Montag, 9. September 2019

Roman Polanski in Zeiten des Gutmenschentums

Kommentar: Wieder mal steht Roman Polanski in den Schlagzeilen. Er ist der wahre Sieger bei den Filmfestspielen von Venedig - ein Sieg gegen den grassierenden Hypermoralismus
Die Leute, die ich anklage, kenne ich nicht, ich habe sie nie gesehen, ich hege weder Groll noch Hass gegen sie. Sie sind für mich nur Erscheinungen, Symptome der Krankheit der Gesellschaft. Und die Handlung, die ich hier vollziehe, ist nur ein radikales Mittel, um den Ausbruch der Wahrheit und der Gerechtigkeit zu beschleunigen. Ich habe nur eine Leidenschaft, die des Lichtes, im Namen der Menschheit, die so viel gelitten hat und die ein Recht auf Glück besitzt. Mein flammender Protest ist nur der Schrei meiner Seele.
Emile Zola: "J'accuse!

Das war mehr als eine große Überraschung zum Abschluss der Filmfestspiele in Venedig: Der bislang nur Experten bekannte Amerikaner Todd Phillips gewann am Samstagabend für seinen Film "Joker" den Goldenen Löwen von Venedig.

Der wahre Sieger der diesjährigen Venedig-Ausgabe ist aber der französisch-polnische Regisseur Roman Polanski, der für seinen Film "J'Accuse!" den Spezialpreis der Jury bekam.

"J'Accuse!" erzählt von der Dreyfus-Affaire vor 125 Jahren, basierend auf Robert Harris' Roman "An Officer and Spy". Die Geschichte ist beschämend genug, wie sie ist. Polanski schildert nüchtern und klar die Fakten. Sein Film verzichtet auf alle billige Aktualisierung, auf Sensationalismus, auf boshafte Witze, die sich auf die Gegenwart beziehen.

Die gesellschaftlichen Schwächen einer Massendemokratie

Seine Herangehensweise ist im gewissen Sinn sehr klassisch. Der Film beginnt Anfang 1895 mit Alfred Dreyfus' öffentlicher Degradierung und Demütigung. Danach geht es hin und her zwischen dem Ablauf der Jahre 1895-1906 und Rückblicken in die Vorgeschichte, die im Herbst 1894 in die Vorwürfe gegen Dreyfus mündete.

Alles ist ein bisschen eine Detektivgeschichte, in der die Gewinnung von Indizien im Zentrum steht. Vor allem ist dies auch die Geschichte eines bisher unbekannten, geradezu geheimen Helden, des Colonel Marie-Georges Picard – ein Whistleblower der Jahrhundertwende.

Mit großer Lässigkeit zeigt Polanski die politischen und die gesellschaftlichen Schwächen einer Massendemokratie auf. Seine Erzählung der Dreyfus-Affaire zeigt, wie Meinungsfreiheit in Populismus, wie Populismus in Demagogie und Hetze umschlägt: Er zeigt Bücherverbrennungen, antisemitische Ausschreitungen und Verschwörungen einer rechtskonservativen, katholischen, militärischen Clique.

Dieser Film erinnert auch an den Kampf eines bestimmten Teils der politischen Linken, die heute ganz vergessen ist: Einer politischen Linken, die wirklich mit Radikalität gegen den existierenden Staat stand, auch wenn er formal eine Demokratie war, und die wirklich Widerstand geleistet hat gegen die Macht.

So erinnert Polanski daran, was wirkliche Opfer im politischen Kampf sind, was andere Leute riskiert haben: ihr Leben, ihre Gesundheit, ihre Ehre. Von solchen Positionen und von Menschen wie Emile Zola oder Georges Clemenceau ist unsere Gegenwart weit entfernt.

So ist dies eine zeitgemäße Geschichte: Über die Hexenjagden der Gegenwart, von denen Polanki selbst ein Lied singen kann; über den Antisemitismus unserer Zeit in Frankreich wie in Deutschland, über Überwachungswahnsinn, über Whistleblower.

mehr:
- In Zeiten der Hexenjagd (Rüdger Suchsland, Telepolis, 09.09.2019)

Die 9/11-Verschwörung – Materialsammlung, September 2019

Posts:
Wir sind alle Geiseln des 11. September (Post, 11.09.2019)
Dirk Pohlmann: "Der duale Staat – Recht, Macht und Ausnahmezustand" (Post, 16.05.2018)
9/11 – Das Thema, das nicht verschwindet (paulschreyer.wordpress.com, 11.09.2017)
Die Terroranschläge in Paris, 9/11, Amalgam Virgo und »Niemand konnte es vorhersehen…« (Post, 19.11.2015)
9/11: Wer steuerte die Flugzeuge? (Post, 07.09.2011)
9/11 und die Raketenabwehr des Pentagon (Post, 27.09.2010)
- Vor 9/11: Die Vorbereitung des Chaos – nach 9/11: Beschwichtigungs- und Vertuschungsversuche (Post, 08.09.2007)

Telepolis-Artikel:
9/11: Studie schließt Feuer als Einsturzursache des dritten Turms aus (Paul Schreyer, Telepolis, 10.09.2019)
- Der trainierte Terror (Paul Schreyer, Telepolis, 19.11.2015)
Die Wargames des 11. September (Mathias Bröckers, Telepolis, 12.06.2004)
Flugzeuge als Bomben? - Unvorstellbar! (Mathias Bröckers, Telepolis, 14.04.2004)

Link-Sammlungen:
9/11: Es stinkt gewaltig! (Post, 28.11.2018)
9/11: Hochrangige Offiziere, Reuters und ein Dialysepatient (Post, 11.09.2018)

Siehe auch:
Wie unter Fachleuten bekannt, ist noch nie eine moderne Stahlkonstruktion alleine durch lokale Brände mit Temperaturen von einigen hundert Grad Celsius komplett zerstört worden (ansonsten gäbe es für solche Gebäude gar keine Baubewilligung). Der „Windsor“-Tower in Madrid brannte am 12.2.2005 mit seinen 32 Etagen während vielen Stunden mit sehr heissen, weisslich-gelben Flammen (d.h. deutlich über 1‘000° Celsius) lichterloh, so dass oberhalb des 21. Stockwerkes, wo das Feuer wegen eines elektrischen Kurzschlusses ausgebrochen war, im Laufe der Nacht Teile des Stahlaussenskelettes kollabierten während der innere Betonkern stehenblieb und sogar noch einen Kran auf dem Dach tragen konnte!
Zudem hat auch das NIST (National Institut for Standards and Technology) in seinen 2005 veröffentlichten Studien (welche nur den Einsturzbeginn erklären sollen) zugegeben, dass die Temperaturen des Stahls in den betroffenen Etagen nie 600° Celsius überschritten (effektiv nachgewiesen wurden gar nur 250° Celsius) da Stahl auch eine sehr hohe Wärmespeicherkapazität hat und deshalb nicht sofort die maximalen Temperaturen der Feuer aufweist.
Bei Untersuchungen der Firma „Underwriters Laboratories“ im Auftrag des NIST sackten die für den Versuch nachgebauten Etagen unter grösserer Gewichtsbelastung und höheren Temperaturen nur max. 5–12 cm ab (nach 45 bzw. 100 Minuten) während das NIST für die Twin Towers mindestens einen Meter postuliert so dass die „absackenden“ Etagen die Stahlsäulen des Aussenskelettes an gewissen Stellen eingerissen und so den „Einsturz“ verursacht hätten.
[…] nur einmal von Fox-TV ausgestrahlten Live-Aufnahmen wo das von rechts in den Südturm fliegende „Terroristenflugzeug“ mit völlig intakter Nase („Pinocchio‘s nose“) auf der anderen Seite des Gebäudes wieder herausschaute […]
[Marcel Bühler,  Das 9/11-Verbrechen – Seine mediale Vertuschung und die politischen Folgenantikrieg.com, 08.08.2019]

Pinnochio's nose from Ace Baker's 9/11 Psy-Op {1:00}

faraway109
Am 21.08.2014 veröffentlicht 

BEST 9/11 DOCUMENTARY EVER!(FULL MOVIE) {1:44:54}

pendeathlington
Am 17.07.2011 veröffentlicht 
ZERO HOUR BEST 9 11 DOCUMENTARY EVER!(FULL MOVIE)





Der 11. September 2001 wird volljährig – Zeit, um endlich erwachsen zu werden.

Klaus-Dieter Kolenda hat für die NachDenkSeiten ein Interview mit dem Physiker und Mathematiker Ansgar Schneider geführt. Schneider widerspricht der offiziellen Version vom Einsturz der WTC-Türme und begründet seinen Widerspruch. Er äußert sich auch über die begleitenden Medien: „Wir sind seit 18 Jahren Zeuge eines medialen Totalversagens. … Wenn es um den 11. September geht, sind die Medien voll von unsäglichen Dummheiten und falschen Informationen und wenn mal nichts falsch ist, dann fehlt die Hälfte.“ Albrecht Müller.

Das Interview:

Der 11. September 2001 wird volljährig – Zeit, um endlich erwachsen zu werden.


Ein Interview mit Ansgar Schneider über Wissenschaft und Medienversagen.

Von Klaus-Dieter Kolenda
Die International Association for Bridge and Structural Engineering (IABSE), eine der prestigeträchtigsten Ingenieursvereinigungen weltweit, feierte dieses Jahr ihr 90-jähriges Bestehen. Zum diesbezüglichen Jahreskongress in der ersten Septemberwoche lud die IABSE die weltweite Elite der Bauingenieure nach New York City ein, um aktuelle Trends und Entwicklungen im Bauwesen und neue bauphysikalische Forschungsergebnisse zu präsentieren.

