Die Psychologie betreffenden Posts habe ich in »Roths Psychoblog« eingestellt. Eine Liste der Musikvideos findet sich unter »Tornado’s Music Favourites« (siehe unter »Links«). Das Posten eines Videos schließt das Hinzufügen des Infotextes mit ein. (Ich bemühe mich, offensichtliche Werbung wegzulassen) Dieser gibt also nicht notwendigerweise meine Meinung wieder! Das verwendete Bild stammt aus Bob Dylan’s Video »Jokerman«. Ich speichere keine Daten!
Demokratie erneuern! - Rainer Mausfeld - DAI Heidelberg 2020 {1:36:14}
DAI Heidelberg
Am 11.03.2020 veröffentlicht
Demokratie heißt: Interessenunterschiede in einem öffentlichen Debattenraum friedlich austragen, um zu einem gemeinsamen gesellschaftlichen Handeln zu finden.
Doch: Wie können wir unsere eigenen kognitiven und gefühlsmäßigen Beschränktheiten und Vorurteile erkennen? Warum reagieren wir so aggressiv, wenn unsere selbstverständlichsten Vorurteile in Frage gestellt werden? Wir sind so beschaffen, dass wir dazu neigen, unsere Gewohnheiten für Überzeugungen zu halten. Unser Geist produziert gleichsam instinktiv „Meinungen“. Ideologien sind gewissermaßen die kollektiven Vorurteile, die den Status quo als selbstverständlich erscheinen lassen.
Wie lassen sich nun die eigenen Interessen objektivieren? Wie gewinnen wir eine gemeinsame Kommunikationsbasis für ein demokratisches Gespräch, das sich an Argumenten orientiert?
Prof. Rainer Mausfeld (u.a. 2019 am DAI mit „Warum schweigen die Lämmer?“) spricht über Demokratie, Ideologien und Wege des Denkens.
siehe auch: - Rainer Mausfeld: Angst und Macht in kapitalistischen Demokratien (Post, 26.07.2019) KenFM im Gespräch mit: Prof. Rainer Mausfeld ("Warum schweigen die Lämmer?") {1:38:19 – Start bei 36:01 – Mausfeld: »Es gib keine bessere Revolutionsprophylaxe als Demokratie.«}
Es ist Jahr für Jahr verblüffend zu sehen, mit welch einfachen Mitteln man große Politik machen kann, wenn man – das ist allerdings die unverzichtbare Voraussetzung – gleichzeitig noch im Besitz der großen Medien ist. Alle Jahre wieder schreibt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) über Löhne und Lohnstückkosten im internationalen Vergleich, und Jahr für Jahr werden die Botschaften von willigen Medien wie der WELT eins zu eins verbreitet. Die großen Unternehmensverbände kaufen sich einfach (für läppische zwölf Millionen Euro im Jahr) ein Institut, das nichts anderes im Sinn hat, als bei wichtigen wirtschaftlichen Fragen die Öffentlichkeit in die „richtige Richtung zu führen“ oder zumindest, wenn das nicht hundertprozentig gelingt, die Öffentlichkeit so zu verunsichern, dass sich niemand mehr traut, das eigentlich Offensichtliche laut zu sagen.
Das „Institut der deutschen Wirtschaft“ nennt sich selbst „Privates Wirtschaftsforschungsinstitut“, zielt aber mit den Ergebnissen seiner „Forschung“ komischerweise immer in die gleiche Richtung, nämlich dahin, wo es den Arbeitnehmern weh tut. Im letzten „Vierteljahresheft zur empirischen Wirtschaftsforschung (IW-Trends 1/2020) heißt es mal wieder, es ergebe sich „ein deutlich verringerter Spielraum für Entgelterhöhungen“ für die nächsten Jahre. Noch nie hat das „wissenschaftliche Institut“ herausgefunden, dass die Löhne zu wenig gestiegen sind, dass die Lohnzurückhaltung der Vergangenheit überzogen war oder dass die deutsche Lohnzurückhaltung via riesige Leistungsbilanzüberschüsse in Europa ein gewaltiges Problem geschaffen hat. Das ist doch komisch, wenn man sich der Wissenschaft verpflichtet fühlt.
Aber auch das wäre kein Problem, wenn dem Arbeitgeberinstitut ein schlagkräftiges und mutiges Gewerkschaftsinstitut mit der gleichen Medienmacht gegenüberstünde. Doch davon kann in Deutschland nicht die Rede sein. Die Gewerkschaften samt ihrem Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) sind in der Lohnfrage äußerst defensiv, und eine Medienmacht, die ihre Interessen vertreten würde, gibt es nicht.
mehr: - Arbeitgeber-Forschung und ihre Folgen (Flassbeck Economics, 10.03.2020) siehe auch: - Die Verantwortungslüge (Post, 27.07.2020) - Rainer Mausfeld: Angst und Macht in kapitalistischen Demokratien (Post, 26.07.2019) x
Der Leiter der Klinik für Unfallchirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), Christian Krettek, wehrt sich in der Wochenzeitung "Die Zeit" gegen Vorwürfe, die Identität des angeblichen „Mafia-Paten“ Igor K. nicht ausreichend geprüft zu haben.
„Das LKA, das BKA und Interpol, sie alle haben nichts gegen ihn in der Hand. Aber von uns Medizinern wird erwartet, dass wir das erkennen?“, sagte Krettek der "Zeit".
Die umstrittene Behandlung des Montenegriners verursachte in den vergangenen Wochen Polizei-Einsatzkosten von fast einer Million Euro. Politiker forderten daraufhin, dass sich ein solcher Fall nie wiederholen dürfe. Krettek hingegen sagt, dass etwa zweimal im Monat ein Schussopfer bei ihm auf dem Tisch liege. Igor K. habe vor diesem Hintergrund nicht wie ein Verdächtiger gewirkt, sondern wie ein Routinefall.
Er hege Zweifel, ob Igor K. überhaupt dem Mafia-Clan angehöre. Er und seine Frau wirkten unbedarft „total irritiert. Sie haben uns mehrmals gesagt, dass sie keinen Polizeischutz wollen. Sie haben uns sogar ein polizeiliches Führungszeugnis vorgelegt.“
Vizepräsident der Klinik muss gehen x
Insgesamt leistete die Polizei bei dem Einsatz fast 2500 Schichten, mehr als 16.000 Dienststunden fielen an – allein die Personalkosten summieren sich so auf rund 900.000 Euro, wie der Präsident der Polizei Hannover, Volker Kluwe, am Montag in einer Ausschuss-Sondersitzung im niedersächsischen Landtag sagte. x
Das Kommunikationsversagen an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) hat zudem personelle Konsequenzen. Der Vizepräsident der Klinik, Andreas Tecklenburg, wurde mit sofortiger Wirkung freigestellt, wie Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) sagte. Im Fall des 35-jährigen Montenegriners Igor K. gebe es "erhebliche Zweifel an der Organisation innerhalb der MHH".
