019 veröffentlicht 
Bonanza media investigative team of independent journalists take exclusive interviews with one of the suspects of downing the MH17, Malaysian prime minister; colonel that collected black boxes and much more. Eye opening testimonies from witnesses and irrefutable evidence from experts. Exclusive footage shot in Malaysia, The Netherlands and at the crash area in Ukraine.

Mein Kommentar:
Die in folgendem Post enthaltenen Zitate sind entlarvend:
- Heute vor 15 Jahren – 22. Juli 2004: Die 9/11-Kommission stellt ihren Untersuchungsbericht vor (Post, 22.07.2019)
Wann immer schon am nächsten Tag ein Schuldiger verkündet wird, ist Vorsicht geboten (siehe: 9/11 => Osama Bin Laden oder Skripal-Vergiftung => Putin)
Und für die Zukunft gilt:
Auch, wenn ein Ereignis vorbei ist, das Handeln von Regierung und Geheimdiensten NACH dem Ereignis kann beobachtet werden!


Hagen Rether: Der Wähler ist dümmer als er glaubt

Hagen Rether | Der Wähler ist dümmer als er glaubt {6:38}

Die Blaue Hand
Am 13.08.2019 veröffentlicht 
Hagen Rether | Der Wähler ist dümmer als er glaubt

Hagen Rether | Westliche Werte und unsere Helden {6:37}

Die Blaue Hand
Am 13.08.2019 veröffentlicht 
Hagen Rether | Westliche Werte und unsere Helden
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Einsatz über der Ostsee Russische Luftwaffe drängt Nato-Jet ab

Das russische Militär hat nach einem Bericht des Staatsfernsehens einen Nato-Kampfjet vom Typ F-18 in der Nähe einer Maschine von Moskaus Verteidigungsminister Sergej Schoigu vertrieben. Die F-18 habe versucht, sich über neutralen Gewässern der Ostsee dem Flugzeug von Schoigu zu nähern, berichtete der russische TV-Kanal Rossija-24.
Die Maschine des Ministers sei auf dem Rückweg nach Moskau von einem Termin in Kaliningrad gewesen, berichtet die Agentur Tass. Dabei wurde sie von zwei Suchoi-Jets des Typs Su-27 der baltischen Flotte begleitet, wie es weiter hieß.
mehr:
- Einsatz über der Ostsee Russische Luftwaffe drängt Nato-Jet ab (n-tv, 13.08.2019)

Konfrontation über der Ostsee: Kampfjet-Pilot zeigt bewusst seine Waffen {0:48}

WELT Nachrichtensender
Am 21.06.2017 veröffentlicht 
Ein Nato-Kampfjet soll sich über der Ostsee einem russischen Flugzeug genähert haben. Der F-16-Jet wurde dann offenbar von einem russischen Flugzeug abgedrängt
Help us caption & translate this video!
http://amara.org/v/7zVO/
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Mein Kommentar:
Wie würde wohl die Berichterstattung aussehen, wenn sich russische Kampfjets dem Flugzeug eines EU-Verteidigungsministers näherten?
😂😂😂