Eingeladen war auch der Physiker und Mathematiker Ansgar Schneider, um dort über seine Arbeit über die Zerstörung des World Trade Centers (WTC) am 11. September 2001 vorzutragen. Die amerikanische Regierung verweigerte ihm jedoch die Einreise.

Ich habe mit Ansgar Schneider über die verweigerte Einreise, den Kongress, sein aktuelles Buch „Stigmatisierung statt Aufklärung“ [1] und über seine wissenschaftlichen Arbeiten über den Einsturz des WTC [2][3][4] gesprochen.

Klaus-Dieter Kolenda: Herr Schneider, die IABSE lädt Sie ein, um auf ihrem Jahreskongress über die Zerstörung des World Trade Center zu sprechen. Sind Sie der weltweit führende Experte auf diesem Gebiet?
Ansgar Schneider: Sie schmeicheln mir, das ist nett gemeint, aber ich habe eine ganz allgemeine Abneigung gegen solche Superlative und das Wort „Experte“. Ich habe einen kleinen Beitrag zum Verständnis der Zerstörung des World Trade Centers geliefert. Das hätte auch jemand anderes tun können, der die klassische Mechanik beherrscht. Wenn es anders wäre, wäre es keine Wissenschaft. Denn Wissenschaft ist ja gerade das, was prinzipiell jeder verstehen kann, wo jeder, der lesen und schreiben kann und einen wachen Verstand und genügend Zeit besitzt, einen Beitrag leisten kann. Man braucht keine päpstliche Absolution dazu.

Sie beschreiben in Ihrem Buch ja ausführlich die teils schon lange bekannten wissenschaftlichen Daten, die der offiziellen Erklärung, dass die drei Wolkenkratzer wegen der Feuer- und Flugzeugschäden eingestürzt sind, widersprechen. Worin besteht denn Ihr Beitrag? Was ist neu?
Nun, nehmen wir mal an, dass der Einsturz des Nordturmes des WTC ein gravitationsbedingter Einsturz war, bei dem durch Versagen der Stützen eines Stockwerks aufgrund der Flugzeugeinschläge der darüberliegende Gebäudeteil absackt und dann den unteren Teil in einem fortschreitenden Kollaps Stockwerk für Stockwerk zerstört. Wenn man jetzt die Kinematik des einstürzenden Turms quantitativ analysiert – also auf Deutsch gesagt: die Bewegung vermisst, wie der Turm einstürzt – dann kann man aus der Bewegung zurückrechnen, wie groß die Widerstandskraft des Gebäudes war bzw. wie sich diese während des Einsturzes verändert hat.

Dabei stellt man dann zwei Dinge fest: 1. Die mögliche Widerstandskraft war zwischendurch so groß, dass der Einsturz hätte stoppen müssen. 2. Die Widerstandskraft war vor und nach diesem Zwischendurch um mindestens eine Größenordnung herabgesetzt.

Mit diesen Daten ist gezeigt, dass die Annahme eines fortschreitenden Stockwerkskollapses selbst impliziert, dass die Widerstandskraft herabgesetzt war. Das ist vorher noch niemandem aufgefallen, weil von »offizieller« Seite kein Untersuchungsbedarf gesehen wurde, und von Seiten der Kritiker wurde diese Frage nicht untersucht, weil das Modell nicht verwendet werden kann, um zu zeigen, dass der Einsturz nicht gravitationsbedingt war, was fälschlicherweise oft behauptet wird. Das Modell liefert immer nur eine untere Schranke für die Widerstandskraft. Ich habe gezeigt, dass diese Schranke eine Größenordnung über dem bisher gedachten Wert liegt.

Sollte man das nicht erwarten? Der Turm ist doch schließlich eingestürzt!
Dass der Turm eingestürzt ist, ist evident, aber die Frage ist: Welcher Mechanismus hat die Widerstandskraft so weit verkleinert, dass der Einsturz erst so schnell anfangen und dann später so schnell weiterlaufen konnte, obwohl das Gebäude prinzipiell stabil genug war, den begonnenen Einsturz abzufangen? Da gibt es bisher nur eine einzige bekannte wissenschaftliche Erklärung, die mit all den anderen empirischen Daten, die schon länger bekannt sind, vereinbar ist: menschliches Einwirken.

Sie meinen, der Turm wurde gesprengt?
Wenn Sie wollen, können Sie das so ausdrücken. Das Wort „meinen“ ist allerdings etwas fehlleitend, denn, was ich meine, ist nicht so wichtig. Es gibt sonst einfach keine andere wissenschaftliche Erklärung, die alle empirischen Daten erfasst. Das hat nichts mit meiner Meinung zu tun. Ich würd’ mir ja wünschen, dass das anders wäre, aber ich kann mir nichts aus den Fingern saugen.

mehr:
- Der 11. September 2001 wird volljährig – Zeit, um endlich erwachsen zu werden. (Klaus-Dieter Kolenda interviewt Ansgar Schneider, NachDenkSeiten, 09.09.2019)

9/11 - Nichts ist, wie es scheint! Oder doch nicht? - BarCode mit Ansgar Schneider {1:34:17 – Start bei 19:53}

NuoViso.TV
Am 12.09.2019 veröffentlicht 
Als vor 18 Jahren in New York und Washington das World Trade Center und das Pentagon brannten, wurden die Weichen der Geschichtsschreibung neu gestellt.
Doch es gibt bis heute Kritiker der offiziellen Darstellung der Ereignisse. Zu diesen gehört auch Ansgar Schneider. Die Aufarbeitung des Einsturzes von WTC-7 sei bis heute nicht wissenschaftlich aufgeklärt. Alle vorhandenen Fakten deuten auf eine kontrollierte Sprengung dieses Gebäudes hin, welches in den späten Nachmittagstunden des 11. Septembers 2001 ebenfalls in sich einstürzte - und das im freien Fall, ohne selbst von einem Flugzeug beschädigt worden zu sein.
Im BarCode sprechen Ansgar Schneider, Robert Stein und Julia Szarvasy über die immernoch unaufgeklärten Ungereimheiten von 9/11.
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siehe auch:
9/11 in den aktuellen Medienbeiträgen: Das Versagen geht weiter (Tobias Riegel, NachDenkSeiten, 12.09.2019)
Die 9/11-Verschwörung – Materialsammlung, September 2019 (Post, 09.09.2019)
Reichstags-9/11: Vom Neocon-Putsch zur weltweiten Überwachung (Post, 10.08.2019)
Feuerwehrkommandanten von New York fordern eine neue Untersuchung der Ereignisse des 11. September 2001 (Post, 01.08.2019)
Heute vor 15 Jahren – 22. Juli 2004: Die 9/11-Kommission stellt ihren Untersuchungsbericht vor (Post, 22.07.2019)
- 9/11: Es stinkt gewaltig! (Post, 18.11.2018)
aktualisiert am 15.09.2019

Public Relations - Manipulation der Masse | Doku | ARTE

Public Relations - Manipulation der Masse | Doku | ARTE {53:08}

ARTEde
Am 09.09.2019 veröffentlicht 
Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts stellte sich die Frage, wie die Massen in demokratischen Systemen zu steuern seien. So benötigte 1917 die USA für den Kriegseintritt die Zustimmung der Öffentlichkeit. Theoretiker der Massenpsychologie arbeiteten an einer Methodik der Meinungsbeeinflussung, die schon bald zu einem der florierendsten Geschäftsfelder unserer Zeit wurde ...
Wie kann man die Massen in demokratischen Systemen steuern? Mit zunehmenden Arbeiterrevolten entstanden am Ende des 19. Jahrhunderts Methoden zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung – ein Propagandainstrument, dessen sich erstmals die USA vor ihrem Eintritt in den Ersten Weltkrieg bedienten. In weniger als 50 Jahren entwickelte sich daraus eines der blühendsten Geschäftsfelder unserer Zeit: Public Relations. Einer der führenden Theoretiker und Architekten der Meinungsmache war Edward Bernays, Neffe von Siegmund Freud. Seine Eltern wanderten in die USA aus, als er gerade ein Jahr alt war. Das „Life“-Magazin erwähnte ihn als eine der 100 einflussreichsten amerikanischen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Obwohl in der breiten Öffentlichkeit unbekannt, übte Bernays entscheidenden Einfluss auf die Staatslenkung in den Vereinigten Staaten aus – und in der Folge auf alle liberalen Demokratien. Wer nichts über Bernays weiß, kann die sozialen, politischen und wirtschaftlichen Umbrüche des letzten Jahrhunderts nur schwer nachvollziehen. Bernays Werk war zum Beispiel, dass Bacon aus dem typischen US-amerikanischen Frühstück nicht mehr wegzudenken ist und Frauen anfingen, als Zeichen der Emanzipation Zigaretten zu rauchen. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere soll er sogar maßgeblich zum Sturz der Regierung in Guatemala 1954 beigetragen haben. Getreu dem Erbe seines berühmten Onkels war Edward Bernays der Erste, der psychoanalytische Konzepte zur Meinungsbeeinflussung einsetzte, um kritisches Denken zu umgehen. Anstatt auf tatsächliche Bedürfnisse einzugehen, schürte er irrationale, unbewusste Wünsche.
Dokumentation von Jimmy Leipold (F 2017, 54 Min)
Abonniert den Youtube-Kanal von ARTE: http://www.youtube.com/user/ARTEde