mehr: - Behandlung kostete fast eine Million Euro – Der rätselhafte Fall Igor K.: Jetzt spricht der Arzt des angeblichen "Mafia-Paten" (Focus, 26.02.2020) siehe auch:
»… bis zur Ankunft des Patienten war nicht bekannt und auch nicht erkennbar, dass eine besondere Gefahrenlage oder eine Schutzbedürftigkeit bestehen könnte. Erst mit Eintreffen des Patienten bekamen wir den Hinweis, dass der Patient in Montenegro mit Polizeibegleitung zum Flughafen gebracht worden sei. Daraufhin riefen wir, 19 Minuten nach Ankunft des Patienten, die Polizei.[…]
Am Tag nach der Aufnahme habe ich folgenden Bericht des diensthabenden Oberarztes bekommen: ›... Polizei sieht aktuell keine allgemeine Gefahrenlage, jedoch eine potenzielle Gefährdung für den Patienten. Daher sitzen zwei Polizisten vor der Tür. Es würden aktuell in Deutschland keine Ermittlungen gegen den Patienten laufen. Das sei eine reine Vorsichtsmaßnahme …‹[…]
[Und die Polizei hat wirklich erst zum Schluss Fingerabdrücke des Patienten genommen?] Korrekt. Im Krankenhaus (in Istanbul, d. Red.), wo der Patient im Anschluss behandelt wurde, sitzt übrigens nur eine Person von der Hospital Security vor der Tür. Das scheint auszureichen. […]
Ich habe viel gelernt in diesen Tagen. Weniger medizinisch-chirurgisch, sondern über die Informationsqualität unserer Presse, und ich hätte mir eine andere Art der Wertschätzung unserer Landesbehörden für die MHH und den Umgang mit ihrem Spitzenpersonal gewünscht. Ich habe gelernt, dass der Umgang mit sicherheitsrelevanten Informationen offensichtlich lax gehandhabt wird. Und ich habe gelernt, dass auch in unserem Parlament parteiübergreifend vereinzelt erschreckende Wissens- und Informationslücken darüber bestehen, was die Pflichten von behandelnden Ärzten sind. Es gibt aus unserer Sicht kein ›gesundheitsunwertes Leben‹ und hoffentlich nie einen Punkt, an dem zwischen guten und schlechten Patienten unterschieden wird.« [Christian Krettek, Chef der MHH-Unfallchirurgie in: Britta Lüers, »Habe nicht leichtfertig gehandelt«, Neue Presse, 10.03.2020]
Der begleitende Arzt setzte die MHH-Mediziner in Kenntnis darüber, dass der Patient in Montenegro "von einem starken Polizeiaufgebot geschützt" worden sei. Daraufhin habe die Klinik "19 Minuten nach der Ankunft des Patienten die Polizei informiert", die eine Anonymisierung empfahl. Zunächst sei der Mann von zwei Beamten geschützt worden. Am 10. Februar rückte dann das SEK an. Daraufhin habe Krettek den MHH-Vizepräsidenten Andreas Tecklenburg, im Präsidium verantwortlich für die Krankenversorgung, informiert. "Aus heutiger Sicht muss ich sagen, dass das leider zu spät war", gibt Krettek zu.
[Polizei-Schutz an Klinik: MHH-Chefs äußern sich, NDR, 18.02.2020]
Im Fall der aufsehenerregenden Behandlung eines mutmaßlichen Clan-Mitglieds an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) spricht der Anwalt des Patienten von einer Verwechslung. Sein Mandant Igor K. sei nicht vorbestraft und habe nichts mit der Mafia in Montenegro zu tun, sagte Rechtsanwalt Harald Lemke-Küch am Montag.
Schon bei dem Anschlag in Montenegro, bei dem der Mann verletzt wurde, habe eine Verwechslung vorgelegen. Laut „Hannoverscher Allgemeinen Zeitung“ (Link zum haz-Artikel) gab die Frau des Patienten an, dass es in Montenegro einen anderen Mann gleichen Namens gebe, dem Kontakte zur Mafia nachgesagt würden.
Anwalt Lemke-Küch sagte, seiner Auffassung nach seien die aufwendigen Schutzmaßnahmen der Polizei unter diesen Umständen nicht notwendig. Er prüfe zudem mögliche Schritte wegen falscher Verdächtigung. Sein Mandant sei wegen der Qualität der medizinischen Behandlung nach Hannover gekommen. Zum Zustand des Mannes machte er keine Angaben.
Die Polizei Hannover teilte dazu auf Anfrage mit, es sei zusammen mit anderen Sicherheitsbehörden eine Gefährdungsbewertung durchgeführt worden. Demnach würden die Sicherheitsmaßnahmen „weiterhin für unbedingt erforderlich gehalten“. Zu der angeblichen Verwechslung äußerte sich ein Polizeisprecher nicht.
[Christina Sticht, Christopher Weckwerth, VERWECHSLUNGS-POSSE IN HANNOVER? Schützt die Polizei gar keinen Mafia-Boss?,nwzonline, 18.02.2020]
TOLERANZ - Gerhard Polt's Toleranzgrenzen {13:25}
ThiefTimeless2 Am 23.02.2018 veröffentlicht
Das Erste, November 2014
ARD-Themenwoche "Toleranz"
#GerhardPolt über #Toleranz…
Kabarett und die ARD-Themenwoche
"Toleranz" - man könnte meinen, das passt nicht zusammen. Es passt aber, wenn sich der Meister der geschliffenen Pointen, Gerhard Polt, überhöht und satirisch brillant zum Thema äußert. Pointiert und kraftvoll sinniert er über den Begriff "Toleranz" und stellt erst einmal lakonisch fest, dass Toleranz kein deutscher Begriff ist: Das Tolerieren ist schließlich nicht der Deutschen Stärke! Mit dem ihm eigenen Humor zitiert Gerhard Polt auch bei diesem heiklen Thema wie selbstverständlich den engstirnigen Bürger, der wenig reflektiert, aber dafür lautstark seine Meinung propagiert.
x mein Kommentar: Es gibt in unerer deutschen Sprache eine schöne Redensart: »sich nicht (gerade) mit Ruhm bekleckern«…
Im KenFM-Interview ruft Rubikon-Autorin Elisa Gratias dazu auf, das Spiel der Mächtigen, die uns mittels Herrschaftstechniken der Angsterzeugung klein halten wollen, nicht länger mitzuspielen.
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Sie hatte gemeinsam mit Jens Wernicke die Rubikon-Mutmach-Redaktion begründet — als Gegengewicht zu all den analytisch-kritischen Artikeln des Magazins, die notgedrungen oft eine düstere Stimmung verbreiten. Denn Mut und Hoffnung sind wichtig, gerade jetzt. Die vielen negativen Nachrichten aus den Medien sollten uns nie in lähmender Angst gefangen halten. Das würde nur den globalen Tätern in die Hände spielen, die uns ablenken, paralysieren und in Ohnmacht halten wollen. Am 6. März 2020 präsentierte Elisa Gratias nun bei KenFM das neue Rubikon-Buch „Nur Mut! Wenn wir uns ändern, verändert das die Welt“, dessen Mitherausgeberin sie ist. In seinem Interview interessierte sich Ken Jebsen auch für die ungewöhnliche Biografie der Rubikon-Autorin, die mit dem von ihr vorgestellten Buch harmoniert.