Hongkong: Anhaltende Proteste stoßen auf vermehrte Polizeigewalt

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Gemäß der chinesisch-britischen gemeinsamen Erklärung zu Hongkong und im Rahmen des von Deng Xiaoping entwickelten Prinzips Ein Land, zwei Systeme, bleibt das demokratisch-marktwirtschaftliche System Hongkongs mindestens 50 Jahre neben dem autoritären sozialistischen System der Volksrepublik China bestehen, so dass Hongkongs Rolle als eines der Finanzzentren Asiens gesichert bleibt. Diese Autonomie erlaubt es Hongkong, seine eigenen Gesetze, Zölle sowie seine eigene Währung zu besitzen. Die Sonderverwaltungszone ist weiterhin als ein eigenständiges Mitglied bei GATTWTOAPEC, der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) und dem Financial Stability Board (FSB) sowie bei ESCAP assoziiert.[50][Hongkong, Autonomiestatus, Wikipedia, abgerufen am 14.08.2019]
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Nach Polizeigewalt Flughafen von Demonstranten lahm gelegt. Beijing verschärft die Tonlage
In der autonomen chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong ist es am Wochenende zu schweren Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Am heutigen Dienstag wurde der Flughafen der Metropole, der als einer der weltweit meist frequentierten gilt, am sechsten Tag in Folge durch Sitzstreiks blockiert, wie die Hong Kong Free Press berichtet. Am Montag waren gemäß einer Meldung der Nachrichtenagentur Xinhua alle ein- und ausgehenden Flüge gestrichen worden.
Die 7,4-Millionen-Stadt ist seit Wochen wegen eines Gesetzentwurfes in Aufruhr, der die Auslieferung an die benachbarte Volksrepublik erheblich erleichtern würde. Die Stadtregierung hat inzwischen Diskussion und Abstimmung über ihren Vorschlag im Legco, dem Stadtparlament, zurückgestellt, was den Demonstranten jedoch nicht reicht. Sie fordern den Rücktritt der als Hardlinerin bekannten Regierungschefin Carry Lam und den vollständigen Rückzug des Gesetzentwurfs.
Der Protest am Flughafen hatte am Montag das Motto "Auge um Auge", schreibt Asia Times Online. Das war die Antwort der rund 5.000 Teilnehmer auf einen Vorfall am Sonntagabend, bei dem einer Frau von einem Polizisten auf kurzer Distanz mit einem Gummigeschoss ins rechte Auge geschossen wurde. 
Behandelnde Ärzte werden mit der Aussage zitiert, dass die Schwere der Verletzung vermuten lasse, der Schütze habe die Frau töten wollen. 200 Krankenschwestern eines Krankenhauses haben daraufhin am Montag eine Protestkundgebung abgehalten, bei der die Teilnehmerinnen das rechte Auge verbunden hatten und der Polizei versuchten Mord vorwarfen. 
Verschiedene Berichte sprechen davon, dass die Polizei in mindestens in einem Fall Tränengas in einer U-Bahnstation eingesetzt hat, was in Räumen besonders gefährlich ist. Ein Video zeigt, wie offensichtlich mit Helm und Gasmaske als Demonstranten verkleidete mutmaßliche Polizeibeamte einen jungen Mann festnehmen und dabei sein in einer Blutlache liegendes Gesicht immer wieder auf den Straßenbeton drücken. Zeitweise kniet ein Mann auf dem Nacken des vor Schmerzen schreienden Festgenommenen.
mehr:
- Hongkong: Anhaltende Proteste stoßen auf vermehrte Polizeigewalt (Wolfgang Pomrehn, Telepolis, 13.08.2019)
siehe auch:
Gelbwesten-Appell: Französische Künstler lassen sich „nicht für dumm verkaufen“ (Post, 10.05.2019)
Krieg reich gegen arm à la française: Die öffentliche Darstellung der Gelbwesten in den Medien (Post, 04.05.2019)
Die Freiheit auf Knien oder Was die Gelbwesten mit Frank Schirrmacher und Notre-Dame zu tun haben (Post, 26.04.2019)
- Gelbwesten: ARD-Faktenfinder in vorderster Front bei der Verteidigung der Demokratie (Post, 19.03.2019)
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Sonntag, 11. August 2019

Wie sich die USA zu Tode rüsten

Der Einfluss des «militärisch-industriellen Komplexes» ist enorm. Expertin hofft auf die junge Generation mit andern Prioritäten.
In einer soeben veröffentlichten Analyse1 beschreibt Jessica T. Mathews die USA als Militärnation. Mathews war von 1997 bis 2015 Präsidentin der Carnegie Endowment for International Peace, einer aussenpolitischen Denkfabrik in Washington DC. 
Die breite Öffentlichkeit in den USA stelle sich die Frage nicht, weshalb das Land 70 Prozent des Bundesbudgets für die Verteidigung ausgibt. Nur Experten würden sich damit beschäftigen. Wer wisse beispielsweise schon, dass 136 Militärorchester mit mehr als 6‘500 festangestellten Musikern das Militärbudget mit 500 Millionen Dollar pro Jahr belasten? Hier könnte laut Mitgliedern eines Kongressausschusses gespart werden, ohne die Schlagkraft der US-Streitkräfte zu schwächen. 
Weit gefehlt. Eine gut geölte Lobby argumentierte, Militärspiele müssten den Patriotismus der Soldaten stärken. Der Jazz sei schliesslich während des Ersten Weltkrieges nach Europa gebracht worden. Und während der Jugoslawien-Kriege habe eine 1996 in Bosnien stationierte „Blues Band“ für das Image der USA mehr bewirkt als die 4,5 Milliarden Dollar, die das Pentagon für seine Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung habe.
mehr:
- Wie sich die USA zu Tode rüsten (Roman Berger, Info-Sperber, 11.08.2019)
siehe auch:
Die US-imperiale Strategie, der »Zwang« Kriege führen zu müssen und die Manipulation der öffentlichen Meinung (Post, 16.12.2018)
Moralische Hysterie, missionarische Außenpolitik und falsche Kriege (Post, 24.01.2017)
USA – Das Geschäft mit der Angst: der neue »militärisch-industrielle Komplex« ist außer Kontrolle (Post, 14.09.2015)
Wer verdient am Krieg? (Post, 07.01.2015)
Die Kriege der USA (mit der geschätzten Anzahl von Toten, aus dem Kommentar eines Kommentatoren eines WELT-Artikels, zitiert nach Toms Wochenschau vom 15.03.2008)