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Der Begriff Public Relations wurde zuerst 1882 an der Yale University (USA) verwendet.[2] Da es keine exakte deutsche Entsprechung gibt, wird in Wissenschaft und Praxis in der Regel der englische Begriff verwendet. Die deutsche Bezeichnung Öffentlichkeitsarbeit, die 1917 aufkam, entspricht diesem am ehesten. Die Begriffe können sowohl eine Vermittlungstätigkeit zwischen Organisationen und ihren Bezugsgruppen bezeichnen als auch die dafür zuständige Einheit einer Organisation. Die Funktion der Public Relations hat sich im Laufe ihrer Ausdifferenzierung (siehe Geschichte) mehrfach gewandelt – und mit ihr auch die Definitionen.
Grunig und Hunt definieren Public Relations aus der Managementperspektive als „part of the management of communication between an organization and its publics“ („Teil der Verwaltung der Kommunikation zwischen einer Organisation und ihren Öffentlichkeiten“).[3]
Carl Hundhausen nennt in seinem Artikel in der Zeitschrift Die deutsche Werbung aus dem Jahre 1937 folgende Definition: „Public Relations ist die Kunst, durch das gesprochene oder gedruckte Wort, durch Handlungen oder durch sichtbare Symbole für die eigene Firma, deren Produkt oder Dienstleistung eine günstige öffentliche Meinung zu schaffen.“
Public Relations grenzt sich begrifflich zum einen von Agitation oder Werbung insoweit ab, als sie nicht einzelne Handlungen anzielt (etwa eine Stimmabgabe, einen Warenkauf), sondern ein generelles positives Image und eine gute Reputation erzielen möchte. Public Relations kann auf makrosozialer Ebene als gesellschaftliches Teilsystem verstanden werden, das in einem Interdependenzverhältnis zu Marketing und Journalismus steht, die als verwandte Subsysteme in Wirtschaft und Publizistikähnliche Aufgaben wahrnehmen (vgl. Ronneberger/Rühl 1992). Unter dem Schlagwort „Determinationshypothese versus Intereffikationsansatz“ fand in den 1990er Jahren eine ausführliche Beschäftigung mit dem Verhältnis von Public Relations und Journalismus statt. Die Medienresonanzanalyse (1992) in der Studie von Lothar Rolke ergab ein Verhältnis von Selbstdarstellung zu Fremdbeobachtung in den Medieninhalten von circa 70:30 als normal, was bedeutet, dass Journalisten häufiger die Pressemitteilungen von Unternehmen und Institutionen übernehmen, als selbst zu recherchieren.
Die in neuerer Zeit etwa von Michael Kunczik gebrauchte Gleichsetzung von Public Relations und Propaganda wird vor allem in Deutschland problematisch gesehen.
Public Relations und die von einigen Autoren synonym gebrauchten Begriffe Öffentlichkeitsarbeit, Organisationskommunikation, Kommunikationsmanagement oder Beziehungsmanagement stehen mikrosozial betrachtet für denjenigen Typ öffentlicher Kommunikation, der für eine Organisation bzw. Institution Funktionen und Aufgaben erfüllt. Diese Ziele von Public Relations können sein: Information, Kommunikation und Persuasion, und langfristige Ziele wie der Aufbau, die Erhaltung und Gestaltung konsistenter Images. Der Begriff Unternehmenskommunikation bezieht sich nur auf eine Art von Organisationen, nämlich profitorientierte Unternehmen.
Da Public Relations in dem Spannungsfeld einer Organisation agiert, soll ein Konsens mit den Teilöffentlichkeiten in der Umwelt der Organisation und so auch im Fall von Konflikten glaubwürdiges Handeln der Organisation geschaffen werden. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei den Bezugsgruppen der Organisation zuteil, also etwa Anteilseignern, Bewohnern, Bürgern, Bürgerinitiativen, dem GesetzgeberKapitalgebernKundenLieferantenMassenmedienMitarbeitern usw.
Nicht glaubwürdig und deshalb verpönt ist das sogenannte Astroturfing. Auch Teile des Guerilla-Marketings fallen in diese Grauzone.[Öffentlichkeitsarbeit, Begriff und Definition, Wikipedia, abgerufen am 18.09.2019]
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siehe auch:
- Edward Bernays und die praktische Anwendung der Psychoanalyse: Wie sich Emotionen in der Menge entladen und wie sie gesteuert werden können (Post, 14.03.2016)

Freitag, 6. September 2019

transatlantischen Beeinflussungs-Gesellschaften – Materialsammlung

Grundsätzliches zu Propaganda:
Propaganda (Susan Bonath, KenFM, 28.12.2017)
Me, Myself and Media 27 – Im Fadenkreuz der Propaganda (Susan Bonath, KenFM, 28.12.2017)
Die Propaganda-Matrix: Wie der CFR den geostrategischen Informationsfluss kontrolliert (Eine Studie von Swiss Propaganda Research, September 2017 – PDF)
Edward Bernays und die angewandte Psychoanalyse: Masse und Mob – Wie Emotionen gesteuert werden können (Post, 20.02.2014)



War das nötig, Herr Steinmeier?

Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat in Polen vor allem die USA hofiert. Aus welchem Anlass? 

Sehr geehrter Herr Bundespräsident

Ihr persönlicher Auftritt in Wieluń und Warschau vor zwei Tagen war zwar nicht so eindrücklich wie der spontane Kniefall von Willy Brandt am 7. Dezember 1970 in Warschau. Es ehrt Sie aber sehr, dass Sie anlässlich der Erinnerungsfeiern an den Angriff Nazi-Deutschlands auf Polen vor 80 Jahren Klartext gesprochen und die grosse Schuld Deutschlands am Ausbruch des Zweiten Weltkrieges ungeschminkt eingestanden haben. Ihre Entschuldigung für die Kriegsverbrechen Hitler-Deutschlands wirkt glaubwürdig, Ihre wohlvorbereiteten Worte sind angekommen. Danke insbesondere auch für den einen Satz: «Dass auf diesem Platz, an diesem Tag ein deutscher Präsident vor Ihnen stehen und sprechen darf – das zeigt das lebendige Wunder der Versöhnung.»

Sie, sehr geehrter Herr Bundespräsident, haben mit der stillschweigenden Akzeptanz, dass zu diesem Anlass, an dem gemäss Ihrer eigenen Ansprache Staatsvertreter aus 40 Ländern (!) anwesend waren, ausgerechnet Russland aber nicht eingeladen war, allerdings keinen Beitrag zu einem «Wunder der Versöhnung» geleistet.

Wörtlich haben Sie gesagt: «Unsere Verantwortung, sie gilt auch der transatlantischen Partnerschaft. Wir alle blicken an diesem Jahrestag mit Dankbarkeit auf Amerika. Die Macht seiner Armeen hat – gemeinsam mit den Verbündeten im Westen und im Osten – den Nationalsozialismus niedergerungen. Und die Macht von Amerikas Ideen und Werten, seine Weitsicht, seine Grosszügigkeit haben diesem Kontinent eine andere, eine bessere Zukunft eröffnet.»

Und weiter: «Herr Vizepräsident, das ist die Grösse Amerikas, die wir Europäer bewundern und der wir verbunden sind. Dieses Amerika hat der Welt die Augen geöffnet für die unbändige Kraft der Freiheit und der Demokratie – gerade auch uns Deutschen. Diesem Amerika war das vereinte Europa immer ein Anliegen. Dieses Amerika wollte echte Partnerschaft und Freundschaft in gegenseitigem Respekt.»

Und dann: «Vieles davon scheint heute nicht mehr selbstverständlich. Deshalb: Lasst uns nicht vergessen, was uns stark gemacht hat – diesseits und jenseits des Atlantiks! Lasst uns das Gemeinsame bewahren in dieser Welt voller Veränderung und schwindender Gewissheiten!»

Und schliesslich: «Wir wissen wohl: Europa muss stärker und selbstbewusster werden. Aber wir wissen auch: Europa soll nicht stark sein ohne Amerika – oder gar gegen Amerika. Sondern Europa braucht Partner. Und ich bin sicher, auch Amerika braucht Partner in dieser Welt. Also lasst uns diese Partnerschaft pflegen! Lasst uns den Anspruch bewahren, dass der ‹Westen› mehr ist als eine Himmelsrichtung!»

mehr:
- War das nötig, Herr Steinmeier? (Christian Müller, Info-Sperber, 03.09.2019)
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Mein Kommentar:
Antwort auf die Titelfrage: Anscheinend!
Ich glaube inzwischen: Unsere Politiker haben alle sowas von Angst vor den USA! 
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Donnerstag, 5. September 2019

„Werde“ edel und gut

Das mit dem richtigen Leben im falschen ist so eine Sache. Je mehr man über dieses richtige Leben weiß, umso mehr fällt einem auf, was man so alles falsch macht. Dem können zwei Reaktionen folgen: stetiges Selbstgeißeln („Wir sollten wirklich mehr/weniger…“) oder Reaktanz („Ey, was soll ich denn noch alles …?“). Die Abgrenzung ist manchmal so dünn wie ein Joghurtdeckel aus Alu.

Sich ein Heft wie „Werde“, das „Magazin für das grüne Leben“, ausgerechnet an einem Flughafen zu kaufen, kann man sich dann nur noch damit schönreden, sehr schnell nach Hause zu müssen, um die bienenfreundlichen Pflanzen auf dem Balkon zu gießen und den Mehlwurmspender für die verwöhnten Stadtvögel aufzufüllen.

Was „Werde“ will, wird schon durch das Cover klar: „Mehr Bio für Bienen“ steht auf der Sommer-Ausgabe – sonst nichts. Etwas mehr verrät die Flappe über dem Cover: „Wie wir die Bienen jetzt retten können“, „Der Öko-Hof von Charles und Perrine“ sowie „Die Würde der Tiere ist unantastbar“. Dazu noch der Claim des Magazins: „Wir leben das Leben“. Die Abgrenzung zur Betulichkeit ist manchmal auch nur so dünn wie ein Joghurtdeckel.