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Unter Mut verstehen die Autorinnen und Autoren des Buchs „Nur Mut!“ die Fähigkeit, Angst auszuhalten und zu lernen, mit der eigenen Angst umzugehen.
Jeder sollte sich darüber klar werden, wer für Verunsicherung und Angst sorgt, sich also die Frage stellen:
Wer hat ein Interesse daran, mich und die Gesellschaft in Angst zu versetzen?
Angst wird für den fassbar, der begriffen hat, dass sie wesentlich das Ergebnis der organisierten und strukturellen Gewalt des marktradikalen Kapitalismus und seiner Akteure ist.
Der Unfrieden kriecht als unablässiger Strom aus dem Schoß der westlichen Machtzentren und ihrer Propaganda-Apparate in die Herzen der Menschen.
Das herrschende System ist auf Gewalt, Spaltung und die Erzeugung von Angst gegründet. Die Zentren der Macht versetzen die Menschen in Furcht und Schrecken:
Sie drohen mit Arbeitsplatzverlust, sozialem Abstieg, sie schüren Ängste vor Terror, Kriegen, Migration, Umweltzerstörungen und Klimawandel, die sie maßgeblich selbst verursachten.
Mit Angst werden die Menschen gefügig gemacht. So sollen sie zu willenlosen Objekten der Machtzentren werden.
Sich über die Verursacher der dystopischen Zustände klar zu werden, heißt, der Angst den diffusen Schleier zu entreißen und selbst stark werden zu können.
Elisa Gratias hat sich intensiv mit der Gesellschaft im kapitalistischen System befasst und ist bestürzt darüber, wie leicht sich die Mehrheit durch Verunsicherung und Angst manipulieren und spalten lässt.
Nach zwei Auswanderungen mit vielen schmerzhaften Erfahrungen und Enttäuschungen, der ersten nach Frankreich, der zweiten nach Mallorca, vielen Reisen und dem Schritt in eine selbständige Tätigkeit verstand Gratias, dass das, was sie suchte, in ihrem Inneren lag.
Darum versucht sie, ihr Leben bewusst zu gestalten, und stellt sich immer wieder die Frage:
Was macht mein Leben lebenswert? Was macht mich und uns wirklich glücklich?
[…] da ist eine gegenseitige Beeinflussung im Gange, die bei jedem Spuren hinterlässt. Sie schafft ein bestimmtes zwischenmenschliches Klima, das für unsere Zeit charakteristisch ist, und sie kann manipuliert werden.
Von dieser Möglichkeit machen Fernsehen, Presse und Rundfunk kräftig Gebrauch. So werden wir auf eine Weise konditioniert, die den Vorstellungen politischer und wirtschaftlicher Interessengruppen entspricht. Wer Macht und Einfluss besitzt, übt sie fast immer zum eigenen Nutzen auf Kosten anderer aus. Über den augenblicklichen Vorteil vergisst man den späteren Schaden für alle, und kaum jemand hat eine Vorstellung davon, wohin wir uns bewegen. […]
Solange wir hierbei gedankenlos mitspielen, setzen wir auch eine Kettenreaktion des Schädlichen fort, die auch uns treffen wird. […]
Wenn wir uns gedankenlos manipulieren und konditionieren lassen, werden wir in den Strudel des Unheilvollen mit hineingerissen. Wenn wir kritiklos nachplappern, was uns vorgeredet wird oder nachmachen, was uns vorgemacht wird, verleiten wir auch andere zum Falschen.[…]
Er weiß, dass es nicht in seiner Macht steht, den Lauf der Welt zu ändern, und darum versucht er es auch nicht. Er sieht aber eine Möglichkeit, so zu leben, dass er sich und anderen nicht mehr schadet. Wenn wir das wollen, müssen wir lernen, bewusster zu leben. Wenn wir uns gedankenlos manipulieren und konditionieren lassen, werden wir in den Strudel des Unheilvollen mit hineingerissen. Wenn wir kritiklos nachplappern, was uns vorgeredet wird oder nachmachen, was uns vorgemacht wird, verleiten wir auch andere zum Falschen.
Betrachten wir aber kritisch, was uns vorgeredet und vorexerziert wird, werden wir falschem Beispiel nicht mehr blindlings folgen. In der Buddhalehre finden wir alles, was wir für das Rechte brauchen: Wir müssen es nur kennen.
Das Wichtigste ist, die Wurzeln rechten und falschen Handelns zu erkennen, denn sie sind unsere Freunde oder Feinde, die uns aus unserem eigenen Geiste erwachsen. Die üblen Wurzeln sind Gier, Hass und Verblendung, und die guten Wurzeln Gierlosigkeit, Hasslosigkeit und Unverblendung. Sie zeigen sich als Selbstlosigkeit, Güte und Einsicht. […]
Keiner kann uns die Freiheit nehmen, bewusst zu leben […]. Wenn wir den Verlockungen durch die übertriebene Werbung widerstehen, schwindet die Gier; wenn wir auf Provokationen nicht mehr eingehen, schwindet der Hass, und wenn wir uns durch Fernsehen, Presse und Rundfunk oder durch den Einfluss unserer Mitmenschen nicht mehr irreführen lassen, schwindet die Verblendung. Die guten Wurzeln werden stärker, und nicht nur unser Handeln wird anders, sondern auch unser Wesen. […]
Fassen wir zusammen: Unser Geist ist Sender und Empfänger zu gleich. Was er aussendet, wirkt weltweit und ergreift Mensch, Tier und andere Wesen. Sie werden durch unsere Taten und Worte beeinflusst und reagieren dementsprechend. Doch auch wenn wir nichts sagen oder tun, wirken wir auf andere. Treten wir nur in einen Raum ein, wo sauertöpfige Menschen schweigend vor sich hingrübeln, und wir werden bald das Drückende dieser Atmosphäre empfinden, als ob uns der Schwaden in einer Waschküche auf die Luft schlüge. Üble Gedanken schaffen fortzeugend neue üble Gedanken, und bei guten Gedanken ist es umgekehrt. Gedanken bringen Taten und Worte hervor und schaffen so in der Welt gute und schlechte Verhältnisse.
Was in uns vorgeht, wirkt auf andere, und was in anderen vorgeht, wirkt auf uns. So geht es hin und her: Senden, empfangen, senden, empfangen. Fast möchte es scheinen, als ob alle Leben miteinander verbunden wären, selbst weit entfernte.