Aber was soll man sagen: „Werde“ fühlt sich zumindest gut an. Gedruckt wird das viermal pro Jahr („mit den Jahreszeiten“) erscheinende Magazin auf wertigem, dickem Papier (Recycling, was sonst), sodass die 124 Seiten in der Hand liegen wie 160 Seiten Hochglanz. Das Recyclingpapier kostet die Fotos ein bisschen Strahlkraft, aber das kann man auch als Stilmittel sehen. Auf die Bilder ist man jedenfalls so stolz, dass einige von ihnen als Postkarten dem Heft beigefügt sind. Das ist mal eine raffinierte Werbemaßnahme!

mehr:
- „Werde“ edel und gut (Sigrid Neudecker, uebermedien.de, 27.08.2019)
siehe auch:
Es gibt kein richtiges Leben im falschen (Wikipedia)
Adorno und das falsche Leben (Martin Seel, PhilosophieMagazin, 6/2014 )
- Es gibt kein richtiges Sich-Ausstrecken in der falschen Badewanne (Martin Mittelmeier, Recherche. Zeitung für Wissenschaft, 4/2009, gefunden bei http://felsenwahn.de)

„Akte Weinstein“ (3): Monster, Mäuse und Moneten

Bei aller Wut soll es dem in der Regel auf Granit beißenden Weinstein allerdings hin und wieder doch gelungen sein, seinen Gegenspielerinnen die ihm verweigerte Gegenleistung abzuringen, wenn er sie auch austricksen musste, um einzustreichen, was er verdient zu haben meinte: eine Geste der Erkenntlichkeit. Und diese kleinen Siege sind es, die ihm die durch ihn groß gewordenen „Opfer“ auch lange Zeit danach nicht gönnen, ja nicht verzeihen können.

Erst geizig bis ins Mark, dann kleinlich nachtragend, wie es sich für die feministisch camouflierte Menschenfeindlichkeit gefühlloser Heulsusen gehört, die jede Kritik, die sie als Subjekte anspricht, als Victim Blaming von sich weisen, haben sie die Gelegenheit ergriffen, zu stoßen, was fällt, um anschließend, von Opferschützern befeuert, mit dem Nachtreten nicht mehr aufzuhören.

Denn immer dann, wenn die Resonanz des Weinstein-Skandals abzuebben drohte, weil nach der medialen Hinrichtung des Produzenten niemandem mehr ernsthaft zu vermitteln war, womit er diese eigentlich verdiente – und weil auch die „MeToo“-Opfer „sexuelle Übergriffigkeit“ bloß noch zum Anlass nahmen, um ihre Patriarchatskritik am mangelnden Einsatz männlicher WG-Mitglieder beim Abwischen der Küchenplatte zu verdeutlichen –, machte ein neues, bis dahin nicht gehörtes Weinstein-Opfer auf sich aufmerksam, dessen Selbstentblößung die Kolportage missbrauchte, um den Verdacht eines Sexualverbrechens gegen Weinstein zu säen und zugleich zu dementieren.

mehr:
- „Akte Weinstein“ (3): Monster, Mäuse und Moneten (Thomas Maul, AhGut, 05.09.2019)
Mein Kommentar:
Obwohl ich den Artikel vom Inhaltlichen gut finde, ist er ein Teil des Problems. Mit dieser Entweder-ich-habe-recht-oder-Du-hast-recht-Haltung wird in die Debatte nur weiter Öl gegossen.

Siehe auch:
Von Mozart bis Placido Domingo: Männer, die Schweine! (Post, 21.08.2019)
Lou Andreas-Salomé: »Ich verliere nie die Gewissheit, dass hinter mir Arme geöffnet sind, um mich aufzunehmen.« (Post, 02.08.2019)
- Die Schönheit des Abgrunds (Post, 04.06.2018)
Selbstverständlich dachte ich, dass Assange ein Vergewaltiger sein muss! Aber ich fand heraus, dass er nie wegen einer Sexualstraftat angeklagt wurde. Zwar machten zwei Frauen in Schweden Schlagzeilen, kurz nachdem die USA die Verbündeten ermutigt hatten, Gründe für die Verfolgung von Assange zu finden. Eine von ihnen behauptete, er habe ein Kondom zerrissen, die andere, dass er es nicht getragen habe, in beiden Fällen beim einvernehmlichen Geschlechtsverkehr - nicht gerade Szenarien, die den Ruf der "Vergewaltigung" in einer anderen Sprache als Schwedisch haben.
Allerdings hat jede Frau sogar ein Kondom als Beweis vorgelegt. Das erste, angeblich von Assange getragen und zerrissen, enthüllte keinerlei DNA - weder seine, noch ihre oder die von jemand anderem. Stell dir das vor. Das zweite, gebrauchte, aber intakte, sollte "ungeschützten" Geschlechtsverkehr beweisen. Stell dir das noch mal vor. Die Frauen schrieben sogar, dass sie nie beabsichtigten, ein Verbrechen zu melden, sondern von der eifrigen schwedischen Polizei dazu gezwungen wurden.
[Nils Melzer, UN-Sonderberichterstatter, zit. in Präzedenzfall WikiLeaks, Mathias Bröckers, Telepolis, 01.07.2019]

Menschenrechte und Völkerrechte

Das Humanitätsideal dient zur Legitimation von Krieg und Völkerrechtsbruch. Exklusivabdruck aus „Menschenrechte“.
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Menschenrechte sind in jüngster Zeit zu einem der zentralen Begriffe und Standardlegitimationen in der Außenpolitik geworden. Heute gibt es kaum eine politische Konfrontation und keine militärische Intervention, die nicht die Menschenrechte als Basis der Argumentation und Legitimation ihres Eingriffes heranziehen. Man versucht Menschenrechte oft buchstäblich herbeizubomben. Dabei gerät ein anderes Recht, das Völkerrecht, oft ins Hintertreffen. Bevor man sich mit dem Missbrauch des Menschenrechtsbegriffs befasst, ist es hilfreich, sich vor Augen zu führen, wie es ursprünglich gemeint war. Dies gelingt dem Autor mit einem Streifzug durch die Geschichte.
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Menschenrechte sind in jüngster Zeit zu einem der zentralen Begriffe und Standardlegitimationen in der Außenpolitik geworden. Noch vor wenigen Jahrzehnten konnte man weder in dem voluminösen Werk von Henry Kissinger „Diplomacy“ (1) noch in den tonangebenden Analysen zu Frieden, Krieg und dem System der internationalen Beziehungen, geschweige denn in den außenpolitischen Programmen der CDU/CSU, SPD und von Bündnis 90/Die Grünen ein Wort zur Bedeutung der Menschenrechte entdecken (2). Heute gibt es kaum eine politische Konfrontation und keine militärische Intervention, die nicht die Menschenrechte als Basis der Argumentation und Legitimation ihres Eingriffes heranziehen.

Woran liegt die Renaissance eines Rechts, welches ein selbstverständliches und deshalb kaum erwähnenswertes Element eines jeden demokratischen Handelns sein sollte? Die Vermutung liegt nahe, dass es nicht gut um das Recht bestellt ist, wenn es derart immer wieder in den Vordergrund gerückt wird.

Es gibt einen oft vernachlässigten, aber nicht unwesentlichen Unterschied zwischen dem Recht der Menschen und dem Recht der Völker.

Richtet sich ersteres vornehmlich gegen den eigenen Staat, soll es also im Wesentlichen die Freiheiten und Pflichten im innerstaatlichen Bereich bestimmen, so soll das Völkerrecht die internationalen Beziehungen der Staaten zueinander regeln. Der Begriff „Völkerrecht“ ist also irreführend. Zutreffender ist der im Englischen und Französischen übliche Begriff „Internationales öffentliches Recht“.

Es handelt sich vornehmlich um ein Recht der Staaten. Die Völker sind erst in ihrem Kampf um Dekolonisation auf dem Weg zu einem eigenen souveränen Staat als Rechtssubjekte anerkannt worden. Doch verbinden sich Menschen- und Völkerrecht wieder in ihrem Entstehungsprozess, denn auch die Menschenrechte wurden, anders als die von ihnen abgeleiteten staatlichen Grundrechte, vor allem nach 1945 in völkerrechtlichen Verträgen formuliert. Dieses wird am sinnfälligsten in dem Recht auf Selbstbestimmung, welches in den beiden Pakten über bürgerliche und politische sowie kulturelle und soziale Menschenrechte von 1966 jeweils in Artikel 1 den Völkern als kollektives Menschenrecht zuerkannt wird.

mehr:
- Menschenrechte und Völkerrecht (Norman Paech, Rubikon, 05.09.2019)
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siehe auch:
Der Internationale Strafgerichtshof gilt nur für weniger Mächtige (Post, 02.05.2019)
- Amerikas Krieg gegen das Völkerrecht (Post, 27.04.2019)

Frieden muss gestiftet werden (Post, 24.11.2014)
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Assange wird fertiggemacht…

Nachdem Manning trotz monatelanger Beugehaft standhaft bleibt, soll nun offenbar der noch im Gefängnis sitzende Stratfor-Hacker Hammond die notwendige Aussage liefern

Das US-Justizministerium scheint zu fürchten, dass Chelsea Manning (früher Bradley Manning) nicht gegen Julian Assange aussagen wird. Mit einer kurzen Unterbrechung sitzt sie seit März in Beugehaft, weil sie sich weigerte, eine Aussage in einem Verfahren gegen Julian Assange und WikiLeaks vor einer Grand Jury zu machen. Die Anklage gegen Assange war zufällig im November 2018 bekannt geworden (USA planten geheime Anklage gegen Julian Assange. Man arbeitete an ihr, damit Großbritannien ihn ausliefert).

Manning hatte 2010 geheime Dokumente des Pentagon an WikiLeaks weitergegeben. Furore machte besonders ein Video "Collateral Murder", das zeigt, wie US-Soldaten lachend aus einem Apache-Hubschrauber auf Zivilisten und Journalisten schießen und sieben töteten. Dazu kamen die Mitteilungen amerikanischer Botschaften (cablegate), die Afghan War und Iraq War logs oder Dokumente über Guantanamo. Manning wurde 2013 u.a. wegen Spionage und Hilfe für den Feind, worauf die Todesstrafe stehen kann, zu 35 Jahren Gefängnis verurteilt und von Barrack Obama im Januar 2017 begnadigt.

Das US-Justizministerium hat schließlich in der letzten Anklageschrift im Mai doch Assange wegen Spionage angeklagt, nämlich wegen unerlaubten Erhalts und Verbreitung geheimer Informationen und Verschwörung zum Hacken in geheim eingestufte Dokumente und Kommunikation. Knackpunkt ist, dass er es Manning in einer Verschwörung ermöglicht habe, mit dem Knacken eines Passworts in die geheimen Pentagonrechner einzudringen. Die Mithilfe von Assange am Hacken wäre der Knackpunkt der Anklage und würde Assange grundsätzlich von einem Journalisten unterscheiden, der wie andere Bürger auch durch den Ersten Verfassungszusatz geschützt ist, wie gerade ein Gericht in New York bestätigte (Gerichtsurteil: WikiLeaks ist durch den Ersten Verfassungszusatz geschützt)..

Um diese Mitwirkung zu belegen, wurde Manning in Beugehaft genommen, andere wie Daniel Domscheit-Berg oder Jacob Applebaum wurden unter erpresserischen Bedingungen aufgefordert, sich vernehmen zu lassen. US-Bürger tun sich da schon schwerer, wie man an Chelsea Manning sieht, während David House sich 2018 gegen Immunität vernehmen ließ, was aber offenbar nicht ausreicht.

mehr:
- US-Justizministerium sucht mit allen Mitteln, Assange wegen Spionage anzuklagen (Florian Rötzer, Telepolis, 05.09.2019)
siehe auch:
John Pilger überbringt eine Warnung von Julian Assange: »Wir sind alle in Gefahr« (Post, 04.09.2019)
Mahnwachen für Julian Assange nötiger denn je (Post, 23.08.2019)
- „Vergesst Assange nicht, sonst werdet ihr ihn verlieren!“ oder Der »freie« Westen und seine »Werte«… (Post, 17.08.2019)


"In 20 Jahren Arbeit mit Opfern von Krieg, Gewalt und politischer Verfolgung habe ich noch nie erlebt, dass sich eine Gruppe demokratischer Staaten zusammenschließt, um ein einzelnes Individuum so lange Zeit und unter so geringer Berücksichtigung der Menschenwürde und der Rechtsstaatlichkeit bewusst zu isolieren, zu verteufeln und zu missbrauchen."
[Nils Melzer, UN-Sonderberichterstatter, zit. in Mathias Bröckers, Präzedenzfall WikiLeaks, Telepolis, 01.07.2019]

Die Staaten des Westens sind Demokratien. Es wird gewählt. Regierungen wechseln. Es gibt die Medien, die mehr oder weniger unabhängig sind. Es gibt Nichtregierungsorganisationen. Es gibt die Gewaltenteilung. Das ist alles schön und gut, und wir sollten uns darüber freuen. Denn es könnte tatsächlich schlimmer sein.

Aber unter dieser Oberfläche gibt es unsichtbare Tiefenstrukturen. Von Macht und Rechtlosigkeit, von Überwachung und Kontrolle und von Gehorsam. Vor allem von Gehorsam. Es gibt eine funktionstüchtige Infrastruktur des vollkommenen Polizeistaats, in die wir alle eingebettet sind. Wir sehen sie nicht. Wir spüren sie nicht. Aber sie umgibt uns. Wir leben in einem ruhenden Polizeistaat, in einem schlafenden Polizeistaat – der jederzeit zum Leben erweckt werden kann.

Wer diesem Rechtsstaat in die Quere kommt, kann sich auf einiges gefasst machen. Chelsea Manning verbrachte neun Monate in Isolationshaft. Sie musste nachts ihre Kleider abgeben und morgens nackt vor der Zelle antreten. Körperliche Übungen waren ihr verboten. Das Licht brannte unablässig. Das ist der Rechtsstaat.

Und Selbsttäuschung war es, die viele Journalisten in Deutschland eher mürrisch auf die Wikileaks-Veröffentlichungen reagieren ließ. Der Herausgeber der Zeit, Josef Joffe, war da typisch. Er schrieb, er wünsche sich „keinen Ein-Mann-Rächer, der nach eigenem Geschmack entscheidet, was zu veröffentlichen sei. Dafür haben wir Parlamente und Gerichte, also den Rechtsstaat“. Normalerweise rechtfertigen staatliche Stellen mit solchen Worten die Knebelung der Presse. Nur zur Erinnerung: Die Folter in Abu Ghraib, das grausame Waterboarding in den Gefängnissen der CIA, das Niedermähen unbewaffneter Zivilisten in Afghanistan – all das, was die USA in gefährliche Nähe zu den Unrechtsregimen im Nahen Osten, zu China und zur untergegangenen Sowjetunion gebracht hat, ist eben nicht durch „Parlamente und Gerichte“ an den Tag gekommen, sondern durch Whistleblower. […
]
Nach US-amerikanischem Recht ist die Überwachung der Welt erlaubt. Was soll das? Diesen Rechtsanspruch können sich die Amerikaner gar nicht selbst genehmigen.
In Bezug auf ihre Auffassung von Sicherheitspolitik sind die USA heute ein totalitärer Staat. Solange das so ist, haben wir eine besondere Verpflichtung, wir in Europa, wir in Deutschland. Es ist die Verpflichtung, die Flamme der Freiheit nicht ausgehen zu lassen. Es ist die Verpflichtung, jenen, die gegen diesen Totalitarismus kämpfen, Schutz zu gewähren. 
[Jakob Augstein, Vater aller Whistleblower, Laudatio zur Verleihung des Dresden-Preises an Daniel Ellsberg, in: der Freitag, 03.03.2016 – Hervorhebungen von mir]

Ich gab meinen Arbeitsplatz, meine Karriere, meine Sicherheitseinstufung auf und setzte meine Freiheit aufs Spiel. Und das alles für ein Unterfangen mit ungewissem Ausgang, in der Annahme, dass sich die Öffentlichkeit, wenn sie die Tragweite der ihr 25 Jahre lang aufgetischten Lügenzur Schlächterei in Vietnam erführe, gegen den Krieg entscheiden würde. Leider lernt man dabei etwas über seine Mitmenschen, das man eigentlich gar nicht wissen will: daß sie zuhören, daraus lernen, sogar verstehen …und es dann aber weiter ignorieren. 
[Daniel Ellsberg, *1931, Whistleblower, mitverantwortlich für die Veröffentlichung der Pentagon-Papiere 1971, in einem Radio-Interview 1972, zitiert in: Der gefährlichste Mann in Amerika – Daniel Ellsberg und die Pentagon-Papiere (da zu finden ab 1:19:20)]  

David Bowie - This Is Not America HD [4:23] Text Übersetzung

Veröffentlicht am 10.07.2013
https://www.facebook.com/davidbowie
The Falcon And The Snowman: Original Motion Picture Soundtrack Album (Includes "This is not America"
http://www.amazon.com/The-Falcon-And-...
Drive (2011) IMDB http://www.imdb.com/title/tt0780504/
Drive (2011) Blueray
http://www.amazon.com/Drive-UltraViol...
Alter Infotext:
»This Is Not America« is a song by jazz fusion band Pat Metheny Group and rock singer David Bowie, taken from the soundtrack for the film The Falcon and the Snowman. The instrumental, written by Metheny and Lyle Mays, is itself a song called »Chris« and was also included on the soundtrack for the film. »This Is Not America« adds additional drums courtesy of a Linn drum machine as well as Bowie’s vocal performance. Metheny later noted that Bowie’s words were »profound and meaningful -- and absolutely perfect for the film.«
The song, a midtempo ballad, was released as a single which reached #14 in the UK, and #32 in the US. The instrumental found on the single is not the song »Chris«, but a true instrumental of »This Is Not America«. The song later appeared on Bowie’s greatest hits compilation »Best of Bowie«, appearing on all but the Australian and Japanese pressings of that album.

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Mittwoch, 4. September 2019

George Bush I., seine »Neue Weltordnung« und wie Saddam Hussein in den Kuweit-Krieg gelockt wurde

Löste die ungeschickte Aussage einer US-Botschafterin den Kuwait-Krieg mit Zehntausenden Toten aus? Ein Lehrstück über Diplomatie und Leichtfertigkeit.

Am Vormittag des 25. Juli 1990 bestellt Iraks Diktator Saddam Hussein die US-Botschafterin April Glaspie ein. Es ist ihr erster Termin bei dem Diktator, er dauert zwei Stunden und geht als eine der umstrittensten Episoden der amerikanischen Diplomatie in die Geschichte ein.

Schon am selben Abend schickt Glaspie ihren Bericht über das Gespräch nach Washington. Sie fasst es unter der Überschrift zusammen: "Saddams Botschaft der Freundschaft an Präsident Bush".