Wir müssen es verstehen, uns in diese Kreuz- und Querverbindung klarbewusst einzuschalten. Wir dürfen uns durch üble Einflüsse von außen nicht zu Falschem hinreißen lassen und dürfen selber nichts von uns geben, das andere zu Falschem veranlasst. Wachsamkeit über unsere fünf Sinne und unser Denken ist der Schlüssel zu rechtem Senden und Empfangen. So können wir die Kettenreaktion des Falschen unterbrechen, die von unseren geistig blinden Zeitgenossen ausgeht und eine andere Kettenreaktion in Gang bringen, die nur Gutes bringt. Der recht gerichtete Geist hat eine Macht, die ans Magische grenzt, und wir sollten diese Macht weise nutzen, zum Wohle aller Wesen zu wirken.
[Anagarika Kassapa, Das geistige Milieu unserer Zeit und wir, Der Mittlere Weg, Nr. 3, September-Dezember 2012, Buddhistischer Bund Hannover, S. 24-27, PDF]
London. Der Woolwich Crown Court liegt in der Nähe des Hochsicherheits-Gefängnisses Belmarsh. Vor dem Gericht protestierten zu Prozessbeginn am Montag WikiLeaks-Anhänger gegen die Auslieferung des Australiers an die USA. Er wird dort wegen der Veröffentlichung geheimer Dokumente (gutes Recht und täglich Brot von Enthüllungs-Journalisten) und Verstößen gegen das Anti-Spionage-Gesetz (barbarisches Relikt aus Zeiten des Ersten Weltkriegs) angeklagt. "Prozess gegen Assange: 'Er ist kein Journalist'" so titelt die SZ (Süddeutsche Zeitung) ganz im Sinne der USA. Die USA wollen den berühmtesten und erfolgreichsten Enthüllungs-Journalisten unserer Zeit, Julian Assange, zum Spion und Verräter umdeklarieren, nachdem sie ihn mit einer Justiz-Intrige zehn Jahre lang unter Vergewaltigungsverdacht stellen ließen - mit von der schwedischen Justiz gefälschten Beweisen. Als Verräter könnten die USA ihn hinter Gitter stecken, weil er über US-Kriegsverbrechen (!) aufklärte. Doch Verbrechen können nicht den Schutz der Geheimhaltung in Anspruch nehmen.
Die Anwälte jener US-Regierung, die bei Kriegsverbrechen erwischt wurde, beschimpften zum Prozessauftakt den vielfach preisgekrönten Journalisten Assange als „gewöhnlichen Kriminellen“. Dies erfahren die Leser der SZ freilich nicht. Die SZ salbadert sich durch eine wohlmeinende Aufzählung der Litanei der Beschuldigungen gegen Assange, den sie als „unkonzentriert“ beschreibt. Schon die Überschrift repetiert US-Propaganda gegen Assange, er sein kein Journalist, der Artikel distanziert sich davon nicht, macht vielmehr Stimmung gegen den Angeklagten.
Digitalisierungsoffensiven wollen die Arbeitenden einem maschinengestützten Zwang zur Selbstoptimierung unterwerfen.
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Politik, Wirtschaft und Medien locken uns mit dem Versprechen von Arbeitserleichterung und smarter Modernität. Die Wahrheit ist jedoch: die Digitalisierung kettet Menschen noch stärker als zuvor an Maschinen, enteignet ihre Arbeit, automatisiert Kontrolle und Arbeitsverdichtung und führt somit letzlich zu einem Verlust an Freiheit. Am 6. und 7. März 2020 findet in Berlin der diesjährige Kongress der Neuen Gesellschaft für Psychologie (NGfP) statt. Er trägt die Überschrift „Digitalisierung — Sirenentöne oder Schlachtruf der 'kannibalistischen Weltordnung'“. Aus diesem Anlass sprach Christa Schaffmann mit dem linken Aktivisten und Buchautor Detlef Hartmann.
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Christa Schaffmann: Was treibt Sie an in Ihrem Widerstand gegen die fortschreitende ungezügelte Digitalisierung?
Detlef Hartmann: Es geht mir um die Freiheit, die akut gefährdet ist. Der Kapitalismus erfährt durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI) einen starken Schub, der auf die Intensivierung der Ausbeutung und die Einschränkung der Freiheitsrechte abzielt. Das gilt insbesondere für Arbeiterinnen und Arbeiter. Karl Marx hat sich in seinem historischen Konzept dazu bereits geäußert. Mit der industriellen Revolution, die den Menschen an die Maschinen gekettet hat, fing es an. Das setzte sich fort mit dem Taylorismus, der zu einer noch stärkeren Unterwerfung unter das kapitalistische Joch führte.
Frederic Winslow Taylor äußerte schon in der frühen Veröffentlichung seines epochal angelegten Projekts ausdrücklich die Absicht, dadurch einen „Krieg“ gegen die ArbeiterInnen zu führen, einen Krieg zu ihrer Unterwerfung unter das serielle System (Fließband und so weiter). Er sagte sinngemäß: Wir zertrümmern den Arbeitsprozess, zerlegen ihn in Partikel, weil wir an die innere Steuerungsfähigkeit des Menschen nicht herankommen, und fügen diese Partikel seriell zusammen. Der Organisationstheoretiker und Nobelpreisträger Herbert Simon hat darin die erste Manifestation der Herrschaft des Algorithmus gesehen.
Wie viel hat Ihr Widerstand mit dem während Ihres Studiums in Berkeley erworbenen Wissen sowohl um Technik, um Logik als auch um politökonomische Zusammenhänge zu tun?
Führende IT-Unternehmen wie Fairchild Semiconductor und sogar Intel warfen schon damals aus dem benachbarten Silicon Valley einen spürbaren Schatten auf die dramatischen sozialen Auseinandersetzungen, damals allerdings konfrontiert mit der Moral einer starken Hackerbewegung. Und wer sich wie ich für Logik interessierte, konnte auf dem Campus Alfred Tarski kennenlernen, einen herausragenden Logiker von der Statur eines Kurt Gödel. Er hatte das Werk „Der Wahrheitsbegriff in den formalisierten Sprachen“ mit seiner stark hierarchisierten Struktur verfasst. Jahre später habe ich in meinem Buch „Leben als Sabotage“ daran angeknüpft.
Zwei Kiewer Juristen demontieren das im Westen gepflegte Narrativ von einer „friedlichen Revolution“.
x Zum sechsten Mal jähren sich heuer jene blutigen Ereignisse auf dem Kiewer Maidan, die unmittelbar zum Machtwechsel geführt haben. Die Toten unter den Demonstranten werden seitdem auf fast religiöse Weise gefeiert. Doch der Opfermythos ist eine Manipulation. Der Autor konfrontiert die „offizielle“ Version mit unbequemen Fragen: Welches waren die wahren Hintergründe der Ereignisse? Wer waren die vermeintlichen Helden wirklich? Und welche Opfer werden in den westlichen Medien unterschlagen? x Bei den Ereignissen am 18. und 20. Februar 2014 um den Kiewer Platz der Unabhängigkeit (Majdan Nesaleschnosti, ukrainisch: Майдан Незалежності) starben mehrere Dutzend der Aufständischen bei Zusammenstößen mit den Einsatzkräften der Polizei „Berkut“. Am 20. Februar starben vormittags viele von ihnen buchstäblich vor laufenden Kameras. Dennoch ist ihr Tod auch sechs Jahre später nicht aufgeklärt. Der Vorwurf, sie seien von den Spezialkräften des Innenministeriums und auf Befehl des Ex-Präsidenten Janukowitsch erschossen worden, konnte bislang juristisch nicht durchgesetzt werden — trotz der ganz offensichtlichen Einflussnahme der postmaidanen Regierung auf die Ermittlungen. Inzwischen gibt es dagegen viele Indizien, deren Spuren auf der Suche nach den Schuldigen ins Rebellenlager führen.
Dennoch hält der religiös angehauchte Heldenmythos über die „Himmlische Hundertschaft“ — so wurden diese Toten offiziell bereits ab dem 21. Februar 2014 genannt — nicht nur an, er ist vielmehr mittlerweile die Basis der neuen ukrainischen nationalen Ideologie. Auch in Deutschland wird der Maidanmythos mittlerweile an Hochschulen als ein Phänomen der osteuropäischen Erinnerungskultur behandelt und erforscht.
Mathematik in Zeiten von Corona: Was ist exponentielles Wachstum? {21:58}
Weitz / HAW Hamburg
Am 18.03.2020 veröffentlicht
Was ist exponentielles Wachstum und was hat das mit Infektionen im Allgemeinen und insbesondere mit dem neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2 bzw. Covid-19) zu tun? Kann man mit logistischem Wachstum den langfristigen Verlauf von Epidemien bzw. Pandemien prognostizieren?
Mehr Details hier: https://youtu.be/YGeX2Q7D5BU
Mehr über die Exponentialfunktion ab hier: http://weitz.de/y/XwrM584TDAM?list=PL…
Logarithmische Skalen: http://weitz.de/y/gp9HB1lUQ48?list=PL…
Das Buch: http://weitz.de/KMFI/
Chronologische Liste: http://weitz.de/haw-videos/
Allgemeine Anmerkungen: http://weitz.de/youtube.html
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Mehr "Corona-Mathematik": Wie Epidemien modelliert werden {36:16}
Weitz / HAW Hamburg
Am 04.04.2020 veröffentlicht
Wie werden in der Epidemiologie Pandemien wie Corona (Covid-19, SARS-CoV-2) mathematisch modelliert? Was können solche Modelle prinzipiell leisten und wo liegen ihre Grenzen? Was bedeuten Begriffe wie Basisreproduktionszahl und Herdenimmunität? Wie kann man den Verlauf einer Epidemie relativ einfach am heimischen Computer durchspielen? Das wird hier exemplarisch am Beispiel des SIR-Modells gezeigt. Es werden aber auch Alternativen vorgestellt. Diese Video ist quasi eine Fortsetzung bzw. Vertiefung meines Videos über exponentielles Wachstum.
"Teil 1": http://weitz.de/y/2hkpfR-J5os?list=PL…
Warum nicht alle Differentialgleichungen lösbar sind: https://youtu.be/l6w868U8C-M?list=PLb…
Numerisches Lösen von Differentialgleichungen: http://weitz.de/y/_oKS1b-pc0g?list=PL…
Eine modifizierte Version des Modells (SIR-X), die aktuell eingesetzt wird: http://rocs.hu-berlin.de/corona/docs/…
Ein Mathematica-Notebook mit verschiedenen Modellrechnungen: https://community.wolfram.com/groups/…
Und hier noch ein Jupyter-Notebook: https://colab.research.google.com/git…
Illustrationen von Heike Stephan: https://de-de.facebook.com/HAIArtandI…
Das Buch: http://weitz.de/KMFI/
Chronologische Liste: http://weitz.de/haw-videos/
Allgemeine Anmerkungen: http://weitz.de/youtube.html
Dass jeder Angeklagte das Recht auf Verteidigung und auf die Vertraulichkeit der Kommunikation mit seinem Verteidiger hat, ist ein grundlegendes Element der Rechtsordnung. Wenn einem Angeklagten eine solche Vertraulichkeit nicht gewährt wird, kann von einem fairen Strafverfahren keine Rede mehr sein. Schon gar nicht, wenn die gesamte Kommunikation eines Angeklagten mit seinen Verteidigern abgehört und diese Aufzeichnungen an die Partei des Klägers weiter gereicht werden. Wie genau das im Fall Julian Assange geschehen ist, wird derzeit von einem spanischen Gericht untersucht, gegen der Gründer der Firma "Undercover Global", die Assange in der ecuadorianischen Botschaft ausspioniert und die Daten an die CIA weitergeleitet haben soll (Britisches Gericht blockiert Zeugenaussage von Assange). Finanziert wurde die Aktion, bei der die Gespräche Assanges mit seinen Verteidigern aufgezeichnet wurden, von dem Großspender Donald Trumps und Casino-Milliardär Sheldon Adelson.
Dies wurde von der Verteidigung Assanges am ersten Tag Anhörung vorgebracht - als eines der Argumente, warum eine Auslieferung des Wikileaks-Gründer abzulehnen ist. Diese ist ausgeschlossen, wenn der Mandant vor dem Gericht, das seine Auslieferung verlangt, kein rechtsstaatliches Verfahren erwarten kann - wovon ausgegangen werden sollte, wenn schon im Vorfeld gegen grundlegende Prinzipien wie die Vertraulichkeit der Verteidigergespräche eklatant verstoßen wurde.
Nicht belegte Behauptungen
Ebenfalls ausgeschlossen wäre eine Auslieferung, wenn das Begehren politisch motiviert ist. Hierfür brachten die Verteidiger Belege vor, die unter anderem zeigen, wie der ehemalige US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, den Trump gerade zum Chef der Geheimdienste ernannt hat, für seinen Chef die Strippen zog, um Julian Assange das Asyl in der ecuadorianischen Botschaft zu entziehen. Der Vertreter der USA führte vor dem Gericht eine Behauptung an, die eigentlich schon 2014 von einer Untersuchung des Pentagon selbst widerlegt worden ist, dass nämlich durch die Veröffentlichungen von Wikileaks das Leben unbeteiligter Personen gefährdet worden sei.
In dem Verfahren gegen Chelsea Manning musste der mit der Untersuchung beauftragte Pentagon-General eingestehen, dass man "kein spezifisches Beispiel" für eine solche Gefährdung oder einen Todesfall nennen könne. In London konnte der US-Ankläger nun auch keine konkreten Personen nennen, die aufgrund von Wikileaks-Publikationen wirklich Schaden genommen hätten. Wo aber kein Schaden ist, ist auch keine Klage und ein Gericht, das eine faire Abwägung zwischen dem Nutzen der "Tat" (der Veröffentlichung von Kriegsverbrechen) und dem in diesem Fall äußerst unspezifischen Schaden zu treffen hat, käme um eine Abweisung der Klage wohl kaum herum.