Nur acht Tage später aber bricht der Krieg aus: Saddams Truppen marschieren in Kuwait ein, und ein Konflikt beginnt, der mehr als 15 Jahre dauern und selbst nach Saddam Husseins Tod nicht zu Ende sein wird. Ein Alptraum für jeden Diplomaten. Was ist in dem Gespräch passiert?

mehr:
- IRAK – „Herzlich und warm“ (Bernhard Zand, SPON, 06.12.2010 – Zitat:)

Dann kommt Saddam auf den umstrittenen Verlauf der Grenze mit Kuwait zu sprechen. Es wird technisch, es geht um Kilometerzahlen. "Die Botschafterin", schreibt Glaspie über Glaspie, "sagte, sie habe vor 20 Jahren in Kuwait gedient; damals, wie heute, nähmen wir in diesen arabischen Angelegenheiten keine Position ein."

Wenige Wochen später veröffentlichen die Iraker, alle diplomatischen Gepflogenheiten brechend, eine gekürzte Mitschrift des Gesprächs. Nie hat Amerika die Worte eines seiner Diplomaten so genau gewogen, nie einen einzelnen Satz so kontrovers diskutiert wie den von Botschafterin Glaspie.

Ihre Antwort habe Saddam Hussein "verwirrt", sagen ihre Kritiker. Sie sei missverständlich, viel zu undeutlich gewesen. Saddam habe glauben können, dass sich die USA heraushalten würden, sollte er Kuwait angreifen. Deshalb habe Glaspie entscheidend zum Ausbruch des Kriegs beigetragen.

Diese Kritik treffe nicht zu, sagen ihre Verteidiger. Glaspie habe zu Saddam gesagt, was jeder Diplomat in dieser Lage ihm gesagt hätte.

Entschieden ist die Kontroverse bis heute nicht. Doch jetzt liegen weitere, bislang unveröffentlichte Berichte vor, die US-Botschafter zwischen 1985 und 1990 aus Bagdad schrieben. Sie zeigen, in welchem politischen Umfeld Glaspie arbeitete, wie Amerika damals zu Saddam Hussein stand - und wie es zu dem verhängnisvollen Satz kam. […]
Früh taucht in den Berichten der Amerikaner die Angst der Iraker auf: dass Amerika den Irak fallenlassen und sich Iran annähern könnte. Glaspie berichtet beruhigend nach Hause: "Wir haben den Irakern auf hoher Ebene und durch verschiedene Kanäle versichert, dass wir nicht daran denken, zu der einen oder anderen Seite zu ,neigen'."

Deutlich spricht gegen Ende des Krieges im Frühjahr 1988 die wachsende Zuversicht der Iraker auch aus den Berichten der US-Botschaft. Die Diplomaten schreiben über die ausgezeichnete Zusammenarbeit hinter den Kulissen. […]

Im Mai, Saddam stößt bereits wütende Drohungen gegen Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate aus, treffen sich die Staatschefs der Arabischen Liga in Bagdad. Wieder lobt Glaspie Saddams Bemühungen. Er habe "einen Schritt nach vorn gemacht" und die Araber, wenn auch auf dem "kleinsten gemeinsamen Nenner", zusammengebracht. […]

Ausdrücklich widerspricht sie einem Bericht der US-Botschaft in Kuwait, wonach Saddams irritierendes Verhalten auf "internen Druck und Instabilität seines Regimes" hindeute - was, nachträglich betrachtet, aber sehr wahrscheinlich ist. Die Botschafterin in Bagdad besteht darauf, dass Saddam von vielen Dingen getrieben sei, aber gewiss nicht von Putschgerüchten. […]

Im Juni 1990 strahlt der US-Sender ABC ein Interview aus, das die Journalistin Diane Sawyer auf Vermittlung der Botschaft mit Saddam Hussein geführt hat.

Die Iraker sind sauer, weil das Dreistundengespräch auf 20 Minuten zusammengeschnitten wurde. Wieder wirbt Glaspie für Verständnis […]

Doch die jetzt bekanntgewordenen Berichte zeigen, dass Glaspie und ihr Vorgänger das Regime von Anfang an extrem wohlwollend beurteilten, über Saddams längst bekannte Verbrechen hinwegsahen und, im Licht ihrer gemeinsamen Feindschaft zu Iran, geradezu fahrlässig unkritisch waren. […]

Die Kuwaiter, die mit Taschen voller (schwarz gewechselter) irakischer Dinar kommen und sie mit vollen Händen ausgeben, kommen nicht aus der gebildeten Mittelklasse - die fährt nach Europa. Der Irak bekommt das ab, was dem "white trash" entspricht, der unteren Mittelklasse, die freitags in großen Mengen in Basra zu sehen ist sowie in den Sommerfrischen im Norden, oft betrunken, manchmal mit unmöglichem Benehmen und oft als Spieler in den sonst leergefegten Casinos. Sie kommen auch nach Bagdad und stellen die Kundschaft für billige Nachtclubs und Callgirls.

Die Iraker empfinden die Kuwaiter als unglaublich geizige Shylocks, die es sich gutgehen lassen, während die Iraker im Krieg so schreckliche Opfer brachten.

Vier Tage danach fliegt Botschafterin April Glaspie nach Washington.

Sieben Tage später, am 2. August 1990, überschreiten irakische Truppen die Grenze zu Kuwait.

Glaspies Stellvertreter Joseph Wilson, 13 Jahre später berühmt geworden als Ehemann der enttarnten CIA-Spionin Valerie Plame, schickt die kürzeste Meldung, die aus der Botschaft Bagdad erhalten ist: "Wir versuchen seit 6.30 Uhr früh Ortszeit, hohe Beamte des Außenministeriums zu erreichen, auch Außenminister Tarik Asis. Staatssekretär Hamdun ist anscheinend nicht zu Hause, denn dort hebt niemand ab … Botschaft hat ein Krisen-Team zusammengestellt."

Saddam hat zugeschlagen. Über Nacht ist aus dem Mann, der fast zehn Jahre lang Amerikas Verbündeter war, ein Todfeind geworden. Was vorher richtig schien, ist plötzlich falsch geworden.
[Hervorhebungen von mir] 
Mein Kommentar:
Wenn Glaspie sagt »Wir nehmen keine Position ein«, dann hat sie das gesagt.
Und wenn Bernhard Zand diese Aussage »ungeschickt« nennt, dann ist das ein sogenannter Euphemismus.

siehe auch:


11. September 1990, US-Präsident George Bush I. (Senior, ehemaliger CIA-Chef) verkündet seine "Neue Weltordnung".
Gerade hatte der Irak einen achtjährigen Krieg gegen den Iran hinter sich gebracht. Doch wie kam es zu diesem Krieg, kurz nachdem der gehasste Schah gestürzt wurde (1979)? "Anfang der achtziger Jahre hatten die USA der irakischen Regierung gefälschte nachrichtendienstliche Erkenntnisse, die einen raschen Sieg nahe legten, zugespielt und sie zum Krieg gegen Khomeini ermutigt." (Quelle: Engdahl, F. William: "Mit der Ölwaffe zur Weltmacht", 1993, S. 331)
Die meisten Waffen des Iran kamen aus den USA indirekt über Israel. Gleichzeitig unterstützten und belieferten die USA verdeckt massenhaft den Irak über Ägypten, auch mit chemischen und biologischen Waffen z.B. Milzbrand (Quellen: Spiegel online, 26. September 2002, Herbert G. Dorsey: "The Secret History of the New World Order", 1993, S. 34-35). Naturgemäß waren die kriegführenden Staaten wirtschaftlich ziemlich am Ende – ganz im Gegensatz zu den Waffenlieferanten und kreditgebenden Banken. Dadurch konnte gleich nochmal der Irak, Saddam Hussein, in einen Krieg verwickelt werden.  
Im Juli 1989 reiste eine Delegation mit Alan Stoga (Kissinger Association Ltd.), Vorstandsmitglieder von Bankiers Trust, Mobil, Occidental Petroleum usw. auf Einladung von Saddam Hussein nach Bagdad. Im Mittelpunkt der Verhandlungen stand die Finanzierung des Badush-Staudamm-Projektes, das den Irak in fünf Jahren von Nahrungsmittelimporten unabhängig gemacht hätte. Doch es wurde abgelehnt. "Saddam müsse zuerst seine Staatsschulden in Ordnung bringen und zu diesem Zweck seine nationale Ölindustrie wenigstens zum größten Teil "privatisieren."" Das lehnte er natürlich ab. (Engdahl, S. 332-333) Dann wurden Ende 1989 die dem Irak bereits von George Bush I. (Senior) zugesagten 2,3 Milliarden $ gesperrt (über die Banca Nazionale del Lavoro BNL). So war der Irak Anfang 1990 plötzlich total von westlichen Bankkrediten ausgeschlossen.
In dieser kritischen Situation kam der Scheich Al-Sabah, Emir von Kuwait und Freund der englischen Königsfamilie, ins Spiel. Dieser hatte bis dahin auf Anweisung Londons und Washingtons Geld in den Irak fließen lassen, um den Krieg gegen den Iran zu finanzieren. So wurden die Waffengeschäfte gesichert und Israel politische Vorteile verschafft. Anfang 1990 bekam nun Kuwait den Auftrag, entgegen allen OPEC-Verträgen, den Markt mit billigem Öl zu überschwemmen. Alle diplomatische Bemühungen der anderen OPEC-Länder, auch des Irak, Kuwait von diesem zerstörerischen Kurs abzubringen, scheiterten. (Engdahl, S.333-334)
Im Juli 1990 eskalierten dann die Streitigkeiten zwischen Kuwait und dem Irak. Die amerikanische Botschafterin in Bagdad, April Glaspie, besucht Saddam Hussein am 27. Juli 1990: "April Glaspie, übermittelt Saddam Hussein, daß die Regierung George Bush (I.) den Disput zwischen Irak und Kuwait als innerarabischen Streit ansieht, der "für die USA nicht von strategischem Interesse" sei. Das war eine diplomatische Einladung zur Invasion." (Engdahl, S.363, 335)
"Die offizielle Mitschrift dieser Unterredung veröffentlichte die irakische Regierung nach Kriegsbeginn. Präsident Bush (I.) nahm diese Veröffentlichung zum Vorwand, Saddam Hussein öffentlich einen Lügner zu schimpfen. Aber ein Jahr später sah sich der US-Kongreß gezwungen, ihre Richtigkeit zu bestätigen. Nur dann interessierte das niemanden mehr..." (Engdahl, S.335). Diese "Einladung" wird auch bestätigt durch den Rechtsanwalt Andreas von Bülow im Interview mit Konkret Jürgen Elsässer 12/01. Das war natürlich "grünes Licht" für Saddam: am 2. August marschierten die irakischen Truppen in Kuwait ein. Der Herrscherfamilie wurde natürlich vorher vom CIA Bescheid gesagt, sie verließen mit ihrem Rolls-Royce-Fuhrpark, ihren Juwelen und anderen Wertsachen vorher das Land.
In den folgenden sechs Monaten wurde ein gut inszeniertes Theaterstück aufgeführt. Es gab viele Verhandlungen, um einen Krieg zu vermeiden, der schon längst beschlossen war. Und so kam es, dass die US-Truppen am 15. Januar 1991 in den Golfkrieg zogen." (Engdahl, S.336) Dieses ganze Szenario beschrieb James H. Webb, der Oberbefehlshaber der Marine unter Reagan: "Das Ziel unserer Präsenz am Persischen Golf ist es, die "Neue Weltordnung" der Regierung Bush zu starten; das gefällt mir nicht." (Engdahl, S.338)
William Cooper hatte bereits ein Jahr vor dem Golf-Krieg das genaue Datum für den Einmarsch der US-Truppen bekannt gegeben, das er Geheimpapieren entnommen hatte, in die er während seiner Amtszeit als Naval Intelligence Officer beim Geheimdienst der NAVY Einblick hatte. (Dieses Datum gab er unter anderem auf einem Workshop bekannt, der auf Video aufgezeichnet wurde. […]) […]
Am 29. Januar 1991 erklärte Präsident Bush (Senior) vor dem Kongreß in seiner Rede zur Lage der Nation: "Die Welt kann nun die Gelegenheit des gegenwärtigen Golfkrieges ergreifen, um sich die lang gehegte Verheißung einer neuen Weltordnung zu erfüllen."
[Sebastian Schöck†, George Bush hat den ersten Irak-Krieg angezettelt, Institut für soziale Dreigliederung, 08.10.2002 – Hervorhebungen von mir]
Anmerkung: 
Die Aussage Webb’s  im drittletzten Absatz findet sich auch in dem Buch »We fight for Oil« von John Coleman (zu finden auf issuu, S. 211, Abs. 2 u. 3):
Former Navy secretary James H. Webb went public with his concerns during a November 12, 1990 television discussion:
»The purpose of our presence in the Persian Gulf is to further the Bush administration’s 


Am Ende des irakisch-iranischen Krieges war die Wirtschaft Iraks erheblich geschwächt. Die Ereignisse, die zu „Desert Storm“ (US-Name für den 1. gegen Irak geführten Krieg, .d.Ü.) führten, begannen sich herauszukristallisieren.

Während des Krieges lieh Kuweit Gelder an Irak. Das Geld wurde sowohl zur Verteidigung Kuweits als auch Iraks verwendet, und die irakische Regierung hatte nicht erwartet, nach dem Ende der Feindseligkeiten unter Druck gesetzt zu werden, um die Darlehen sofort zurückzuzahlen, besonders deshalb, weil ein großer Teil des Geldes benutzt wurde, Iran an einer Invasion Kuweits zu hindern.

Bald nach dem Waffenstillstand verlangte Kuweit die Rückzahlung. Saddam Hussein war schockiert, das Kuweit einen solchen Druck ausübte nach all den Opfern, die Irak gebracht hatte. Als Irak versuchte, die Angelegenheit der Rückzahlung mit Kuweit zu diskutieren, wurden die Kuweitis noch unwilliger, eine Erleichterung bei der Schuldenrückzahlung zuzugestehen. Die Iraker wussten bereits, dass die CIA und Kuweit Maßnahmen getroffen hatten, um die irakische Wirtschaft weiter zu unterminieren, aber sie waren sich nicht der Ernsthaftigkeit und der Fortschritte dieser Pläne bewusst.

Nachdem Irak am 2. August 1990 die kuweitische Grenze überschritten hatte, kamen viele Aspekte dieser anti-irakischen Ränke ans Licht. Die Iraker fanden die Kopie eines Briefes vom 22. November 1989 mit dem Stempel ”Top Secret and Private” (äußerst geheim und privat), der von Brigadegeneral Ahmed Al Fahd (Generaldirektor des Staatssicherheitsdienstes von Kuweit) an Sheikh Salem Al Sabah Al Sabah (Innenminister von Kuweit) geschickt worden war. Der Brief erwähnt das Bündnis der CIA und der kuweitischen Regierung und ihre Pläne, die irakische Wirtschaft zu unterminieren. Hier sind ein paar wichtige Punkte:

„In Übereinstimmung mit den Befehlen Ihrer Hoheit, die bei unseren Treffen am 22. Oktober 1989 erlassen wurden, besuchte ich das Hauptquartier der United States Intelligence Agency (CIA) zusammen mit Oberst Ishaq Abd Al Hadi Shaddad, Direktor der Untersuchungen für den Regierungsbezirk Ahmadi zwischen dem 12. und 18. November. Seitens der Vereinigten Staaten betonte man, dass der Besuch äußerst geheim bleiben sollte, um nicht die Empfindlichkeiten unserer Brüder im Gulf Cooperation Council (Golf-Kooperations-Rat) Iran und Irak zu verletzen … Wir kamen mit den Vereinigten Staaten überein, dass Besuche auf allen Ebenen zwischen dem Staatssicherheitsdienst und der CIA ausgetauscht werden sollten, und dass Informationen über Waffen sowie soziale und politische Strukturen im Iran und Irak ausgetauscht würden … Wir kamen mit der amerikanischen Seite überein, dass es wichtig sei, die sich verschlechternde ökonomische Situation im Irak auszunutzen, um Druck auf die Regierung dieses Landes auszuüben zur Feststellung unserer gemeinsamen Grenze. Die CIA gab uns ihre Auffassung von geeigneten Druckmitteln zur Kenntnis, und meinte, dass eine breite Kooperation zwischen uns initiiert werden sollte unter der Bedingung, dass derlei Aktionen auf hoher Ebene koordiniert würden.“

Dieser Brief bewies die irakischen Behauptungen von einem fertigen US-Plan, die Wirtschaft Iraks schwach zu halten, damit Kuweit davon profitieren könne. Die Veröffentlichung dieses Briefes warf ein neues Licht auf die Ereignisse des 2. August 1990 und der folgenden Monate. Irak drang nicht einfach in Kuweit ein, um Kuweits Erdöl an sich zu reißen. Es tat dies, um Kuweit und die USA davon abzuhalten, seiner Wirtschaft auf Dauer Schaden zuzufügen.
Der irakische Außenminister Tariq Aziz verbreitete sehr schnell die Tatsache über die US-Kuweit-Kooperation, aber die Agenda war von Bush I geschrieben worden und über diese erdrückenden Beweise hörte man kaum einen Pieps. Die Welt hörte nur von ”nackter Aggression” und ”einem neuen Hitler”. In einem Brief vom 24. Oktober 1990 an die Vereinten Nationen hob Aziz die Handlungen der USA und Kuweits hervor, die schließlich zu der Besetzung von Kuweit durch den Irak führten. Viele entscheidende Punkte wurden angeführt, weshalb es wichtig ist, den ganzen Brief zu veröffentlichen:

"Ich schicke Ihnen die Kopie eines Briefes vom 22. November 1989 vom Generaldirektor des Staatssicherheitsdienstes an den Innenminister des vormaligen Regimes von Kuweit. Dieses gefährliche Dokument beweist die Existenz einer Verschwörung zwischen jener Regierung und der Regierung der Vereinigten Staaten zur Destabilisierung der Situation in Irak. Ich erwähnte diese Verschwörung in einem Schreiben vom 4. September 1990, das ich an die Außenminister der ganzen Welt schickte. In jenem Brief erklärte ich den historischen Hintergrund und die Machenschaften der kuweitischen Führung gegen Irak wie folgt: ”Wir müssen daher folgern, dass die Führer des vormaligen Regimes wünschten, ihre Pläne solange zu verfolgen, bis die Wirtschaft Iraks zerstört und sein politisches System destabilisiert wäre. Es ist unmöglich zu glauben, dass ein Regime wie jenes, das zuvor in Kuweit an der Macht war, eine solch ambitiöse Verschwörung unternommen hätte ohne die Unterstützung und den Schutz einer Großmacht. Diese Macht können nur die Vereinigten Staaten sein.” Ich machte in meinem Brief auch die folgenden Bemerkungen: ”Es ist aus meinem historischen Bericht und der Beschreibung der von mir geschilderten Ereignisse ersichtlich, das die Meinungsverschiedenheiten nicht nur auf ökonomischen und Grenzfragen beruhten. Wir hatten viele Differenzen dieser Art über 20 Jahre hinweg, doch wir versuchten immer, die bestmöglichen Beziehungen mit den vormaligen Führern von Kuweit aufrechtzuerhalten trotz deren verachtenswertem Verhalten und deren verächtlicher Haltung gegenüber Irak. Tatsache ist, dass es eine organisierte Verschwörung gab, an der die vormaligen Führer Kuweits mit der Unterstützung der Vereinigten Staaten mit Bedacht teilnahmen, um die Wirtschaft des Irak zu destabilisieren und seine Verteidigungsmöglichkeiten gegen die imperialistischen Ziele Israels und die Aggressionsakte von Teilen der arabischen Welt zu unterminieren. Um das zu erreichen, war es notwendig, das politische System Iraks zu unterminieren und die Hegemonie der Vereinigten Staaten in der Region zu stärken, insbesondere über die Erdölvorkommen. Tatsächlich war es, wie Präsident Saddam Hussein auf dem Gipfel von Bagdad erklärte und ich in meinem Schreiben an den Generalsekretär der Arabischen Liga andeutete, ein Krieg gegen Irak.” Dieses Dokument beweist klar und unwiderleglich, dass die CIA und die Geheimdienste der früheren Regierung von Kuweit miteinander verbündet waren zu einem Anschlag auf die nationale Sicherheit, territoriale Integrität und die nationale Wirtschaft Iraks. Ich wäre dankbar, wenn Sie freundlicherweise diesen Brief und den beigefügten Text als ein offizielles Dokument des Sicherheitsrates zirkulieren ließen."
Monate vor dem Beginn von Desert Storm hat Tariq Aziz die Doppelzüngigkeit Kuweits entlarvt. Doch statt die Fakten zu betrachten, hat der größte Teil der Welt es George Bush erlaubt, sie zu verdrehen und ein ganz anderes Szenario zu entwerfen – eines, bei dem Iraker Kuweit aus keinem anderen Grund besetzten als aus Gier und zur Aneignung des kuweitischen Erdöls. Irak hatte bereits die zweitgrößten Erdölreserven der Welt, weshalb es sich nicht jene von Kuweit aneignen musste. Iraks wirtschaftliche Existenz war von den USA und Kuweit bedroht worden, aber es schien so, als würde niemand darauf hören.
[Malcom Lagauche, Kriege Das Komplott der CIA mit Kuweit: Was sagte eigentlich April Glaspie zu Saddam?, Hintergrund, 04.08.2009] 
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April Catherine Glaspie (* 26. April 1942 in VancouverBritish Columbia) ist eine US-amerikanischeDiplomatin.Von 1988 bis 1990 war sie Botschafterin der Vereinigten Staaten im Irak. In dieser Funktion signalisierte sie Saddam Hussein kurz vor dem Einmarsch der irakischen Truppen in Kuwait 1990, dass die Vereinigten Staaten in dieser Frage keine Haltung hätten. Ihr damaliger Stellvertreter an der US-Botschaft in Bagdad Joseph C. Wilson nimmt sie in seiner Autobiographie gegen diesen Vorwurf explizit in Schutz. Er schreibt: „Ihre Erläuterung der amerikanischen Politik gegenüber innerarabischen Konflikten wich in keinem Punkt von unserer gewohnten Haltung und den Instruktionen ab. Die Vereinigten Staaten bezogen in solchen Zwistigkeiten zwischen arabischen Ländern zwar keine Position, drangen aber schärfstens darauf, dass die jeweiligen Parteien ihren Streit diplomatisch oder über internationale Vermittler beilegten und nicht durch militärische Drohungen oder Aktionen.“[1] Weiter führt Wilson aus, dass „die Iraker“ und insbesondere der damalige irakische Außenminister Tariq Aziz später öffentlich versichert hätten, die amerikanische Position bestens verstanden zu haben.Sie war die erste weibliche Botschafterin in einem Land des Nahen Ostens.[2]Anschließend arbeitete sie in der Auslandsvertretung der Vereinigten Staaten bei den Vereinten Nationen in New York. Bis zu ihrer Pensionierung 2002 leitete Glaspie das US-Generalkonsulat in Kapstadt.
[April Glaspie, Wikipedia, abgerufen am 04.09.2019 – Hervorhebung von mir]
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Als Brutkastenlüge wird die über längere Zeit als Tatsache verbreitete Lüge bezeichnet, dass irakische Soldaten bei der Invasion Kuwaits im August 1990, dem Beginn des Zweiten Golfkriegs, kuwaitische Frühgeborene getötet hätten, indem sie diese aus ihren Brutkästen gerissen und auf dem Boden hätten sterben lassen. Diese Behauptung wurde 1990 von Nayirah as-Sabah (auch Naijirah) im Kongress der Vereinigten Staaten kolportiert. Sie hatte Einfluss auf die öffentliche Debatte über die Notwendigkeit eines militärischen Eingreifens zugunsten Kuwaits und wurde unter anderem vom damaligen US-Präsidenten George H. W. Bush und von Menschenrechtsorganisationen vielfach zitiert. Erst nach der US-geführten militärischen Intervention zur Befreiung Kuwaits stellte sich die Geschichte als Erfindung der amerikanischen PR-Agentur Hill & Knowlton heraus. Diese war von der im Exil befindlichen kuwaitischen Regierung bezahlt worden, um eine Rückeroberung Kuwaits mittels Öffentlichkeitsarbeit zu unterstützen.
[
Brutkastenlüge, Wikipedia, abgerufen am 04.09.2019] 
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Zum Hintergrund: Im Spätsommer 1990 hatte die in den USA operierende kuwaitische Lobbyorganisation "Citizens for a free Kuwait" die weltweit größte PR-Agentur Hill & Knowlton für eine Kampagne engagiert, die im Vorfeld des Waffenganges gegen den Irak 1990/91 nicht nur zweifelnde Politiker, sondern insbesondere auch die Bevölkerungen in den USA und den anderen Staaten der "Anti-Hussein-Koalition" von der Notwendigkeit eines Waffenganges am Golf überzeugen sollte. H&K kassierte für ihre Bemühungen allein in den ersten 90 Tagen ab Anfang August 1990 mehr als 5,5 Millionen. und insgesamt 10,8 Millionen US-Dollar.

Das wohl international Aufsehen erregendste Element der H&K-Kampagne war die Verbreitung der Gräuelgeschichte, plündernde Soldaten der irakischen Besatzungsmacht hätten in Kuwait Brutkästen aus Krankenhäusern gestohlen und insgesamt über 300 Frühgeborene auf dem Fußboden zurückgelassen, wo sie starben. In einem Hearing vor dem Menschenrechtsausschuss des US-Kongresses am 19. Oktober 1990 berichtete ein 15-jähriges Mädchen namens "Nayirah", die man als geflüchtete kuwaitische Schwesternhelferin und Augenzeugin vorstellte, sie selbst habe im al-Adan Hospital in Kuwait City beobachtet, wie irakische Soldaten 15 Babies aus Brutkästen nahmen und "auf dem Steinboden sterben ließen".

Die Vorsitzenden des Ausschusses, Tom Lantos, Demokratische Partei, und John Edward Porter, Republikaner, baten während des Hearings um Verständnis dafür, dass der Ausschuss Nayirahs wahre Identität verheimlichen müsse, um deren Familie in Kuwait vor Repressionen zu schützen. John MacArthur berichtete später:

[
Die Lüge aller Lügen, ansichten-eines-regenwurms.de, 15.10.2015] 

Vor einem Jahr, am 6. März 1991, als Kuwait befreit war und Saddam Hussein ein für allemal niedergerungen schien, trat Präsident Bush vor den amerikanischen Kongreß und beschwor "die sehr reale Aussicht" auf eine neue Weltordnung – "eine Weltordnung", nach Winston Churchills Worten bei der Unterzeichnung der Atlantikcharta, in der "die Grundsätze der Gerechtigkeit und des Fairplay ... die Schwachen vor den Starken schützen". In leuchtenden Farben malte der Präsident den amerikanischen Abgeordneten seine Vorstellung aus: "Eine Welt, in der die Vereinten Nationen, befreit vom Patt des Kalten Krieges, die historische Vision ihrer Gründerväter verwirklichen werden; eine Welt, in der Freiheit und Menschenwürde ihren Platz in allen Ländern finden."

Die neue Weltordnung, bald mit Großbuchstaben zur "Neuen Weltordnung" geadelt, war Bushs Thema seit Anbeginn der Kuwaitkrise. Am 1. Oktober 1990 setzte er sie vor den Vereinten Nationen mit "einer langen Ära des Friedens" gleich, mit "offenen Grenzen, offenem Handel und offenem Denken", mit einer "neuen Partnerschaft der Völker". Am 29. Januar 1991, in seiner Botschaft zur Lage der Nation, stieß der Präsident nach: "Die Welt kann diese Gelegenheit ergreifen, um die alte Verheißung einer neuen Weltordnung zu erfüllen, in der Brutalität sich nicht auszahlt und Aggression auf kollektiven Widerstand trifft..."

[Theo Sommer, Neue Welt, neue Unordnung, ZEIT, 06.03.1992
 – Hervorhebungen von mir

mein Kommentar:
Wenn SPON die Äußerung von Botschfterin Glaspie Saddam Hussein gegenüber »ungeschickt« nennt und Theo Sommer bei Bush Sen.’s Beschwören einer neuen Weltordnung auf die Großschreibung fokussiert, könnte es sein, daß diese Mainstream-Journalisten Tomaten auf den Augen oder blinde Flecken im Hirn haben…
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