Womit wir bei dem politischen Schaden wären, den Wikileaks zum Beispiel mit der Veröffentlichung des "Collateral Murder"-Videos oder der Emails des "Democratic National Congress" (DNC), die den Betrug des Clinton-Teams an Bernie Sanders offenbarten, ohne Frage angerichtet hat. Am Image der Weltmacht USA und dem der Kandidatin Clinton, was wiederum zu den politischen Motiven führt, den Wikileaks-Gründer als "Staatsfeind Nr. 1" zu verfolgen und ihn als Nicht-Journalisten zu deklarieren. Dazu führte der US-Ankläger Lewis vor dem Gericht ins Feld, dass "Guardian", "New York Times" und andere ehemalige Partner von Wikileaks sich von Assange distanziert hätten, weil er die diplomatischen Kabel des US-Außenministeriums unredigiert, ohne geschwärzte Namen ins Netz gestellt hätte.
Diese Behauptung wurde am dritten Tag der Anhörung dann von einem Zeugen der Verteidigung, dem ARD-Journalisten John Goetz widerlegt, der damals für den "Spiegel" mit Wikileaks zusammengearbeitet hatte und klarstellte, dass das Passwort für den Zugang zu den Dokumenten von zwei "Guardian"-Journalisten zuerst in einem Buch veröffentlicht worden war und die diplomatischen Depeschen schon auf diversen Servern kopiert waren, bevor Wikileaks sie dann auch veröffentlichte. Und dass Assange beim US-Außenministerium sofort angerufen und gewarnt hatte, nachdem er von der Publikation des Passworts erfahren hatte.
"Wagt es nicht, jetzt kalte Füße zu kriegen"
Am dritten Tag der Anhörung ging es dann im Wesentlichen um die Frage, ob das britische Auslieferungsgesetz von 2003 oder der 2007 geschlossene Auslieferungsvertrag zwischen USA und UK Anwendung findet. In diesem Vertrag ist in Absatz 4.1. ausdrücklich ausgeschlossen, dass politische Vergehen zu einer Auslieferung führen dürfen. Der Vertreter der USA und auch die Richterin argumentierten nun, dass in diesem Fall aber das britische Gesetz von 2003 in dem "political offense" als Hinderungsgrund nicht erwähnt wird, gelten müsse. Für eine Auslieferung in die USA soll also der entsprechende bilaterale Vertrag ignoriert und das heimische Gesetz angewendet werden?
Das wäre eine weitere kafkaeske Pointe wie sie tragischerweise schon in dem Verfahren wegen des schwedischen Auslieferungsantrags stattfand, als der Richter am Supreme Court die französische Übersetzung des europäischen Auslieferungsgesetzes heranzog, um die Gültigkeit des Antrags zu entscheiden. Dieser war nur von der Staatsanwaltschaft, nicht aber von einem schwedischen Gericht ausgestellt worden und Assanges Anwälte hatten durch drei Instanzen vergeblich argumentiert, dass ein gültiger Antrag von einer "judicial authority" (einem Gericht) und nicht von einem Staatsanwalt kommen muss. In der französischen Übersetzung, wo von "autorité judicial" die Rede ist, seien Staatsanwälte aber eingeschlossen, hatte der Richter dann argumentiert und dem Antrag stattgegeben. Erst dieser absurde juristische Winkelzug, der klar machte, dass es hier nicht um ein ordentliches rechtsstaatliches Verfahren, sondern um einen politischen Prozess geht, veranlasste Julian Assange dann zu seiner Flucht in das Asyl der ecuadorianische Botschaft. Wie die Anhörungen vergangene Woche zeigten, drohen ihm seitens der britischen Justiz noch weitere solche Winkelzüge.
[Mathias Bröckers, "Jemand musste Julian A. verleumdet haben …", Telepolis, 02.03.2020]
Freiheit ist das höchste Gut, das der Mensch auf Erden besitzt. „Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren“, wusste schon Benjamin Franklin. Was in diesen Tagen mit Julian Assange, einem Kämpfer für die Meinungsfreiheit, passiert, ist das komplette Gegenteil aller Freiheiten, die sich die zivilisierte Welt des 21. Jahrhunderts erarbeitet hat.
Nach sieben Jahren Asyl und Freiheitsentzug in der ecuadorianischen Botschaft in London wurde Assange durch den neuen Präsidenten Ecuadors das Recht auf Asyl wieder entzogen, worauf er umgehend aus der Botschaft entfernt und in die Hände der britischen Polizei übergeben wurde. Ihm droht nun die Auslieferung an die Vereinigten Staaten. Wie viele Rechtsbrüche allein in den letzten beiden Sätzen stecken, kann man nur erahnen. In seinem neuen Buch „Don’t kill the messenger! Freiheit für Julian Assange“ geht Mathias Bröckers den Anschuldigungen gegen Assange auf den Grund – von der angeblichen Vergewaltigung in Schweden, der Verschwörung mit Chelsea Manning bis hin zur Gefährdung der „nationalen Sicherheit“ der USA und des Geheimnisverrats.
Wie viele Jahre Haft bekommt man in einer Welt, in der die Meinungsfreiheit angeblich ein Grundrecht ist, wenn man Verbrechen aufdeckt? Und wie viele Jahre bekommt derjenige, der sie begeht? Das Messen mit zweierlei Maß hat mittlerweile Ausmaße angenommen, die für den normalen Bürger bei genauerem Hinsehen kaum noch erträglich sind. Was das Exempel Assange für den freien Journalismus bedeutet, sollten sich die Redaktionen von FAZ bis Süddeutsche und Co. eigentlich auch längst fragen, denn dessen Verhaftung ist weit mehr als ein Schuss vor den Bug der Pressefreiheit.
„We must resist…“, waren Assange’s letzte Worte, als er in den britischen Polizeiwagen geschoben wurde. Danach hat man nicht wirklich wieder etwas von ihm gesehen oder gehört. Mathias Bröckers öffnet uns im Gespräch die Augen und zeigt mit aller Deutlichkeit auf eine klaffende Wunde unserer demokratischen Freiheit, die, sollte sie größer werden, uns alle mit vollständiger Lähmung infizieren wird. Desinfizieren wir sie mit Solidarität – für Julian Assange und alle mutigen Bürger.
„Wenn das Aufdecken von Verbrechen wie ein begangenes Verbrechen behandelt wird, werden wir von Verbrechern regiert.“ – Edward Snowden
mein Kommentar:
Die beengten, konfliktreichen Bedingungen des siebenjährigen Aufenthalts in der Botschaft Ecuadors und die Sorgen wegen des drohenden Strafverfahrens in den USA haben sicherlich Spuren hinterlassen. Die Teile der Unterstützerkampagne, die eine angemessene medizinische Versorgung fordern, sind nicht zu kritisieren. Aus einer selbst gewählten Isolation in der Botschaft Ecuadors einen Foltervorwurf gegenüber Ecuador zu machen, ist allerdings absurd. Der lockere Umgang des Uno-Sonderberichterstatters mit dem Begriff der Folter ist erstaunlich und schädlich für die Anliegen, die mit dem Amt verbunden sind.
[Tatjana Hörnle, Julian Assange ist ein wenig glaubwürdiges Opfer einer grossen Verschwörung, NZZ, 20.02.2020 – Hervorhebung von mir]
Wenn ich sowas lese, kann ich nur noch den Kopf schütteln. Angesichts der juristischen Winkelzüge, denen sich Assange ausgesetzt sah und der Weigerung Schweden, ihm zuzusichern man werde ihn nicht an die USA ausliefern, blieb Assange gar nichts anderes übrig als zu fliehen. Dies als »eine selbst gewählte Isolation« zu bezeichnen, ist absurd! Nils Melzer gebührt das Verdienst, die Dinge beim Namen zu nennen!
Gibt es so etwas wie «Beihilfe zur Menschenrechtsverletzung»? Ja, finden US-Anwälte und klagen für kongolesische Kinderarbeiter.
Kaum eine Arbeit ist für Kinder so gefährlich wie die Arbeit in den Minen der Demokratischen Republik Kongo (DRK). Vor allem Kobalterz, das sie dort fördern, ist begehrt. Verarbeitet wird es unter anderem in Elektronikbauteilen und vor allem in Batterien. Ohne Kobalt würde der Motor der Digitalgesellschaft nicht mehr laufen – ganz wörtlich.
Wenn Sie uns gerade auf dem Handy lesen, tippen Sie sehr wahrscheinlich auf einem Produkt von Kinderarbeit herum, wenigstens zu einem kleinen Teil. Ohne Kobalt gäbe es keinen aufladbaren Akku. Es sei denn, Sie nutzen ein «Fairphone». Und nicht einmal dann können Sie sicher sein. «Fairphone» gibt sich nach eigenen Angaben zwar Mühe, Kinderarbeit beim Bezug von Materialien wie Gold, Kupfer und Kobalt auszuschliessen, räumt aber ein, dass das nicht immer möglich ist.
mehr: - Schmutziges Kobalt: Apple, Google und Tesla auf der Anklagebank (Daniela Gschweng, InfoSperber, 29.02.2020) siehe auch: - Heute vor 175 Jahren – 9. März 1839: Preußen schränkt Kinderarbeit ein (Post, 09.03.2014) - Geiz ist geil zum nächsten (Post, 20.09.2007) x
Es fügt sich so, dass ich in diesen Tagen 75 Jahre alt werde, so alt wie viele Gedenktage, die in diesem Jahr begangen werden. Natürlich wäre ich gerne einige Jahrzehnte jünger. Aber ich bin gesund und hatte das Glück, einer Alterskohorte anzugehören, die im westlichen Europa nur Frieden, Freiheit und stetig wachsenden Wohlstand kannte.
Ich wurde auf der Flucht in Gera bei Verwandten geboren. Am 27. Januar, 16 Tage vor meiner Geburt, war Auschwitz von russischen Truppen befreit worden. Einen Tag nach meiner Geburt, am 13. Februar, fand der große britische Luftangriff auf Dresden statt. Meine Mutter berichtete mir, dass man den nächtlichen Feuerschein im 120 km entfernten Gera sehen konnte. So ist der Tag meiner Geburt von schrecklichen Gedenktagen eingerahmt, und in meiner ganzen bewussten Lebenszeit folgte ein Jubiläum dieser Art dem anderen.
Das Tagebuch der Anne Frank las ich in der Grundschulzeit, und an meinem Gymnasium Petrinum in Recklinghausen gab es in Geschichte und Religion auch keine blinden Flecken des Erinnerns. Die fortwährende Erinnerung ist auch gut und richtig. Falsch finde ich eine Tendenz, dem jeweils Anderen Verdrängung vorzuwerfen und in eine Art Büßerwettbewerb einzutreten, aus dem man den Anspruch ableitet, auf Andere hinabzusehen.
Noch fälscher, ja geradezu gefährlich ist es, wenn man die Verbrechen des Nationalsozialismus und das Grauen des Zweiten Weltkriegs dazu benutzt, sich über Meinungen anderer, die einem nicht gefallen, moralisch zu erheben und einen großen Teil der Deutschen in die moralische Schmuddelecke zu stellen, nur weil sie anders wählen und auch nicht einsehen, weshalb sie kollektiv für Taten büßen sollen, die Andere weit vor ihrer Geburt begangen haben.
Kreditgeld bringt automatisch Boom-Bust Zyklen mit sich. Das bestehende System funktioniert nur durch immer wiederkehrende Entwertung. Einen Gegenentwurf hierzu stellen Kryptowährungen wie Bitcoin oder Libra dar. Diese bieten immense Chancen. x Am 11. Februar 2009, fünf Monate nach der Pleite von Lehman Brothers und der dadurch ihren Höhepunkt erreichenden Finanzkrise, postete ein anonymer Informatiker, der sich Satoshi Nakamoto nannte, auf einer von Programmierern genutzten Website: "I've developed a new open source P2P e-cash system called Bitcoin. It's completely decentralized, with no central server or trusted parties, because everything is based on crypto proof instead of trust." ("Ich habe ein neues E-Cash-System namens Bitcoin entwickelt, das über einen öffentlichen Quellcode verfügt und mit dem Privatpersonen untereinander elektronisch Geld senden können. Es ist vollständig dezentralisiert, ohne zentralen Server oder vertrauenswürdige Parteien, weil alles auf Krypto-Belegen statt auf Vertrauen basiert".)
Die Probleme von Euro und anderen Währungen x Anlass für Nakamotos Entwicklung war seine Enttäuschung über unser bestehendes Geldsystem. Insbesondere kritisierte er, dass Kreditgeld „Wellen von Kreditblasen“ erzeugt und staatliche Zentralbanken das Kreditgeld im Verlauf der Geschichte immer wieder entwertet haben. Da Geld von den Banken durch die Vergabe von Krediten geschaffen wird, ist es möglich, Investitionen mit neuem Geld zu finanzieren, ohne dass dafür Geldersparnisse gebildet werden müssen. Wird der Zins von der Zentralbank zur Steuerung der Wirtschaft manipuliert, entstehen Boom-Bust Zyklen. Und braucht der Staat frisches Geld, schaffen es ihm die Banken, indem sie seine Anleihen kaufen.
Fraunhofer InnoVisions Am 31.10.2019 veröffentlicht
Macht die Blockhain Vertrauen überflüssig? Michael Kubach vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO erklärt, weshalb auch Blockchain Anwendungen nicht ohne Vertrauen in die andere Mitglieder auskommen und wie wichtig darüber hinaus auch das Vertrauen in die Technologie selbst ist.
Weitere Berichte zum Thema Blockchain finden Sie auf InnoVisions:
https://www.fraunhofer-innovisions.de…
An Kryptowährungen führt momentan kein Weg vorbei. Besonders gehyped: Bitcoins. Aber: Was steckt eigentlich genau dahinter? Harald Lesch im Gespräch mit dem Finanzexperten Rainer Voss.
Dieses Video ist eine Produktion des ZDF, in Zusammenarbeit mit objektiv media.
Hier erfahrt ihr, warum das Geldsystem überhaupt funktioniert -
https://www.youtube.com/watch?v=Le6w8…
Da steh' ich nun, ich armer Tor,
Und bin so klug als wie zuvor!
Heiße Magister, heiße Doktor gar,
Und ziehe schon an die zehen Jahr'
Herauf, herab und quer und krumm
Meine Schüler an der Nase herum –
Und sehe, daß wir nichts wissen können!
[Johann Wolfgang von Goethe, Faust. Der Tragödie erster Teil, 1808. Szene: Nacht, Faust allein in seinem gotischen Zimmer]
Versuch eines Trostes: Gegen Ende des 19. Jarhhunderts schrieb der schwedische König Oskar II. einen Mathematik-Preis aus, in dem es u.a. um das n-Körper-Problem ging. (Von der Lösung erhoffte man sich Einsichten in die Stabilität des Sonnensystems.) Das Preiskommittee sprach dem französischen Mathematiker Poincaré den Preis zu, und Oskar II. verkündete am 21. Januar 1889 die Preisvergabe, und Poincaré wurde Ritter der französischen Ehrenlegion. Aber: Nach der Preisverleihung entstand hinter den Kulissen ein Streit über Poincarés Beweisführung. Zentraler Punkt war die Frage, ob bestimmte trigonometrische Reihen (unendliche Zahlenfolgen wie 1 + 2 + 3 + …
) konvergent oder divergent sind. Es heißt, sie konvergiert, wenn ihre Einträge eine endliche Summe ergeben. Zum Beispiel 1 + 1/2 +1/4 + 1/8 + ... = 2,0; folglich konvergiert die Reihe. Wenn die Summe gegen unendlich tendiert, da die Anzahl der Glieder zunimmt, heißt es, die Reihe divergiert.
Um es ein klein wenig komplizierter zu machen:
Aber Mathematiker hatten eine andere Vorstellung von Konvergenz als Astronomen. Letztere behaupteten, dass eine Zahlenfolge, deren Einträge schnell an Wert abnähmen, im Endeffekt eine endliche Summe habe. Für Mathematiker war das längst nicht genug. Die Glieder der sogenannten harmonischen Reihe beispielsweise, die als 1 + 1/2 + 1/3 + 1/4 + 1/5 + ... anfängt, werden sehr schnell kleiner. Trotzdem kann bewiesen werden, dass die Summe gegen unendlich tendiert. Und das sehr langsam: Nicht weniger als 178 Millionen Einträge müssen hinzugefügt werden, um die Summe von 20 zu erreichen, aber irgendwann wächst die Summe über alle Grenzen hinaus. Folglich divergiert die harmonische Reihe. Also muss, selbst wenn die Glieder der Reihe so schnell kleiner werden, dass eine Planetenumlaufbahn für sehr, sehr lange Zeiträume – wir sprechen hier von vielen Millionen und Milliarden Jahren – bis zu einer Genauigkeit von mehreren Stellen hinter dem Komma berechnet werden kann, die Konvergenz der Reihe mathematisch bewiesen werden, gerade wenn die Anzahl der Glieder der Reihe gegen unendlich tendiert.
Gyldén und Lindstedt hatten in ihrer Arbeit Zahlenreihen verwendet, um sich den Umlaufbahnen der Körper, die sich umeinander bewegen, anzunähern. Um die Stabilität eines Systems von drei oder mehr Körpern – beispielsweise unseres Sonnensystems – nachzuweisen, ist es entscheidend, herauszufinden, ob die Reihe konvergiert. Wenn sie divergiert, könnte das System explodieren. Gyldén räumte ein, dass die Reihe gelegentlich divergiere, behauptete aber, dass dies nur für eine unendlich kleine Menge an Parametern erfolge. Daher wäre es äußerst unwahrscheinlich, dass die Planeten jemals von ihren elliptischen Umlaufbahnen abkämen. Poincaré andererseits behauptete, dass die Menge an Parametern, die zu Explosionen führten, auch wenn sie klein sei, nicht vernachlässigt werden dürfe. Eine kleine Störung, vielleicht sogar ein Komet, der uns einen Besuch abstatte, könne alles kippen und die Erde aus ihrer regelmäßigen Umlaufbahn um die Sonne entweder in den Weltraum oder in ein schwarzes Loch irgendwo in den Weiten des Universums katapultieren.
[Aus George G. Szpiro: Das Poincaré-Abenteuer. Ein mathematisches Welträtsel wird gelöst. Aus dem Englischen von Thomas Bertram. Piper, München 2008, S 48-71, abgedruckt in Denkanstöße 2009, Ein Lesebuch aus Philosophie, Kultur und Wissenschaft, Piper, München 2008, S. 83-104]
Die prämierte Arbeit sollte in einer der kommenden Ausgaben der Acta mathematica veröffentlicht werden. Ein halbes Jahr nach Verleihung des Preises stieß ein Redakteur der Zeitschrift auf eine Berechnung Poincarés, die er nicht verstand. Bei dem drauffolgenden Briefwechsel wurde sich Poincaré entsetzt eines gravierenden Flüchtigkeitsfehlers bewußt:
Er hatte nachgewiesen, dass drei Körper in einem Gravitationssystem entweder zu einem Gleichgewicht, zu periodischen Umlaufbahnen oder zu quasiperiodischen Umlaufbahnen tendieren können. Aber eine weitere Möglichkeit hatte er übersehen: chaotische Umlaufbahnen.
[ebda]
Bei der Andeutung einer Geschichte, die immer komplizierter wird, will ich es belassen. Wen die ganze Geschichte interessiert: - Das Poincaré-Abenteuer (Post, 06.01.2009) x
[…] Ich habe gar nichts gegen die Menge; Doch kommt sie einmal ins Gedränge, So ruft sie, um den Teufel zu bannen, Gewiß die Schelme, die Tyrannen. […] Was ich sagen wollt, Verbietet mir keine Zensur! Sagt verständig immer nur, Was jedem frommt, Was ihr und andere sollt; Da kommt, Ich versichr’ euch, so viel zur Sprache, Was uns beschäftigt auf lange Tage.
O Freiheit süß der Presse! Nun sind wir endlich froh; Sie pocht von Messe zu Messe In dulci jubilo. Kommt, laßt uns alles drucken Und walten für und für; Nur sollte keiner mucken, Der nicht so denkt wie wir.
Was euch die heilige Preßfreiheit Für Frommen, Vorteil und Früchte beut? Davon habt ihr gewisse Erscheinung: Tiefe Verachtung öffentlicher Meinung. […] Nichts schmerzlicher kann den Menschen geschehn, Als das Absurde verkörpert zu sehn.
Dummes Zeug kann man viel reden, Kann es auch schreiben, Wird weder Leib noch Seele töten, Es wird alles beim alten bleiben.
Dummes aber, vors Auge gestellt, Hat ein magisches Recht; Weil es die Sinne gefesselt hält, Bleibt der Geist ein Knecht. […] Das Tüchtige, und wenn auch falsch, Wirkt Tag für Tag, von Haus zu Haus; Das Tüchtige, wenn’s wahrhaft ist, Wirkt über alle Zeiten hinaus.
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